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Der UniKater: Schönwettergedanken

Streifzüge durch Münchner Geschichten

Ein kleiner Kater streift seit einigen Wochen durch die Münchner Straßen. Besonders im Univiertel häufen sich die Sichtungen – anscheinend ist er sogar Justus schon vor den Porsche gelaufen. Wir kennen weder seinen Namen noch seinen Hintergrund, haben aber festgestellt, dass er die tollsten Geschichten aus dem Münchner Alltag erzählen kann. Beim Zuhören scheint es sogar oft, als wäre er im Herzen einer von uns.

Miau, ihr Menschen!

Ihr seid mir schon eine eigenartige Spezies! Wenn ich im Winter durch die Straßen schleiche, dann sehe ich in viele deprimierte Gesichter, während ihr dick eingepackt, mit einer extra Ladung künstlichem Fell, durch die Straßen hetzt. Bloß schnell ins nächste Gemäuer verkrümeln und auf die ersten warmen Tage warten. Und sind sie dann da, dreht ihr alle durch.

Ihr benehmt euch, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Und das nicht unbedingt zu meinem Vergnügen! Versteht mich nicht falsch, ich liebe auch die warmen Tage, aber die Folgen eurer wiedergefundenen guten Laune sind meine Problemchen!

Von allem mehr – Hilfe! Nein!

Angefangen bei der Sorte von euch, die sich wieder auf den “Drahtesel” schwingen und vergnügt durch die Gegend radeln. Eure Autos kann ich gut sehen, hören und einschätzen. Und die Dinger bleiben für gewöhnlich wo sie hingehören – nämlich auf der Straße. Das ihr dann aber auf zwei Reifen mal eben unkontrollierbar durch die Menge düst, hätte mich schon beinah eins meiner wertvollen Katzenleben gekostet.

Ganz zu schweigen von den ganzen Hunden, die plötzlich wieder vermehrt durch den Park rennen und alles dafür geben, euch zu gefallen. Igitt! Diese Naivität! Diese Schleimerei! Aber was rege ich mich darüber auf? Im Winter muss ich dieses Verhalten auch erdulden.

Viel schlimmer sind da eure Mini-Versionen von einem Menschen. Die Spielplätze, die immer ein guter Rückzugsort waren, sind nun voll von laut kreischenden Bälgern. Bälger, die es nicht schaffen ordentlich ein Eis zu essen und dann mit ihren eklig, klebrigen Griffeln nach mir greifen, weil sie mich streicheln wollen. Die sollen bloß wegbleiben mit ihren dreckigen Händen! Mein schön gepflegtes Fell!

Sonnige Tage bedeuten für mich also in erster Linie mehr Menschen, mehr Ratsch, mehr Musik, mehr Party. Einfach mehr laute Menschen. Menschen, die Platz wegnehmen. Menschen, überall Menschen mit Hunden und anstrengenden Kindern. Das kann einem echt zu viel werden, wenn ihr von einem Tag auf den anderen wieder die Außenwelt für euch entdeckt habt.

Die positive Seite der Medaille

Zugegeben, der ganze Stress hat auch Vorteile für mich. Was bleibt mir aber auch anderes übrig, als es mir schön zu reden?

Wie ihr, lasse auch ich mir natürlich die Sonne gerne auf das Fell scheinen. Vorausgesetzt, ich habe ein Plätzchen fernab des sommerlichen Chaos gefunden. Und falls ihr im Park mal nicht eure Hunde oder Kinder quer über die Wiese treibt, dann traut sich das Federvieh auch mal auf den Rasen. Wenn es kein gefundenes Fressen für mich ist, dann immerhin eine willkommene Abwechslung im vom Menschen überfüllten „KatzenTV“.

Apropos Fressen. Ihr kommt zwar beim ersten Sonnenstrahl alle gleichzeitig aus euren Löchern gekrochen, wie eine Maus die Käse wittert, aber das verursacht immerhin mehr Abfall. Und mehr Abfall bedeutet auch mehr Leckerein für mich. Auch wenn ihr da ganz schön viel Mist wegwerft, der eine oder andere Leckerbissen ist schonmal dabei. Oder ich bekomme direkt von euch etwas Leckeres angeboten.

Denn das muss ich euch ja lassen. Das schöne Wetter katapultiert eure Mundwinkel um 180 Grad nach oben und führt auch dazu, dass ihr mir viel netter gesonnen seit. Also, mal abgesehen von euren aufgedrehten Bälgern, bei denen die Flucht der einzige Ausweg ist. Aber dadurch bekomme ich die eine oder andere Streicheleinheit extra und ihr schimpft auf nicht mehr so viel über mich. Denn plötzlich sind Krankheiten oder die Katzenhaarallergie nicht mehr euer Feind, sondern die bösen fiesen Pollen. Und das, meine Lieben Menschen, solltet ihr auch im Winter im Kopf behalten.

Bis bald, euer UniKater!