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Zero Waste

Ohne – Münchens erster verpackungsfreier Supermarkt

Dass es um unsere Umwelt im Moment nicht gerade rosig steht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Tierarten sind vom Aussterben bedroht, das Klima verändert sich zunehmend, unsere Meere verdrecken, die Ressourcen werden knapp – die Liste ist lang.

Einen Teil der Umweltverschmutzung macht die Müllproduktion aus. Im Jahr 2013 betrug der jährliche Verpackungsmüll in Deutschland 212,5 Kilogramm pro Kopf, mit steigender Tendenz. Zum einen liegt das wohl daran, dass immer mehr online bestellt wird, wodurch viel Paket- und Verpackungsmüll anfällt. Außerdem wird öfter unterwegs gegessen, sodass mehr Müll in Form von Tüten, Plastikschalen oder To-Go-Bechern entsteht. Zum anderen sind so gut wie alle Produkte, die man zum Beispiel im Supermarkt erwerben kann, mindestens einmal, wenn nicht sogar mehrmals verpackt. Kein Wunder also, dass die Deutschen Müll produzieren wie nie zuvor.

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„Let us not take this planet for granted.“ – Leonardo DiCaprio

Genau hier setzt das Team des Ohne-Ladens – des ersten verpackungsfreien Supermarkts in München – an. Hannah Sartin und Carlo Krauß, die schon länger eine Leidenschaft für den Zero Waste-Lebenstil hegen, hatten die Idee für den Laden und konnten sich ihren Traum mit Hilfe von Crowdfunding erfüllen. Seit Februar ist der Ohne-Laden nun in der Schellingstraße geöffnet. Die Produkte sind biologisch, meist aus der Region und natürlich unverpackt. Zusätzlich soll es auch einen Online-Bestellservice geben, wobei die Produkte mit dem Fahrrad ausgeliefert werden, um den CO2-Ausstoß möglichst gering zu halten.

Der Ohne-Laden in der Schellingstr. 42

Der Ohne-Laden in der Schellingstr. 42

Das Konzept ist recht einfach: Glasgefäße, Boxen, Stofftüten etc. bringt man selbst mit – oder man kauft direkt im Laden schöne Behälter in allen möglichen Größen und Varianten, für einen annehmbaren Preis. Direkt neben der Tür befindet sich eine Waage, wo man dann erstmal die eigenen Behältnisse abwiegt und das Leergewicht aufschreibt (Stifte und Zettel gibt’s dort). Dann kann das Shoppen auch schon losgehen. Es herrscht größtenteils Selbstbedienung, aber bei Fragen ist immer ein Ansprechpartner da.

Da sich der Ohne-Laden noch im Anfangsstadium befindet, bestehen die Produkte im Moment vor allem aus Trockenware, Obst und Gemüse, ein wenig Kosmetik und Backwaren. Aber alles bio und ansprechend präsentiert. Die Auswahl an Reis, Nudeln, Hülsenfrüchten, Körnern und Müsli ist wirklich groß und vor allem das ‚Selberzapfen‘ macht großen Spaß. Außerdem kann man sich seine Portionen genau so abmessen, wie man sie braucht. Neben Tee, Mehl, Nüssen, Zahnpasta-Kautabletten, Bio-Eiern (von Hühnern, die wirklich Freilauf haben) und vielem anderem, gibt es sogar Vodka und Gin zum selbst-abfüllen – und zwar nicht den billigen Fusel. Generell sind die Preise dort natürlich nicht gerade wie beim Discounter, aber für Bioprodukte voll in Ordnung. Außerdem gibt es noch ein kleines, ladeneigenes Café, wo man sich nach dem Shoppen noch die ein oder andere Leckerei, wie zum Beispiel die Suppe des Tages, gönnen kann.

Der erste 'Probeeinkauf'.

Der erste ‚Probeeinkauf‘.

Für mich persönlich ist der Laden leider zu weit weg, um wegen jeder einzelnen Birne hinzufahren, aber besonders für Nahrungsmittel wie Zucker, Reis oder Couscous ist der Ohne-Laden ideal. Und mal ganz ehrlich: Ein schickes Glas voller Cornflakes sieht viel schöner aus als so eine olle Verpackung. Einfach mal selbst ausprobieren! Wird das die Welt verändern und den Klimawandel auf einmal stoppen? Nein. Aber es ist ein Anfang.

Amelie Gutbier

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