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Im Gewaechshouse

Der neue Münchner Sound

gewaechshouse – das sind Johannes (genannt Jo), Niko und David. Die gemeinsame Liebe zu Schallplatten und der elektronischen Musik hat die drei Jungs vor etwas über einem Jahr zusammengeführt. Seitdem machen sie gemeinsam Musik. Am 26.10. – kurz vor Halloween –  hat gewaechshouse seinen großen Auftritt im Container Collective in München. Es ist der nächste logische Schritt in ihrer Entwicklung, sich in der Münchner Szene zu etablieren. Der Anspruch bleibt aber weiterhin der Gleiche: „Wir hoffen so viele wie möglich zu mobilisieren, damit eine gute Party zusammenkommt. Die Leute sollen sich wohlfühlen und mit uns zusammen abfeiern“, meint David.

(von links) Niko, David und Johannes © gewaechshouse

Dabei haben alle drei ähnliche Wurzeln, was ihre musikalischen Werdegänge betrifft. David selbst lebt jetzt seit 2 Jahren in München. Er und Niko haben sich über einen gemeinsamen Freund kennengelernt. „Ich war dann beim David, wir haben bei einer Radio-Session im B2B aufgelegt und es hat einfach super zusammengepasst! Irgendwann kam dann auch der Jo dazu und von da an waren wir zu dritt.“, schwärmt der 29-jährige Niko. Vorher hat jeder für sich verschiedene Veranstaltungsreihen in verschiedenen Städten, unter anderen Bamberg und Regensburg, organisiert und dort dann aufgelegt. Der 30-jährige Johannes hat in Karlsruhe viel Techno gespielt: „Das waren dann öfters sogenannte Austausch-Bookings. Du hast dann auf deiner Veranstaltung Leute, die auflegen und im Gegenzug bist du auf deren Partys unterwegs. Das ist eine super Möglichkeit, neue Musiker kennen zu lernen, die die gleichen Interessen wie du haben und sich mit denen dann zu vernetzen, um zukünftige Projekte realisieren zu können.“ Auch im Münchner Techno-Club Harry Klein konnte man schon seine Fähigkeiten am DJ-Pult begutachten.

Beim Hören merkt man, dass es etwas unterschiedliche Einflüsse in der Musik gibt. Privat hören Jo und Niko – die beide einen Abschluss als Wirtschaftsingenieure haben und somit auch viel Know-How in Bezug auf die Technik mitbringen – selbst gerne mehr Jazz-lastigeren Sound. Der 28-jährige David ist mehr auf der minimalistischen Ebene unterwegs. Dabei kennt jeder das Soundprofil des Anderen, wodurch die gespielten Sets sehr harmonisch klingen und die Übergänge fließend variieren können – was zuletzt nicht nur damit zusammenhängt, dass alle gerne mit Schallplatten auflegen. „Meine Schallplatten-Sammlung umfasst etwa um die 350 Exemplare. Niko ist der Platten-Nerd unter uns. Bei ihm befindet sich die Anzahl sicher im 4-stelligen Bereich!“, erzählt David. Inspiration holen sie sich bei Künstlern wie Mathias Kaden und Thomas Stieler. Stieler selbst ist schon mit gewaechshouse zusammen aufgetreten. Dabei versuchen sich die Jungs so oft wie nur möglich zu organisieren. Da alle drei unter der Woche ihren Berufen nachgehen, bleiben somit fast nur die Wochenenden, um die Liebe zur elektronischen Musik so gut es geht auszuleben zu können.

Das Bedürfnis, etwas Neues zu kreieren treibt sie an. Der Sound, den sie spielen hat ihnen in den Münchner Bars und Clubs etwas gefehlt. „Die elektronische Musik hier ist in vielen Clubs durch Classics geprägt – also den Disko-Sound aus den 80er Jahren. Aber natürlich gibt es auch die Ecken, wo Techno gespielt wird. Wir versuchen aber was Eigenes aufzuziehen. Niko grinst. Doch wahrscheinlich gibt es auch den Münchner Einfluss auf unsere Musik. Ich habe in meiner Zeit hier gemerkt, dass ich offener für bestimmte Richtungen geworden bin, die ich vor anderthalb Jahren nicht so beachtet hätte. Aber das ist ganz normal, denn der Geschmack entwickelt sich immer weiter.“

© gewaechshouse

Mittlerweile treten sie öfter auf, da jetzt sehr viel gestreamt wird. Auf sogenannten Radiosessions spielen die Jungs von gewaechshouse ihre Musik, die dann auf verschiedenen Radio-Kanälen und Social-Media-Plattformen live miterlebt werden kann. Von den Terminen erfahren die Hörer neuerdings über den Whatsapp-Newsletter. David, der vorher in Bamberg Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte studiert hat, berichtet: „Immer mehr Firmen setzen darauf. Daher wollten wir das auch ausprobieren. Die Bindung zu den Leuten ist uns ganz wichtig. Und durch die Vernetzung wächst natürlich der Stamm der treuen Zuhörer stetig weiter!“

Diese Basis hat es Jo, Niko und David ermöglicht diesen Sommer in Österreich zusammen mit Bekannten aus Graz ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen. Dabei war der Aufwand riesig. „Wir hatten Glück, dass die Jungs aus Graz den Großteil organisiert hatten und es in kurzer Zeit geschafft haben, eine so eindrucksvolle Veranstaltung ins Leben zu rufen!“, erzählt David. Von Freitag bis Sonntag wurde dann vor hundert Menschen aufgelegt. Dabei war die Stimmung sehr atmosphärisch und familiär. „Dadurch hatten wir auch die Möglichkeit, vielen Freunden und Bekannten eine eigene Bühne zu bieten. Natürlich wurde aber auch darauf geachtet, dass der Sound stimmig bleibt und schon ein gewisser professioneller Anspruch vorhanden ist.“, meint Jo mit einem Augenzwinkern.

Nun steht die Veranstaltung in ein paar Tagen am Ostbahnhof an. Niko zeigt sich zuversichtlich: „Jetzt sind wir aber in München angekommen. Wir erreichen hier mittlerweile viel mehr Menschen mit unserer Musik und sind uns sicher, dass die Party im Container Collective mega wird!“

 

Nikita Mejerovski