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Der UniKater: UniKatze

Streifzüge durch Münchner Geschichten

Ein kleiner Kater streift seit einigen Wochen durch die Münchner Straßen. Besonders im Univiertel häufen sich die Sichtungen – anscheinend ist er sogar Justus schon vor den Porsche gelaufen. Wir kennen weder seinen Namen noch seinen Hintergrund, haben aber festgestellt, dass er die tollsten Geschichten aus dem Münchner Alltag erzählen kann. Beim Zuhören scheint es sogar oft, als wäre er im Herzen einer von uns.

Miau ihr Menschen!

Letztens ist mir echt etwas Seltsames passiert! Normalerweise wundere ich mich ja nur über euch Menschen oder ärgere mich über Hunde, aber vor ein paar Tagen lief ich gelangweilt die Theresienstraße entlang. Es war richtig heiß kann ich euch sagen, doch ich war schon so weit vom Geschwister-Scholl-Platz entfernt, dass es sich nicht mehr gelohnt hätte umzukehren, auch wenn ich mich nun ärgerte die steinernen kühlen Hallen verlassen zu haben. Also beschloss ich zur Abwechslung mal wieder in den Sälen der TUM einen kühlen Platz zu suchen, schließlich bin ich nicht nur in der LMU zu Hause, obwohl ich sagen muss, dass ich in letzter Zeit etwas faul war und mich nie weit von dem erfrischenden Brunnen entfernt habe.

Ich schritt also anmutig in das Gebäude hinein und wollte mir ein schönes, schattiges Plätzchen zum Schlafen suchen, als ich plötzlich unerwartet angefaucht wurde. Erschrocken blickte ich mich erstmal nach dem gemeinen Angreifer um und dann sah ich sie. Ihr weiß-rot schimmerndes Fell und ihre eleganten Katzenaugen! Welch ein Anblick! „Guten Tag“, miaute ich höflich und ein wenig schüchtern, schließlich bekam ich nicht jeden Tag so ein prächtiges Exemplar eines Katzenweibchens zu sehen. „Was suchst du hier“, maunzte sie sauer zurück. „Was meinst du?“, fragte ich sie verwirrt, während sie einen Buckel machte. Oh, die war gar nicht gut gelaunt! „Du hast mein Revier betreten“, fauchte sie hochnäsig. „Hier hast du nichts zu suchen!“ Ihr Revier! Pah! Ich bin doch der UniKater, alle Universitäten sind meine Heimat! „Dein Revier?“, fragte ich sie leicht belustigt. „Das hier ist Teil meines Reviers!“ Nun fauchte sie mich noch einmal böse an. „Seit zwei Wochen habe ich jetzt keine andere Katze mehr hier angetroffen“, miaute sie bestimmt. „Also kann das ja kaum deine Uni sein.“ Beleidigt wollte ich etwas erwidern, bemerkte jedoch, dass die schöne Katze recht hatte. „Aber ich bin der UniKater“, antwortete ich daraufhin.

Der UniKater und die UniKatze betrachten sich argwöhnisch © Sophie Obwexer

Sofort glättete sich ihr Buckel und sie beschnupperte mich neugierig. Was machte sie denn da? Hatte sie sich das etwa von den Hunden abgeguckt, die sich immer bei jeder Gelegenheit beschnupperten, als wären sie blöde? „Der berühmte UniKater also“, maunzte sie nun beeindruckt. „Ich habe schon viel von dir gehört!“ Erstaunt kam ich nun näher und hockte mich neben sie. „Und wer bist du?“, fragte ich sie dann neugierig. „Die UniKatze“, miaute sie. Die UniKatze? Wieso hatte ich bis jetzt noch nichts von ihr gehört? Ich hatte ja immer gedacht, dass ich der Einzige meiner Spezies wäre, der sich für Wissenschaft, Kunst und Literatur interessierte! Meine anderen Artgenossen interessierte normalerweise nur ihr Essen und ihr Lieblingsschlafplatz! „Freut mich dich kennenzulernen!“, miaute ich. „Wenn du willst zeige ich dir meinen Lieblingsplatz. Ich habe dort noch ein bisschen Essen, das mir ein Student geschenkt hat“, bot sie an und stolzierte schon los, ohne auf eine Antwort zu warten. Gratis Essen an einem schönen Ort mit einer schönen Katze? Das ließ ich mir nicht zweimal sagen! Schnell rannte ich ihr hinterher. Nun bin ich endlich nicht mehr die einzige intellektuelle Katze in München!

Bis bald! Euer UniKater