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Die Millennials – Keine Zukunft?

Generation Y in Bedrängnis

Spätestens seit den Dekreten des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Einreisepolitik, seines andauernden Kleinkriegs mit der freien Presse und der Absage an den Klimawandel scheint sicher, dass die Werte der Millennials, also unserer Generation, bedroht sind. Wie soll man reagieren, wenn das eigene Weltbild allmählich demontiert wird und Nachhaltigkeit und das Recht auf Selbstbestimmung mit Füßen getreten werden? Was kann die Generation Y tun?

Wir, die digital natives, haben uns damit zufriedengegeben, Videos und Links zu teilen und zu sharen. Jetzt muss die Welt mit dem Ergebnis leben.

Einen ersten Eindruck davon bekam man bereits während des US-Wahlkampfes 2016. Der orange Immobilienunternehmer mit der eigenwilligen Frisur und der Sprache eines Grundschülers wurde verspottet, in Latenightshows und den sozialen Netzwerken wurden Gemeinheiten über ihn ausgetauscht und über die Größe seiner Hände gerätselt. Wir, die digital natives, haben uns damit zufriedengegeben, Videos und Links darüber zu teilen und zu sharen. Im Januar, als es bereits längst zu spät ist, regt sich endlich Widerstand. Rassismus-, Lügen- und Sexismusvorwürfe locken weltweit Millionen junger global denkender Liberaler auf die Straßen. Bringen wird das nichts, schließlich war die Wahl schon vor Monaten entschieden, als es sich unsere Generation auf dem Fernsehsofa gemütlich gemacht hat, in der Hoffnung, DER würde sicher nicht gewinnen. Was ER dann aber doch tat, unter anderem deshalb, weil die Wahlbeteiligung ebenjener Millennials ähnlich erschreckend niedrig war wie beim Brexit-Votum wenige Monate zuvor. Jetzt muss die Welt mit dem Ergebnis leben.

Die Schattenseite des Wunsches nach mehr Sicherheit ist ein gesamtgesellschaftlicher Konkurrenzkampf, der mit harten Bandagen geführt wird.

Wenn die Generation Y scheinbar nicht einmal durch die Bedrohung ihrer zentralsten Ideale aufgerüttelt werden kann, stellt sich die Frage: Was treibt sie an? Vornehmlich Angst und das daraus entstehende Streben nach Sicherheit und Geborgenheit. Angesichts der prägenden Ereignisse, die viele von uns noch als Kinder erleben durften, ist das keine große Überraschung. Mehrere Kriege, Terrorismus und Weltwirtschaftskrisen haben sicherlich dazu beigetragen, eine Generation hervorzubringen, die auf alles vorbereitet und nach allen Seiten offen sein will. Dass „Lehrer“ und „Beamter“ plötzlich Traumberufe sind, ist natürlich kein Zufall. Die Schattenseite des Wunsches nach mehr Sicherheit ist ein gesamtgesellschaftlicher Konkurrenzkampf, der mit harten Bandagen geführt wird. Studenten wetteifern um die besten Noten und Praktikumsplätze, während sie mit ehrenamtlichem Engagement und Fortbildungen ihren Lebenslauf aufzuhübschen versuchen. Selbstverständlich können dabei nicht alle gewinnen, und so lassen sich auch Verlierer dieser Entwicklung finden, die den gesellschaftlichen Herausforderungen nicht gewachsen sind. Auf einem Arbeitsmarkt, der lebenslanges Lernen, Spezialkenntnisse auf mehreren Gebieten und Eigenverantwortung fordert, ansonsten aber nur eine homogene Masse austauschbarer billiger Angelernter kennt, können eben nicht alle reüssieren. Das kann irgendwann zum Problem werden. Die Generation Y ist im Begriff, sich so selbst zu zerfleischen. Während sie sich ihre Chancen auf Freiheit und Sicherheit selbst zunichte macht, verliert sie allmählich, getrieben von Neurosen, ihren Verstand. Die Nemesis der Generation Y heißt wohl nicht Donald Trump.

Sebastian Schindlbeck

Wenn ihr wissen wollt, warum wir Millennials doch noch eine große Zukunft haben können, lest hier die Antwort.

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