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Wenn Münchner zu Bullen werden

Die Student Hockey Night beim EHC

Gänsehautstimmung beim Einlauf der Spieler (c) GEPA pictures/ Felix Roittnert

Der Schatten eines riesigen Bullen rast über die weiße Eisfläche. In den Stehplatzrängen werden Wunderkerzen entzündet. Sonst ist es dunkel im Olympia-Eisstadion, als die ersten Takte von ACDCs „Hells Bells“ erklingen und die Spieler des EHC Red Bull München das Spielfeld stürmen. Der Stadionsprecher und ca. 5000 sich heiser schreiende Kehlen begrüßen sie. Unter ihnen sind auch Studenten, die das aktuelle Angebot der „Student Hockey Night“ wahrnehmen. Für zehn Euro, erhalten Schüler, Studenten und Azubis an Freitagsspielen ein Stehplatzticket.

Ein Hauch von NHL

Hat die Geschehnisse beim EHC im Griff:Don Jackson (c) GEPA pictures/ Citypress24/ Sven Peter

Die aktuell herrschende Euphorie ist gerechtfertigt. Denn München ist amtierender deutscher Meister im Eishockey und auch diese Saison gehört das Team von Don Jackson zu den Besten der Besten der Bundesrepublik. Jackson ist übrigens ein echter Star der Eishockeyszene. Inzwischen bester Headcoach der DEL-Geschichte gewann der US-Amerikaner in den 80er Jahren mit den Edmonton Oilers zweimal den Stanleycup, die wichtigste Club-Trophäe im Eishockey, und zwar Seite an Seite mit Wayne Gretzky, allgemein anerkannt als bester Spieler aller Zeiten.

In derartigen Sphären bewegen sich Jason Jaffray, Dominik Kahun und Michael Wolf und Co. zwar nicht ganz, die DEL ist eine im internationalen Vergleich eher mittelmäßige Liga, dennoch wird auch dem Unkundigem klar, dass die Spieler des EHC hier großen Sport bieten. Denn Eishockey ist eine Sportart, die man auch als Laie uneingeschränkt genießen kann.


Akute Suchtgefahr

Ein Mottorradler beim Eishockey: Redbull machts möglich (c) GEPA pictures/ Felix Roittner

Komplizierte Regeln wie beim American Football gibt es nicht, das einfache Prinzip mehr Tore als der Gegner zu erzielen, kommt uns, Mitglieder einer fußballgeprägten Gesellschaft, entgegen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Schnelligkeit des Spiels. Es kommt, wenn auch sehr selten, vor, dass man den Puck aus den Augen verliert oder es etwas dauert, zu realisieren, dass dieser gerade wirklich im Tor gelandet ist. Schnelligkeit, harter Körpereinsatz und Intensität –  der Faszination für Eishockey kann man sich nur schwer entziehen. Szenen, wie sie in der Allianz Arena traurige Realität sind, dass Scharen von Fans freiwillig auf die Schlussminuten verzichten und verfrüht den Heimweg antreten, um dem Gedränge zu entgehen, sind im Eisstadion unvorstellbar. Denn hier hat man das Gefühl, in jeder Sekunde, in der man nicht das Eis beobachtet, etwas zu verpassen. Außerdem bleibt ein Spiel in beinahe allen Fällen spannend bis zum Schluss. Auch Rückstände von mehreren Toren können innerhalb von Sekunden aufgeholt werden.

Auch in den Pausen kommt das Publikum auf seine Kosten. Der Hauptsponsor sorgt für Unterhaltung, ganz nach dem Vorbild der großen amerikanischen Sportligen. Auf dem Eis werden kleine Wettbewerbe ausgetragen, bei denen die Zuschauer etwas gewinnen können. Zudem lassen sich Mitglieder der „Redbull-Familie“ blicken und interviewen. Am 16.12. beispielsweise MotoGP Star Stefan Bradl, der das Spiel auch mit einem symbolischen Bully eröffnete.

Die Spiele beginnen um 19:30 Uhr – für Studenten bieten sie einen schwungvollen Start ins Wochenende – mit viel Action und Abwechslung.

 

Thomas Jensen

 

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