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Warum ist Trump so erfolgreich?

Ein Kommentar zum Wahlabend in Amerika

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Amerika ist gespalten, wenn es um die Frage geht, wer als nächstes in dieses Haus einziehen soll.  (c) Jana Heigl

Donald Trump hat die Präsidentschaftswahlen gewonnen und sich gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton in einer sehr engen Wahl durchgesetzt. Die ganze Welt blickt auf die USA und fragt sich: Wie konnte das passieren?

Was der vergangene Wahltag gezeigt hat ist, dass Amerika tief gespalten ist. Clinton musste in Staaten um Stimmen kämpfen, mit denen niemand gerechnet hatte. Die frühen Wahltagsbefragungen haben noch ein ganz anderes Bild von dieser Wahl gezeichnet, in dem Clinton klar vorne lag.

Doch je weiter der Abend hier in Washington voran schritt, desto enger wurde der Abstand zwischen den beiden Kandidaten und desto größer wurde die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump tatsächlich Präsident der USA werden könnte.

Die Frage die man sich an dieser Stelle stellen muss, ist wie es so weit kommen konnte. Sie ist nicht einfach zu beantworten, und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis analysiert wurde, was hier gerade passiert ist.

Dem Problem zugrunde liegt, dass es keine der beiden Parteien geschafft hat, einen Kandidaten aufzustellen, der die USA vereinen kann. Das Land ist in einer tiefen Krise, in der die Bevölkerung sehr unzufrieden ist mit der Regierung, von der sie glauben, dass sie sie ausschließt. Obwohl Präsident Obama sehr beliebt ist, gibt es doch viele Menschen in den USA die sich zurückgelassen fühlen.

Hinzu kommt, dass die Politik der Demokraten und Republikaner in vielen Bereichen stark polarisiert. Man hat sich weit voneinander entfernt, und die Parteien in sich sind zerstückelt. Diese Zerstückelung wurde in den Vorwahlen sichtbar, durch die populistische Bewegung von Bernie Sanders bei den Demokraten, der als „demokratischer Sozialist“ die liberale Linke vertreten hat und Hillary Clinton, die das Establishment und den Status Quo repräsentiert. Auf der anderen Seite waren da aber auch Ted Cruz, der der Tea Party zuzuordnen ist, einer extrem konservativen Gruppierung innerhalb der republikanischen Partei, und Donald Trump, der als kompletter Politik-Neuling auch lange keinen politischen Rückhalt bei den Republikanern gefunden hat.

Das Ergebnis dieser Polarisierung und Zerstückelung ist ein Wahlkampf wie dieser, in dem viele Wähler am liebsten keinen der beiden Kandidaten wählen wollen, weil sie keinem der beiden vertrauen.

Wie auch immer diese Wahl ausgeht, sie ist auf jeden Fall ein Ergebnis davon, wie sehr dieses Land nach Veränderung lechzt.

unikat hat die ganze Nacht live über die Wahlergebnisse getwittert, den Live-Ticker findet ihr hier.

Aktualisiert um 8:43

Jana Heigl

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