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Er fragt – Sie fragt

Er fragt Sie – Essgewohnheiten

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

Liebe geht durch den Magen, oder etwa nicht?

Lieber Schnurzelburzel,

nicht nur wir Honigmäulchen versüßen euch die Tage, sondern auch gutes Essen gehört für euch zu den schönsten Dingen im Leben dazu. Speziell der Genussfaktor ist von hoher Priorität. Ein Community-Update auf Snapchat lässt euch und das Essen vor euch kalt. Ihr seht mehr Sinn im Hungerstillen als in der Ästhetik der Mahlzeit und das sowohl vor, während und nach dem Essen. Der Verzehr von Genüsslichkeiten bedeutet pure Lebensfreude. Vielen von uns Frauen bereitet Essen jedoch immer weniger Lust, eher immer mehr Frust. Warum, fragst du dich? Naja, weil wir für euch zu den schönsten Dingen im Leben gehören möchten – und das gesund.

Das Auge isst (und liebt) mit.

Natürlichkeit ist das A und O, erklären viele Schnurzelburzel den Honigmäulchen. Gemeint ist „natürlich weiblich“, und das setzt uns Frauen unter Druck, denn der Begriff „Weiblichkeit“ umfasst kulturell und gesellschaftlich der Frau fest zugeschriebene Eigenschaften, sprich Schönheitsideale.

Von 90-60-90 zu diversen Formeln wie dem Body-Mass-Index – Schönheit ist messbar. Mathematik. Noch etwas was euch Männern so gefällt und uns Frauen zur Verzweiflung bringt. Zum Glück gibt es abertausende Diättipps und –tricks, die uns das Quantifizierte qualitativ erklären. „Vorsicht statt Nachsicht“ lautet die Devise und auch unser Motto am Kühlschrank, plakativ in einem strikt durchstrukturierten Ernährungsplan dargestellt. Während ihr euch vor dem Date im Restaurant Gedanken zu Gesprächsthemen etc. macht, studieren wir die Speisekarte im Internet. Leider manchmal nicht nur wegen der Diätvorschriften, sondern vielmehr auch aus gesundheitlichen Gründen.

All you can eat – YOU

Nahrungsmittelintoleranzen, -unverträglichkeiten, -allergien… Wie man die begrenzte Anzahl an Speisemöglichkeiten auch nennen mag, Essvergnügen ist es definitiv nicht. Zumindest ist es nicht geschlechtsbezogen und wird demnach auch vielmehr nachvollzogen. Im Gegensatz zu Essensstilen, wie beispielsweise dem Veganismus, obliegt ein Verzicht aus gesundheitlichen Gründen nicht dem eigenen Willen. Die feine Nase der Männer schnuppert dieses Problem und schon zeigt sich der altbekannte Beschützerinstinkt. Opfer, wie den Verzicht auf Weizenmehl beim Backen, werden für das gewünschte gemeinsame Genusserlebnis gerne in Kauf genommen. Durch eure signalisierte Unterstützung wird das Vertrauen gestärkt und wir fühlen uns dadurch genauso gestärkt wie nach einem Stück Torte trotz Glutenunverträglichkeit.

Danke für eure ehrliche Liebe, obgleich bestehender Magenprobleme.

Dein Honigmäulchen

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