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UnikaTest: mycoffeecap – die nachfüllbare Kaffeekapsel

Nespresso für Umweltfreunde und Sparfüchse

Nespresso-Maschinen stellen Kaffeeliebhaber bei jeder Tasse ihres geliebten Heißgetränks vor ein Dilemma: aromatischer Kaffee versus Verantwortung und Geldbeutel. Bei so vielen Überlegungen droht die unbeschwerte Dolce-Vita-Leichtigkeit des Kaffee-Genusses auf der Strecke zu bleiben. Mit mycoffeecap könnte damit nun Schluss sein. Nachhaltig, gesund und sparsam soll sie Nespresso-Maschinen-Besitzer ihren Kaffee wieder unbeschwert genießen lassen. Wir haben uns die nachfüllbare Kaffeekapsel einmal genauer angeschaut.

Kaffee

Leckerer Kapsel-Kaffee ohne schlechtes Gewissen? Mit mycoffeecap könnte das gelingen.

Mit einer erstklassigen Qualität, einem beeindruckenden Kundenservice und der perfekten Inszenierung behauptet Nespresso seit dem Durchbruch 1991 die Position als Mercedes unter den Kapsel-Automaten. Die hübschen Maschinen sind für die Mitglieder der Nespresso-Gemeinschaft mehr als nur ein Küchengerät – Pixie, Inissa oder Latissima sind ihr ganzer Stolz und stets zu Diensten, wenn eine Auszeit gebraucht wird. Vor allem Umweltschützer und Sparfüchse stehen Nespresso-Maschinen jedoch kritisch gegenüber. Gefertigt aus Aluminium, glänzen die Kapseln einerseits weder mit einer vorzeigbaren Öko-Bilanz noch mit einer hohen Recyclingquote bei der Entsorgung im Haushaltsmüll. Andererseits geht ein Heim-Kaffee bei einem Preis von mindestens 0,35 € pro Becher vor allem für Kaffeejunkies schnell ins Geld.

Schonender Kaffee-Genuss für Geldbeutel und Umwelt

Genau diesen Hauptkritikpunkten – Nachhaltigkeit und Sparsamkeit – stellt sich nun die nachfüllbare Kaffeekapsel mycoffeecap. Aus hochwertigem Edelstahl gefertigt sind die Kapseln laut Hersteller unbegrenzt nutzbar. Lediglich die Membranen aus Silikon sollten nach circa 80 – 120 Tassen ausgetauscht werden. Den Nachhaltigkeits-Test bestehen die Kapseln damit mit Bravur.

Kaffe-insgesamt

Kapsel, Scoop und Kaffeepulver – fertig ist das mycoffeecap-Set.

Eine Edelstahlkapsel ist im Set mit je einer Aromamembran für Espresso sowie Lungo und einer Einfüllhilfe – genannt Scoop – für circa 20 € erhältlich. In die Preisbilanz fließt außerdem Pulver, dessen Preis von Geschmack und Zahlungsfreudigkeit des Trinkers abhängt. Auch wenn der genaue Preisunterschied schwer festzumachen ist, spricht der Hersteller bereits bei vier Tassen Kaffee täglich von einer Ersparnis von bis zu 500 Euro im Jahr. Insgesamt schlägt mycoffeecap die Nespresso-Kapseln damit auch im Preis-Vergleich deutlich.

„Bei zum Beispiel vier Tassen Kaffee pro Tag kann die Ersparnis – im Vergleich zu befüllten Kapseln – leicht 500 Euro pro Jahr betragen.“

In der Theorie scheinen die nachfüllbaren Kaffeekapseln tatsächlich das Potential zu haben, das Nespresso-Dilemmas zu lösen. Ob sich dieser Eindruck auch in der Praxis bestätigt, zeigt unser UnikaTest.

Kaffee-Genuss mit mycoffeecap: der Test

Laut Hersteller eignet sich jedes Pulver für die mycoffecap Kapsel. Wir haben uns für den venezianischen Goppion Caffé entschieden – Gold glänzend passt dieser perfekt in die Weihnachtszeit. In der Anleitung wird darauf hingewiesen, das Pulver ohne Druck in die Kapsel zu füllen, da das Wasser das Pulver sonst nicht durchdringen kann. Gesagt, getan: Wir geben das Pulver ganz sanft bis zum Rand in unsere Kapsel und begradigen den Kaffeeberg mit der beigelegten Einfüllhilfe – dem Scoop.

Kaffe-einfuellen

Wichtig beim Einfüllen: ohne Druck arbeiten!

Nun stellt sich die Frage: Espresso oder Lungo? Denn danach richtet sich die Wahl der Aromamembran. Dank die vielen Löchlein erhalten wir mit der rotbraunen Variante den Lungo, während durch die Aussparungen in der schwarzen Membran der Espressoknopf fließt. Wir brauchen gerade einen Energiekick und bringen daher die schwarze Membran auf der Kapsel an. Auflegen, von allen Seiten festdrücken und fertig ist die DIY-Nespressokapsel.

Diese wandert anschließend wie gewohnt in die Maschine. Da sie sich in der Form nicht vom Original unterscheidet, passt die mycoffeecap Kapsel perfekt in die Brühvorrichtung unserer Pixie. Wir drücken den Espressoknopf und warten gespannt auf das Gebräu – doch leider vergeblich. Scheinbar haben wir das Kaffeepulver zu stark in die Kapsel gedrückt, sodass das Wasser anstelle in die Tasse zu laufen nur das Pulver durchnässt. Der erste Versuch ist also gescheitert. Auf ein Neues!

Kaffee-versuche

Kein Kaffee oder geschmacklose Brühe: Unsere ersten beiden Kaffees sind ungenießbar.

Übung macht den Meister

Wir befüllen die Kapsel nun mit einer geringeren Menge an Kaffeepulver und achten besonders darauf, dabei keinen Druck auszuüben. Espresso-Knopf drücken, abwarten – das Wasser läuft! Nur hat die ockerfarbene Brühe dieses Mal im Geschmack weniger mit Kaffee als mit abgestandenem Wasser zu tun. Damit ist leider auch der zweite Versuch kein Erfolg.

Doch wir geben die Hoffnung nicht auf und variieren weiter den Druck und die Menge des Pulvers. Und siehe da: Nach circa fünf Versuchen gelingt uns ein erster genießbarer Kaffee aus der mycoffeecap Kapsel – und dieser steht jenem aus der Nespressokapsel im Geschmack an keiner Aromanuance nach.

Unser Fazit

Auf den ersten Blick hält mycoffeecap was es verspricht: Die Kapseln sind zweifellos umweltfreundlicher und sparsamer als die Nespresso-Variante. Dank der Eignung für alle erdenklichen Kaffeepulver kann der Kaffee-Genuss bei dem wiederverwendbaren System ebenso geschmacklich individualisiert werden, wie es die Vielfalt der Nespresso Grand Crus ermöglicht.

Ein entscheidender Vorteil des Nespresso Systems ist seine leichte Handhabung. Ist die Basisfunktionsweise bekannt, gelingt ein Kaffee mit einer Nespressokapsel ohne jegliche Kenntnisse. Damit ein genießbarer Kaffee aus einer mycoffeecap Kapsel läuft, bedarf es einigen Übungsdurchläufen. Fehlt euch hierzu die Lust, werdet ihr trotz den Vorteilen in Sachen Umwelt und Budget wenig Freunde an eurem Kaffee aus der wiederverwertbaren Kapsel haben.

Doch wir sind der Meinung: Die Mühe lohnt sich! Wenn die ersten Versuche scheitern, verliert ihr ein paar Löffel Kaffeepulver, ein bisschen wertvolle Zeit und einige Nerven. Habt ihr den Dreh jedoch raus, gelingt der mycoffeecap-Kaffee genauso leicht wie der originale aus der Nespresso-Kapsel. Nur ohne schlechtes Gewissen und mit ein bisschen mehr Handarbeit.

Johanna Böllmann

1 Kommentar

  1. Ich habe es gakauf aber leider funktioniert einfach nicht bei mir. Das Wasser geht nicht durch.

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