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Schadet mir mein Name?

Zulassungsbeschränkungen, Motivationsschreiben, Werkstudentenverträge, Bewerbungsgespräche – als Student hat man es heutzutage nicht leicht. Wenn auch ihr schon fast den Durchblick im hart umkämpften Bewerbungs-Urwald verloren habt, kommt hier die Rettung. Karriere-Coach Petra Carlile verrät jeden Monat unikate Tipps und Tricks in Sachen Bewerbung.

Folge 19:

„Meine Eltern kommen aus dem Ausland. Ich trage also einen ausländischen Namen. Deshalb bekomme ich viel mehr Absagen als meine deutschen Kommilitonen. Soll ich mich nach dem Studium besser anonym bewerben?“

Unser unikater Karriere-Coach beantwortet eure Fragen!

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Ich kenne sehr viele Unternehmen, in denen die Nationalität der Mitarbeiter absolut keine Rolle spielt. Wichtig sind dort nur:

  • Sehr gutes Fachwissen
  • Ausgezeichnete Deutschkenntnisse und
  • Teamintegrität.

Allerdings gestehe ich, dass auch ich Vorurteilen in manchen Unternehmen begegne. Sofort beim Lesen des ausländisch klingenden Namens in einer Bewerbung werden die Schubladen aufgezogen. Eine solche Bewerbung landet auf dem Absagestapel, ohne sich Zeit für alle Fakten und Daten der gesamten Bewerbungsunterlagen zu nehmen. Das seit über 10 Jahren existierende allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hat noch längst nicht in allen Köpfen für ein Umdenken gesorgt. Leider.
Grundsätzlich existieren Vorurteile bei Bewerbungen nicht nur bei der Frage nach der Nationalität. Etwa das Alter spielt auch eine Rolle. „Ach, sie ist erst 25. Na, da wird die Berufserfahrung sich auf ein Minimum beschränken“ oder „Dieser Bewerber ist 55 Jahre alt. Der ist doch mehr krank als in der Arbeit …“
Trösten kann ich dich damit nicht. Will ich auch gar nicht. Aber vielleicht kann ich dich anspornen, deine Bewerbungsunterlagen mit besonderer Sorgfalt zusammenzustellen. Und vielleicht auch andere Wege einzuschlagen als normal üblich.

Hier einige Tipps:

  • Ist die anonyme Bewerbung nicht ausdrücklich gewünscht in einer Stellenausschreibung, dann bewirb dich bitte nicht anonym.
  • Prüfe haargenau, ob dein Lebenslauf aktuell und übersichtlich ist.
  • Der rote Faden sollte in deinem Lebenslauf erkennbar sein.
  • Vermeide Standardfloskeln in deinem Anschreiben oder Motivationsschreiben. Sage ganz konkret, warum du dich bewirbst und was du für diese Stelle (konkret) mitbringst.
  • Wenn du glaubst, deine Nationalität spielt eine Rolle, verschaffe dir verhandlungssichere Deutschkenntnisse und verweise im Anschreiben konkret darauf.
  • Werbung im Anschreiben ist erlaubt – sogar schon in der Betreffzeile deiner E-Mailbewerbung. Hast du einen sehr guten Abschluss in der Tasche? Dann kann deine Betreffzeile lauten: „Absolvent mit sehr guten Abschlussnoten freut sich auf den Berufseinstieg in Ihrem Unternehmen als XYZ.“
  • Lass dich über dein Kompetenzprofil in Berufsnetzwerken wie zum Beispiel Xing oder LinkedIN finden. Social Media nimmt im Recruiting eine immer größere Rolle ein. Recruiter suchen nach Fachkompetenzen. Nicht nach deutschen Namen. Bitte gönne dir dabei nicht nur den Standardeintrag in diesen Medien, sondern nutze alle sinnvollen Informations- und Präsentationsmöglichkeiten.
  • Solltest du noch mitten im Studium sein, überzeuge von dir und deinen Leistungen in Praktika oder im Rahmen eines Werkstudentenjobs – das sind ausgezeichnete Türöffner für deinen späteren Berufseinstieg.
Unser unikater Karrierecoach: Petra Carlile, (c) Angelika Güc, semikolon

Unser unikater Karriere-Coach: Petra Carlile © Angelika Güc, semikolon

Ich habe mich für dich mal in meinen Gewerbenetzwerken umgehört und andere Unternehmer ganz ehrlich um ihre Meinung gebeten zur Frage: „Was, wenn sich jemand mit ausländischem Namen bei dir bewirbt?“ Die Antwort von 80 Prozent der Befragten:
„Na und? Hauptsache, er/sie spricht sehr gut Deutsch und versteht was vom Fach.“

Ich hoffe, die Antwort dieser 80 Prozent sind Ansporn für dich, wieder nach vorne zu schauen und dich auf deine nächsten Bewerbungen vorzubereiten? Ich wünsche dir dazu viel Glück und das für dich passende Unternehmen! Ich freue mich schon auf die nächsten Fragen!

Deine Petra Carlile

Schick uns deine Fragen! Mail an: karrierefragen@unikatmag.de

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Unikate Unterstützung: Der Karriere-Coach beantwortet deine Fragen!

Mehr unikate Hilfe und Tipps und Tricks für deinen absoluten Traumjob findest du auch in den letzten fünf Folgen des Karriere-Coaches:

Folge 14 „Die richtige Berufswahl“

Folge 15 „Ehrlichkeit im Bewerbungsgespräch“

Folge 16 „Gute Noten im Studium“

Folge 17 „(Viele) gute Vorsätze“

Folge 18 „Anzahl der Praktika“

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