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Im Interview mit Christoph Forstner: Von IVXO zu Bavarian Couture

Ein bayerisches Modelabel auf Bewährungsprobe

„Gmahde Wiesn“ steht nicht nur auf den Pullis und T-Shirts der Geschwister Christoph und Laura Forstner. Das Modelabel der beiden ist mittlerweile etabliert, hat einen begeisterten Kundenstamm und war kürzlich sogar bei der Aktion #Kauflokal vom Münchner Herrenausstatter Hirmer vertreten. A „Gmahde Wiesn“ würde man meinen. Doch kleine Erfolge haben nicht nur ihre Vorteile. Anfang April war in Facebook plötzlich die Meldung zu lesen: IVXO heißt jetzt Bavarian Couture – und das nicht aus eigenem Antrieb. Wie kam es zu der spontanen Namensänderung des Klamottenlabels? Wir wollten das genauer wissen und haben Gründer Christoph Forstner ins Verhör genommen.

Gründer Christoph Forstner im selbstdesignten Shirt, (c) Bavarian Couture

Gründer Christoph Forstner im selbstdesignten Shirt, (c) Bavarian Couture

Hallo Christoph. Als wir das letzte Mal über euch berichtet haben, war der Name eures Labels noch IVXO. Wie kam es zu der Änderung?

Servus! Der Name war ja damals schon IVXO Bavarian Couture, jetzt sind wir nur noch Bavarian Couture. Ist doch eh viel schöner und prägnanter, oder? (lacht) Nein, also wir haben vor zwei Monaten Post von einer deutschen Anwaltskanzlei bekommen. Diese Anwaltskanzlei vertritt ein serbisches Modelabel mit einem Namen, der IVXO ähnelt. Wir wurden deshalb im Namen des anderen Labels aufgefordert, unseren Namen wegen Verwechslungsgefahr unverzüglich fallen zu lassen.

Drei der Buchstaben sind tatsächlich identisch, einer jedoch nicht und so dachten wir nicht, dass die Gegenseite wirklich im Recht ist. Die meinten es aber echt ernst, also haben wir eine Patentanwältin engagiert, um den Fall professionell anzugehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir mussten den Namen aufgrund einer einstweiligen Verfügung dann wirklich und sehr plötzlich abtreten und durften von jetzt auf gleich kein einziges T-Shirt mit dem IVXO-Logo mehr verkaufen.

Wie habt ihr auf die gerichtliche Entscheidung reagiert?

Das war sehr ärgerlich und erstmal waren Laura und ich total geschockt. Wir wussten gar nicht, was wir machen sollen. Wir haben dann sofort den Online-Shop offline genommen und unsere Misere auf den sozialen Kanälen erklärt. Außerdem musste gleich ein neuer Name her und da hatten wir natürlich Glück, dass wir über die letzten Jahre schon den Beisatz „Bavarian Couture“ etablieren konnten. Also haben wir uns kurzerhand entschieden, in Zukunft auf den Namen zu bauen. Meine Schwester hat in Windeseile ein neues Logo, die Herzbrezn, aus dem Hut gezaubert, alle Motive umdesignt und da waren wir schon fast wieder startklar. Vier Tage war der Online-Shop down und dann ging’s los mit Bavarian Couture.

Die 'Herzbrezn' ersetzt absofort 'ivxo' als Logo, (c) Tom Weiler & Bavarian Couture

Die ‚Herzbrezn‘ ersetzt absofort ‚ivxo‘ als Logo, (c) Tom Weiler & Bavarian Couture

Wie war die Reaktion eurer Follower, Kunden und Fans?

Die war wirklich überwältigend für uns. Wir haben so viel Zuspruch, Mitgefühl und Hilfe angeboten bekommen, das hat uns wirklich überrascht. Es war sogar richtig rührend teilweise. Wir haben ganz viele motivierende Nachrichten bekommen, Treueschwüre, Anrufe und sogar neue Logos wurden gezeichnet und an uns geschickt – echt liab! A paar ganz Wuide wollten sogar mit uns nach Serbien fahren und Rache verüben – das haben wir dann natürlich freundlich abgelehnt (lacht). Also, das Echo und der Beistand waren echt der Hammer! Das hat uns wirklich gleich wieder Kraft und einen neuen Antrieb gegeben, da sind wir richtig dankbar.

Was ist demnächst geplant?

Eigentlich hatten wir für den Frühling ganz viele neue Motive geplant und waren da schon in der finalen Phase. Wegen des Rebrandings mussten wir das jetzt alles leider ein bisserl zurückschrauben, aber ich denke, dass wir das bald hinkriegen. Außerdem wollen wir, nachdem wir bei der Hirmer-Aktion #Kauflokal schon ein paar Sachen für Burschen im Einzelhandel anbieten konnten, jetzt auch endlich was für die Mädels in ein paar kleine Läden bringen. Das versprechen wir schon viel zu lange und langsam wird’s Zeit.

Zu viel planen wir aber auch nicht und genießen einfach, wie es momentan läuft. Ein zu langfristiger Plan bringt eh oft nichts, weil einfach immer irgendwas passiert, mit dem man gar nicht rechnet, wie wir gerade erfahren mussten. So bleibt die Marke immerhin frisch und interessant! Wir wissen ja selber nicht, was noch so passiert.

Bald solls auch die Damenkollektion im Einzelhandel geben! (c) Tom Weiler

Bald solls auch die Damenkollektion im Einzelhandel geben! (c) Tom Weiler & Bavarian Couture

Julia Haas

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