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Fesch auf die Wiesn

Ohne Dirndl und Lederhosen geht niemand mehr

Es ist wieder so weit! Geschäftiges Treiben auf der Theresienwiese und Countdowns bis zum legendären „O’zapft is!“ erinnern uns, dass bald die fünfte Jahreszeit in München beginnt: die Wiesn. Doch nicht nur die Wirte und die Standbetreiber bereiten sich vor, auch die Münchner und Zuagroste fragen sich:

Was ziehe ich dieses Jahr an?

Kaum einer geht noch ohne Tracht auf das Oktoberfest, selbst Touristen aus aller Welt wollen passend angezogen sein. Beginnen wir mit den simplen Dingen, die ein Bayer im Schlaf beherrscht: Der Mann trägt Lederhose und Trachtenhemd, je nach Belieben auch Wadelwärmer, Haferlschuhe und einen Janker oder eine Weste. Die Frau kann sowohl ein Dirndl, als auch eine Lederhose mit Bluse anziehen.

Das richtige Dirndl

Beim Dirndl kann sich die Frau zwischen knie-, waden- und knöchellang entscheiden. Dabei gilt: unbedingt die Mindestlänge bis zum Knie einhalten, alles was darüber ist, wirkt nicht mehr traditionell, sondern zu aufreizend. An Farben gibt es mittlerweile eine große Auswahl, von grellen Neontönen sollte man jedoch die Finger lassen. Außerdem muss das Dirndl eng sitzen, auch wenn das Atmen dann etwas schwerer fällt, tragen viele im Dirndl eine Nummer kleiner als ihre normale Kleidergröße.

Hier gilt das Motto: Wer schön sein will, muss leiden.

Die Schuhe sollten eher schlicht sein, passend sind vor allem Ballerinas oder Stiefeletten. Wer keine Beine wie ein Supermodel besitzt, sollte keine klobigen Bergstiefel tragen. Ein No-Go beim Dirndl ist, keine Bluse zu tragen, denn auch mit Bluse hat Frau die Möglichkeit, Ausschnitt zu zeigen. Fragwürdig bei den Damen bleiben große, leuchtende Hasenohren und Blumenkränze im Haar. Die Wiesn bitte nicht mit Playboy-Partys oder Elektro-Festivals verwechseln!

Das Dirndl sitzt erst dann richtig, wenn das Atmen schwerer fällt.

Das Dirndl sitzt erst dann richtig, wenn das Atmen schwerer fällt.

Fesch in Lederhosen

Wer die passende Lederhose tragen will, muss ein bisschen investieren: unter 200 Euro findet man wenig, das gut sitzt und gut aussieht. Aber es muss nicht unbedingt die teure Hirschlederne sein, auch das Leder vom Rehbock oder der Ziege kann gefallen. Vor allem beliebt sind enge Lederhosen bis zum Knie, die einen speckigen Glanz aufweisen, daher gilt: Lederhosen nie ganz reinigen, denn je mehr Fett, desto gebrauchter und traditioneller sieht sie aus. Die meist grünen Stickereien sollten sichtbar, aber nicht zu auffällig sein, andere Motive wie z.B. Totenköpfe sind ein No-Go.

Hosenträger sind kein Muss, falls sie aber  getragen werden, sollten sie zur Lederhosen passen. Wer die Träger nach unten hängen lässt, kann sie auch zuhause lassen! Absolut prollig ist, wer oben ohne in Lederhosen kommt. Aber statt zum T-Shirt oder, noch schlimmer, Polohemd, sollte man zum Trachtenhemd mit Karomuster greifen. Bei den Accessoires gilt das Motto: weniger ist mehr. „Charivari“ nennt man den Schmuck, den man direkt an der Lederhosen trägt, alles andere, wie Sonnenbrillen mit blau-weißen Rauten, ist nur etwas für Touristen.

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Die klassische Verzierung der Lederhosen ist Eichen- und Weinlaub.

Frau in Lederhose – geht das?

Na klar! Die Frauen sollten jedoch darauf achten, dass die Hose nicht zu kurz oder zu eng ist. Auch für sie gilt: eine Trachtenbluse für oben und kein Top oder Shirt. Auf die Schuhe sollte man ebenfalls achten, am besten etwas, das die Beine verlängert, damit es nicht zu maskulin wirkt.

Ist die Tracht überhaupt noch traditionell?

Natürlich kann man sich fragen, ob die bayerische Tracht noch Tradition hat, wenn sie mittlerweile jeder zum Oktoberfest trägt. Der ein oder andere Münchner mag hier auch ein wenig komisch schauen, wenn er mit jemandem in Tracht anstößt, der nicht mal „Prost“ versteht. Sofern man aber eine gute Tracht besitzt und keine schlimmen Nachahmungen vom Hauptbahnhof trägt, freut sich letztendlich auch ein Urbayer, dass die Tracht so gut ankommt.

Sandra Will

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