Wir schreiben München – schreibt mit!

Fragt den Karriere-Coach!

Hobbys im Lebenslauf

Zulassungsbeschränkungen, Motivationsschreiben, Werkstudentenverträge, Bewerbungsgespräche – als Student hat man es heutzutage nicht leicht. Wenn auch ihr schon fast den Durchblick im hart umkämpften Bewerbungs-Urwald verloren habt, kommt hier die Rettung. Karriere-Coach Petra Carlile verrät jeden Monat unikate Tipps und Tricks in Sachen Bewerbung.

Folge 29:

„Soll ich meine Hobbys in den Lebenslauf mit aufnehmen – oder lieber doch nicht?“

Unser unikater Karriere-Coach beantwortet eure Fragen!

Unser unikater Karriere-Coach beantwortet eure Fragen!

Schon seit einigen Jahren gehört Privates nicht mehr in den Lebenslauf. Damit meine ich etwa die Nennung unserer Eltern, Geschwister und deren Berufe. Oder eben die Hobbys, denen wir nachgehen. Privates soll privat bleiben – das geht einen Personalentscheider nichts an.

Herkunft darf kein Entscheidungskriterium sein 

Immerhin schützt  das allgemeine Gleichstellungsgesetz, unter anderem vor der Beurteilung nach Herkunft. Bitte denkt daran: Alles, was wir neben sachlichen Fakten darlegen, kann interpretiert werden. Zum Positiven, leider auch zum Negativen.

Stellt euch vor, ein Berufseinsteiger bewirbt sich in einer Unternehmensberatung. Zeugnisse und Diplom sind hervorragend. Im Lebenslauf steht neben den sachlichen Informationen über Studien- und Berufsstationen auch, dass der Vater von Beruf Polier und die Mutter Schneiderin ist. Diese Information kann den einen Personalentscheider positiv beeindrucken: da lebt ein Kind in „einfachen“ Verhältnissen und schafft es trotzdem, das Zeug für einen Spitzenunternehmensberater zu haben. Der Familie wurde nichts geschenkt und alle sind es gewohnt hart für ihre Erfolge zu arbeiten. Ein anderer Personaler entscheidet sich gegen diese Bewerbung, weil er der Meinung ist, dass jemand aus „diesen Kreisen“ nichts werden kann – toller Abschluss hin oder her. Eine Interpretation zu Ungunsten des Bewerbers.

Aus diesem Grund rate ich, sich im Lebenslauf ausschließlich auf die eigenen persönlichen Informationen zu konzentrieren. Und alle Informationen über die Eltern außen vor zu lassen. Egal, ob der Vater Polier oder Chefarzt ist. Schließlich wollt IHR überzeugen. Mit EUREN Leistungen und Fähigkeiten.

Unser unikater Karrierecoach: Petra Carlile, (c) Angelika Güc, semikolon

Unser unikater Karriere-Coach: Petra Carlile (c) Angelika Güc, semikolon

Hobbys nun angeben oder nicht? 

Überlegt selbst, ob die Angabe eures Hobbys euch eher im Weg stehen kann oder ob es eure Persönlichkeit unterstreicht. Passen eure Hobbys zum angestrebten Beruf, dann schreibt diese bitte unbedingt hinein. Wer sich als Controller bei einem Bootsbauer für Segeljachten bewirbt, tut gut daran, sein Hobby „Segeln“ mit anzugeben. Wer sich nach dem Uniabschluss auf einen Posten bewirbt, zu dem erste Personalverantwortung gehört, kann seine ehrenamtliche Trainertätigkeit der Fußball-B-Jugend beim TSV angeben.

Interessiert ihr euch für eine Stelle als Sport- und Gesundheitsmanager, könnt ihr euch sicherlich vorstellen, dass „Lesen“ und „Musik hören“ möglicherweise nicht helfen. Schnell könnt ihr als langweilig gelten, als unbeweglich. Und das in dieser Position… (Die Sache mit der Interpretation). Dann ist es gut, diese Hobbys weg zu lassen.

Hobbys stellen sich besser dar, wenn ihr diese Rubrik besser als „Interessen“ bezeichnet. Darunter zählt ihr sowohl eure Hobbys auf, die berufsrelevant sind als auch eure Engagements, denen ihr euch in eurer Freizeit außerdem widmet.

Ich hoffe, ihr wisst nun welches Hobby von euch in den Lebenslauf darf. Ich freue mich schon auf eure nächsten Fragen!

Eure Petra Carlile

Schickt uns eure Fragen! Mail an: karrierefragen@unikatmag.de

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Mehr unikate Hilfe und Tipps und Tricks für deinen absoluten Traumjob findest du auch in den letzten fünf Folgen des Karriere-Coaches:

Folge 24 „Gehaltsverhandlungen im Bewerbungsgespräch“

Folge 25 „Gender-Gap in der Gehaltszahlung“

Folge 26 „Länge des ersten Jobs“

Folge 27 „Zufrieden mit dem Jahresrückblick?“

Folge 28 „Lücke Lebenslauf“

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.