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Sziget – Wie war es? – Der Nachbericht

Ed Sheeran, Cirque du Soleil und ganz viel Glitzer: So war das Sziget-Festival 2019

Das diesjährige Sziget Festival, das vom 07. bis 13. August in Budapest, Ungarn, stattfand, hat sich mit seinem Programm wieder einmal selbst übertroffen. Redakteurin Daniela Rothgang war vor Ort und erzählt, wie sie das siebentägige Festival erlebt hat.

„Es ist wichtig zu wissen, dass das Sziget – die größte Touristen-Attraktion Ungarns – nicht nur ein Musik-Festival ist, sondern auch ein kulturelles Spektakel, das so viel mehr zu bieten hat“, so die Worte des Sziget-CEOs Tamás Kádár. Und mit dieser Einstellung bin ich auch auf das Festival gegangen: Acts wie Ed Sheeran, Macklemore und Wanda mussten natürlich gesehen werden, mir ging es aber viel mehr auch um die Festival-Erfahrung an sich. Heißt: eventuell neue, nette Leute kennenlernen, mal abschalten und einfach Spaß haben! Und ich wurde nicht enttäuscht: Mit meiner Freundin Franzi bin ich am Mittwoch mit dem Zug aus München angereist (ja, es sind nur sechs Stunden!). In Budapest angekommen, haben wir erst einmal unser Gepäck im AirBnB-Apartment abgelegt, das wir uns extra in der Nähe der Óbuda Insel gebucht hatten. Manche mögen jetzt vielleicht sagen: „Auf ein Festival, ohne dort zu zelten? Dann habt ihr das nicht richtig erlebt!“ – Wir haben die Tage unserer Meinung nach trotzdem auf die für uns angenehmere Art voll und ganz ausgekostet. Denn oft sind wir erst um 4 oder 5 Uhr morgens heim, als andere vielleicht schon in ihren Zelten geschlafen haben. Und Hand aufs Herz: große Camping- oder Zeltfans waren wir noch nie.

 

Allein-Unterhalter Ed Sheeran

Am ersten Abend spielte also schon der Star-Gast Ed Sheeran und wir konnten es gar nicht fassen, als der Engländer auf die Bühne kam und ganz alleine mit seiner Gitarre hunderttausende von Besuchern beinahe zwei Stunden unterhielt. Sogar „Nicht-Ed-Sheeran-Fans“ mussten hier seine bekannten Hits mitsingen, denn irgendwie kennt man sie doch alle.

© Sziget Festival

Nachts konnten wir dann noch in den anderen Zelten zu uns bisher unbekannten DJs tanzen und so kam es auch, dass wir am zweiten Abend gleich eine nette Gruppe an Jungs und Mädels kennenlernten. Lustigerweise auch aus Bayern. „Für uns ist es das zweite Mal auf dem Sziget“, erzählt Philipp aus Nürnberg. „Das erste Mal war ich vor zehn Jahren hier und natürlich ist jetzt viel mehr los. Das Sziget ist aber trotzdem das am besten organisierte Festival, das ich kenne.“

Und da hat er recht: Trotz fettem Programm, gefühlt Tausenden von Essensständen, Tattoo-Studios, Glitzer-Make-up-Zelten, Frisur-Flecht-Ständen oder sogar einem Zelt, in dem man heiraten kann (aber nur aus Spaß, wie ich dann erfuhr, als ich etwas entsetzt nachfragte), war die Festival-Insel immer äußerst sauber und übersichtlich.

 

Beim Thema Nachhaltigkeit ganz vorne

©Sziget Festival

Zudem legten die Veranstalter auch dieses Jahr viel Wert auf Umweltbewusstsein und nachhaltige Entwicklung. So wurden beispielsweise nur Getränke in wiederverwendbaren Bechern ausgegeben. Außerdem gab es das sogenannte „Green Sziget Center“. Die „Szitizens“ konnten dort verschiedene Workshops und Aufführungen zum Thema „Nachhaltigkeit“ besuchen.

Dies gefiel nicht nur uns, sondern auch Instagrammerin Maria Astor, kurz Masha, die auch auf dem Festival war. Und sie war nicht alleine vor Ort. Auf Instagram schrieb sie: „Seit ich vor einigen Jahren auf dem #Sziget in Budapest war, wollte ich unbedingt wiederkommen. 2019 sollte es also soweit sein und nehme gleich meinen Lieblingsmenschen @davidnotjacob mit.“ https://www.instagram.com/p/B1Dvx2RH3W2/

 

Die Kraft der Vielfalt vereinigt uns

Das Sziget ist also ein Musikfest für Paare, Familie und Freunde; ein Festival, das sich die „Love Revolution“ zum Motto gemacht hat. „Wir sind alle verschieden: Wir kommen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, sprechen unterschiedliche Sprachen, gehören unterschiedlichen Religionen an, haben unterschiedliche Hautfarben, unterschiedliche Interessen & Geschmäcker, und uns sind unterschiedliche Sachen wichtig. Aber, wenn wir alle zusammenstehen, begreifen wir, dass die Kraft unserer Vielfalt uns vereinigt und dass wir zusammen die Welt verändern können“, heißt es unter anderem auch auf der offiziellen Website. Meine Freundin Franzi und ich konnten diese Gemeinsamkeit und das friedvolle Miteinander auf jeden Fall spüren. So haben wir die letzten Tage noch gemeinsam mit unseren neuen Freunden bei Macklemore, Wanda, dem Theatre and Dance Tent und dem Cirque du Sziget Tent verbracht. Letztere boten spektakuläre Tanz- und Zirkus-Shows an, die man auf anderen Festivals so auch noch nicht gesehen hat. Unser Highlight: Cirque Alfone mit ihrer 60-minütigen Show „Tabarnak“, in der die Künstler auf Trampolinen bis an die Decke sprangen oder artistische Seiltänze vorführten.

Ich kann das Festival auf jeden Fall nur jedem wärmstens ans Herz legen, der oder die über die klassische Festival-Erfahrung hinaus noch neue unvergessliche Erlebnisse erfahren will. Franzi und ich werden das Sziget 2019 nicht so schnell vergessen.

Daniela Rothgang