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Länge des ersten Jobs

Zulassungsbeschränkungen, Motivationsschreiben, Werkstudentenverträge, Bewerbungsgespräche – als Student hat man es heutzutage nicht leicht. Wenn auch ihr schon fast den Durchblick im hart umkämpften Bewerbungs-Urwald verloren habt, kommt hier die Rettung. Karriere-Coach Petra Carlile verrät jeden Monat unikate Tipps und Tricks in Sachen Bewerbung.

Folge 26:

„Wie lange sollte man zu Beginn der Karriere im ersten Job beziehungsweise im ersten Unternehmen bleiben?“

Unser unikater Karriere-Coach beantwortet eure Fragen!

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Wie viele Unternehmen ein Bewerber innerhalb einer bestimmten Zeitspanne durchlaufen hat, ist nicht allein ausschlaggebend für eine Personalentscheidung. Es gibt keine strikten Regeln, die lauten: „Im ersten Job solltest du maximal zwei Jahre bleiben, dann ist es höchste Zeit zu wechseln. Und im darauffolgenden bloß nicht länger  als vier Jahre!“

Bestehende Berufssituation immer wieder auf den Prüfstand stellen

Bevor ihr eure Situation auf den Prüfstand stellen könnt, braucht ihr eine Grundlage: Vor Jobantritt solltet ihr ein klar definiertes Karriereziel festgelegt haben, welches im Bewerbungsgespräch verständlich kommuniziert wurde.

Folgende Fragen solltet ihr euch im ersten Job stellen:

  • Kann ich hier meine mittelfristigen Karriereziele umsetzen?
  • Kann ich viele Erfahrungen sammeln, die hilfreich sind für die nächsten Schritte?
  • Stimmt das Arbeitsklima bzw. fühle ich mich wohl?
  • Werde ich vom Arbeitgeber gefördert?
  • Habe ich Aufstiegs- und Entwicklungschancen?
  • Gibt es dafür schon zeitlich festgelegte Rahmen?
  • Darf ich bei Projekten mitwirken oder diese selbst übernehmen?
  • Bin ich mit meinem Gehalt zufrieden?
  • Macht mir meine Arbeit Spaß?

Solange ihr diese Fragen mit ja beantworten könnt, ist alles gut und es ist überhaupt kein Problem, länger in einem Unternehmen zu sein. Stellt euch vor, ihr seid fünf statt zwei Jahre im ersten Unternehmen. Wenn ihr darstellen könnt, dass ihr innerhalb des Unternehmens aufgestiegen seid und etwa an großen Projekten mitgewirkt habt, dann ist es ein ebenso interessanter und gern gelesener Lebenslauf!

Die Entscheidung, sich in einem anderen Unternehmen weiterzuentwickeln trefft ihr dann, wenn sich spürbar Unzufriedenheit breit macht und ihr die oben genannten Fragen nicht eindeutig mit „ja“ beantworten könnt.

Unser unikater Karrierecoach: Petra Carlile, (c) Angelika Güc, semikolon

Unser unikater Karriere-Coach: Petra Carlile © Angelika Güc, semikolon

Die Reißleine ziehen, wenn es nicht läuft – auch zu Beginn der Karriere

Auf keinen Fall seid ihr gescheitert, wenn sich im ersten Job bereits Unzufriedenheit einstellt. Manchmal ist das zum Eintritt in ein Unternehmen nicht absehbar.

Es kommt vor, dass es gerade im ersten Job nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Weil ihr vielleicht nicht die Aufgaben und Projekte übertragen bekommt, wie im Bewerbungsgespräch vereinbart. Weil möglicherweise das Arbeitsklima nicht passt. Oder – und auch das kann passieren – ihr merkt, dass ihr eine ganze andere Vorstellung vom Beruf hattet als er sich jetzt darstellt.

Auf keinen Fall bin ich für „Augen zu und durch“. Seid ehrlich mit euch selbst, gesteht euch ein, dass etwas nicht stimmt und ändert die Situation. Könnt ihr einen solchen sogenannten „Bruch“ im Lebenslauf schlüssig und sachlich begründen, wird das von den meisten Personalern akzeptiert. Das gilt für jeden – egal ob Berufseinsteiger oder schon länger im Berufsleben.

Lebenszeit

Bei aller Wichtigkeit, was das konsequente Verfolgen eurer Karriereziele betrifft, noch eine Lebenserfahrung von mir: Im Alter von Anfang bis Mitte 20 war es mir noch nicht bewusst, jetzt mit 45 Jahren auf jeden Fall: Arbeitszeit ist Lebenszeit. Schaut neben der Umsetzung eurer Karriereschritte auch darauf, wie es euch dabei geht. Macht die Arbeit (noch) Spaß? Geht ihr jeden Tag mit Freude in die Arbeit? Seid ihr auch im Privatleben ausgeglichen? Der Managementposten auf Vorstandsebene nutzt euch nichts, wenn ihr durchs Leben hetzt und dieses buchstäblich an Euch vorbei zieht.

Freue mich auf eure weiteren Fragen!

Eure Petra Carlile

Schickt uns eure Fragen! Mail an: karrierefragen@unikatmag.de

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Mehr unikate Hilfe und Tipps und Tricks für deinen absoluten Traumjob findest du auch in den letzten fünf Folgen des Karriere-Coaches:

Folge 21 „Falsche Berufsentscheidung“

Folge 22 „Entscheidung bei mehreren Jobangeboten“

Folge 23 „Absagen von Jobangeboten“

Folge 24 „Gehaltsverhandlungen im Bewerbungsgespräch“

Folge 25 „Gender-Gap in der Gehaltszahlung“

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