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Der UniKater: Schwanzwedeln und Schnurren

Streifzüge durch Münchner Geschichten

Ein kleiner Kater streift seit einigen Wochen durch die Münchner Straßen. Besonders im Univiertel häufen sich die Sichtungen – anscheinend ist er sogar Justus schon vor den Porsche gelaufen. Wir kennen weder seinen Namen noch seinen Hintergrund, haben aber festgestellt, dass er die tollsten Geschichten aus dem Münchner Alltag erzählen kann. Beim Zuhören scheint es sogar oft, als wäre er im Herzen einer von uns.

Miau, ihr Menschen!

Ich mag keine Hunde. Klar, sagt ihr jetzt, Katze und Hund das ist wie Katz und Maus, die mögen sich generell nicht. Aber das ist bei mir kein generelles Ding. Ich mag Hunde aus einem ganz bestimmten Grund nicht. Ich mag sie nicht, weil sie wirklich absolut immer so unfassbar glücklich aussehen. Die freuen sich absolut die ganze Zeit, über absolut alles. Ein Keks? Juhu! Ein Haufen Kacke? Noch mehr Juhu! Dieses ewige Schwanzgewedel, die glücklichen braunen Augen und vor allem dieses beinahe menschliche Lächeln, das entsteht, wenn sie vor Aufregung außer Atem kommen. Und das alles, weil sie euch Menschen so lieben? Oder vielleicht, weil sie geliebt werden wollen? (Ihr seht, ich habe mich wirklich ausgiebig damit beschäftigt, denn auch wenn Hunde auffälliger ihre Umgebung „auschecken“, sind wir Katzen doch besser darin: Während sie sich kaum lange genug auf ein Objekt konzentrieren können, ehe sie von einem anderen abgelenkt werden, können wir stundenlang still sitzen und beobachten.)

Hundemensch oder Katzenmensch?

Aber, fragt ihr, wo ist das Problem? Dann wirken Hunde eben, als seien sie den Großteil des Tages high, was ist dabei? Tja, das kann ich euch sagen: wir werden miteinander verglichen, wir sind schließlich eure beliebtesten Haustiere. Und so kommt es, dass ich immer wieder mitbekomme, wie Leute sowas sagen wie, „Ach ich bin kein Katzenmensch, Hunde sind mir sympathischer, die sind einfach netter“ oder „Ich habe echt Angst vor Katzen, die gucken oft so komisch ausdruckslos und sind voll unberechenbar“. Aber was mich wirklich wütend macht, sind diese Hunde, die sich abends in den wenigen geteilten HundKatz-Bars neben mich setzen mit wedelndem Schwanz und hängender Zunge und mich auffordern: „Schnurr doch mal! Du hast sicher ein tolles Schnurren! Oder wedel zumindest auch ein bisschen mit dem Schwanz!“

Der klassisch ausdruckslose Gesichtsausdruck einer Katze © Sophie Obwexer

Kein Schnurren für dich

Vielleicht will ich einfach nicht schnurren, vielleicht will ich auch nicht schnurren, nur damit mich jemand mag, vielleicht finde ich es absolut blöd, dass erwartet wird, dass ich schnurre? Und vielleicht, nur ganz eventuell, will ich mir mein Schnurren und Wedeln für die wirklich guten Momente aufbewahren, denn eigentlich ist es dazu da, zu zeigen, dass es mir jetzt in diesem Moment einfach gut geht und nicht um als Accessoire oder Eintrittskarte getragen zu werden. Also wenn ihr mich das nächste Mal mit diesem ausdruckslosen Gesicht seht, sagt mir nicht, ich soll schnurren. Ich habe es nicht einfach vergessen oder verlernt. Oder auf menschisch übersetzt: Wenn ihr jemanden lächeln sehen wollt, bringt ihn zum Lachen!

Bis bald, euer UniKater!

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