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Der Serienguide: Virtuelle Welten

Auf der Suche nach Serien-Nachschub?

Seit einigen Jahren wandelt sich die TV-Landschaft. Galt es früher noch als Todesurteil für die Karriere eines Schauspielers, wenn er vom Film zu einer Serie wechselte, toben sich die Darsteller mittlerweile sowohl auf den großen, als auch auf den kleinen Leinwänden aus. Doch nicht nur, dass Serien immer hochkarätiger besetzt werden, auch inhaltlich trauen sich die Produzenten immer mehr! Bei der Flut an neuen und grandiosen Serien kann man allerdings leicht den Überblick verlieren. Deswegen möchten wir euch regelmäßig einige Serienjuwele vorstellen, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Dieses Mal geht es um:

Maniac

Das Semester hat begonnen und die Klausuren sind noch in weiter Ferne, zudem hat sich die Außenwelt in ein graues Etwas verwandelt. Die perfekte Zeit, um einen Serienmarathon zu beginnen und Maniac eignet sich besonders dafür, weil man sich die Serie am besten in einem Stück ansieht. Also: Fernseher an, Welt aus.

© Netflix

Bereits seit einigen Jahren bewährt sich Netflix nun schon mit seinen eigenen Produktionen auf dem Serienmarkt. In dieser Miniserie, in der Jonah Hill und Emma Stone mit am Start sind, dreht sich alles um ein Experiment, das Personen mit psychischen Krankheiten heilen soll. Im Gegensatz zu Owen (Jonah Hill), dem schizophrenen Sohn einer wohlhabenden Familie, der für seinen Bruder vor Gericht lügen soll, hat Annie (Emma Stone) sich ihren Platz im Experiment durch Erpressung erschlichen, da sie süchtig nach einer der drei verabreichten Pillen ist. Diese drei Pillen, genannt A, B und C, werden von den Patienten nacheinander eingenommen und nach jeder Einnahme werden sie in eine virtuelle Welt geschickt, die der Supercomputer GRTA überwacht und steuert. In diesen drei Phasen soll der Patient seine Probleme erneut erleben, um sie dann in einer virtuellen Realität lösen zu können, was zur Heilung führt. Dies verspricht zumindest das Team von Wissenschaftlern, die jahrelang daran gearbeitet haben. Das Experiment beginnt nach Plan, doch nach dem Todesfall des Leiters des Projekt und der daraus resultierenden Depression des Supercomputers, treffen Annie und Owen in ihren virtuellen Welten plötzlich aufeinander und das sorgt für absolutes Chaos. Selbst als Dr. James K. Mantleray, der eigentlich gefeuert wurde, wiederkehrt, um den Platz des Verstorbenen einzunehmen, gehen die Probleme weiter. Dessen Mutter, die er als Vorbild für den Computer verwendet hat, soll versuchen GRTA zu „heilen“, was zu weiteren Komplikationen und einem sehr eigenartigen Wiedersehen zwischen Mutter und Sohn führt.

Nicht nur der Supercomputer zeigt Gefühle © Netflix

Ein Supercomputer, der plötzlich auf eigene Faust agiert, kommt euch bekannt vor? Natürlich wurde dieses Phänomen der menschlich agierenden Maschine schon hundert Mal umgesetzt, doch in Maniac vergisst man dieses ausgelutschte Motiv bald. Spätestens nachdem man von einer virtuellen Welt in die nächste rutscht und sich zuerst in den 60ern, dann in einem James Bond ähnlichen Szenario und am Ende gar in einer Herr der Ringe ähnlichen Welt wiederfindet, in der Annie zur Elfe wird und Owen sich am Ende sogar in einen Adler verwandelt. Diese ganze Reihe von Welten und den sich ändernden Figuren verlangt aber nicht nur den Schauspielern, sondern auch den Zuschauern alles ab. Maniac ist absolut keine Serie, die man mal nebenbei laufen lassen sollte, weil man sonst sofort den Faden verliert und womöglich ausschaltet. Was furchtbar schade wäre, denn durch die Komplexität der Handlung und der Figuren ist die Netflix-Serie ein ganz spezielles Erlebnis.

Sophie Obwexer