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Bienvenue à Strasbourg!

Besuch in der Hauptstadt Europas

Endlich war es soweit: Ich stand vor der Notre Dame. Nur dass ich mich nicht vor der Notre Dame in Paris befand, sondern in Straßburg. Paris, die Stadt der Liebe und Mode – wessen Traumziel ist das nicht? Aber leider wurde ich überstimmt und die Reise ging nicht nach Paris. Meine anfängliche Enttäuschung verflog jedoch schnell als ich erstmal merkte, was es alles in Straßburg zu entdecken gibt. Abgesehen von dem berühmten Weihnachtsmarkt wusste ich vorher noch nicht viel über die Stadt im Elsass.

Straßburger Münster

Straßburger Münster

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Münster, das auch als „La Notre Dame de Strasbourg“ bezeichnet wird und nicht mit der Notre Dame in Paris zu verwechseln ist. Deshalb ist sie aber trotzdem nicht weniger beeindruckend! Ganz im Gegenteil, im Inneren findet man kunstvolle Fensterfassaden in verschiedenen Farben, Grabmale, Skulpturen und insgesamt drei Fensterrosen, die typisch für Bauwerke im gotischen Stil sind. Es gibt so viel zu sehen, man weiß gar nicht auf welches Detail man zuerst gucken soll.

An einer Stelle sammeln sich besonders viele Menschen, und zwar vor der Astronomischen Uhr, die sich in der Kathedrale befindet. Sie wurde 1843 gebaut und funktioniert bis heute. Sie zeigt die Erdbahn, die Mondbahn und die Bahnen der damals bekannten Planeten, Merkur bis Saturn. Die Uhr ist zudem nach dem Straßburger Meridian eingestellt und schlägt somit statt um 12 Uhr erst um halb 1. Als ich beeindruckt vor der Uhr stehe, beginnt plötzlich ein Figurenspiel. Die kleinen Gestalten stellen die verschiedenen Lebensstufen dar – angefangen vom Kind bis hin zum Greis ziehen sie am Sensenmann vorbei. Das Figurenspiel ist toll anzusehen und sehr beliebt. Am Münster, das im vergangen Jahr sein 1000. Jubiläum feierte, führt bei einem Besuch in Straßburg kein Weg vorbei.

Astronomische Uhr im Münster

Astronomische Uhr im Münster

Direkt neben der Kathedrale befindet sich eines der schönsten französischen Bauwerke des 18. Jahrhunderts, „Le Palais Rohan“. In dem Bischofspalast befinden sich drei Museen: Das Archäologische Museum, das Kunstgewerbemuseum und das Museum für Bildende Kunst. Ich habe das Museum für Bildende Kunst besucht und kann es nur empfehlen. Es lohnt sich jedoch auch nur dem prachtvollen Gebäude wegen, einen Blick in das Schloss zu werfen.

Das Viertel La Petite France

Das Viertel La Petite France

Mein absoluter Höhepunkt war das Gerberviertel, mit dem Namen „La Petite France“. Enge Gassen aus Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäuser, kleine Brücken und charmante Cafés werden von der Ill und einigen Kanälen umflossen. Befindet man sich in der Petite France, fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Kein Wunder, dass das historische Viertel zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Umso überraschter war ich, als ich das Europaviertel besuchte. Es steht im totalen Kontrast zu „Petite France“. Im Gegensatz zu den alten Fachwerkhäusern stehen hier hohe, moderne Gebäude aus verspiegelten Glasfassaden. Auch wenn es nicht ganz so romantisch ist, beeindruckt vor allem die Tatsache, dass hier über die europäische Zukunft entschieden wird – Straßburg ist nämlich Sitz des Europarates und des Europaparlamentes. Wem das zu viel Politik ist, kann dem nahegelegenen „Parc de L’Orangerie“ einen Besuch abstatten. Die große Parkanlage ist für erholsame Spaziergänge perfekt geeignet.

Europarat

Europarat

Um einen kompletten Überblick über die Stadt zu erhalten und mehr über ihren geschichtlichen Hintergrund zu erfahren, sollte man unbedingt eine Bootsfahrt auf der Ill machen. Diese beginnt am Illufer hinter dem Palais Rohan und führt am Gerberviertel vorbei bis hin zum Europaviertel. Auch zum Shoppen ist Strasbourg bestens geeignet. Rund um das Münster gibt es viele Geschäfte: Neben bekannten Marken auch französische Modelabels, die man in Deutschland kaum findet. Selbst die Galeries Lafayette gibt es in Straßburg – somit habe ich doch noch ein Stück Paris bekommen! Nicht weit entfernt, auf dem Place Kléber, findet Samstags ein Bücherflohmarkt statt. Wer seine Französischkenntnisse verbessern möchte, findet hier mit Sicherheit etwas nach seinem Geschmack. Ein Tipp wären zum Beispiel Comics oder Märchenbücher, von denen es eine große Auswahl gibt und die leicht zu lesen sind.

Bücherflohmarkt am Place Kléber

Bücherflohmarkt am Place Kléber

Ein weiterer Flohmarkt findet neben der Thomaskirche statt, die auf dem Weg zum Gerberviertel liegt. Hier lassen sich leckere französische Spezialitäten entdecken: Verschiedene Käsesorten, Salami, Marmelade und natürlich auch die berühmte elsässische Spezialität „Tarte Flambée“. Mein Herz jedoch (und auch mein Geld) habe ich in der Chocolaterie Jacques Bockel verloren. Es gibt 150 verschiedene Schokoladensorten in allen Formen und Farben. Passend zur Osterzeit natürlich auch in Ostereiform und mit unterschiedlichen Füllungen.

Tarte Flambée

Tarte Flambée

Straßburg ist eine mehr als sehenswerte Stadt und es gibt mit Sicherheit noch viele weitere Attraktionen zu entdecken. Auch wenn Paris trotzdem meine Traumstadt in Frankreich bleibt, bin ich sehr froh über den Besuch Straßburgs und darüber, so viel Neues kennen gelernt zu haben.

Aida Yohannes

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