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„About A Girl“

Von der Todessehnsucht zur Lebenslust

„Ich weiß, dass ich irgendwann mal sterben muss. Passiert jedem.

Das ist wohl sowas wie der Clue an der Sache mit dem Leben.“

Diese Worte stammen aus dem Mund der 15-jährigen Charleen, Protagonistin der deutschen Komödie „About A Girl“. Unter der Regie von Mark Monheim wird das Tabuthema Tod vielfältig aufgegriffen und das auf erstaunlich unterhaltsame Art und Weise. „About A Girl“ ist ein sehr humorvoller Film über ernste und jeden betreffende Themen. Er handelt von der Auseinandersetzung eines rebellischen Teenagers mit dem Leben und dem Tod. Jana Fritzi Bauer in der Hauptrolle wurde für ihre Leistung mit dem Bayerischen Filmpreis 2014 als Beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

Sabine (Heike Makatsch) holt ihre nur leicht verletzte Tocher nach dem missglückten Selbstmordversuch vom Krankenhaus ab © IMBISSFILM

Sabine (Heike Makatsch) holt ihre nur leicht verletzte Tocher nach dem missglückten Selbstmordversuch vom Krankenhaus ab © IMBISSFILM

Die Protagonistin Charleen beschließt, sich mit ihren zarten fünfzehn Jahren aus einer Laune heraus das Leben zu nehmen. Allerdings scheitert sie an diesem Versuch. Bei dem Psychotherapeuten mit recht eigenwilligen Praktiken (Nikolaus Frei), den sie anschließend aufsuchen muss, trifft sie auf den Klassenstreber Linus (Sandro Lohmann) und so nimmt das Leben seinen Lauf…

Von passender Musik begleitet wird der Zuschauer in eine berührende Geschichte entführt, die zum Nachdenken anregt. Die freche deutsche Komödie überzeugt vor allem durch ihre profilierten Charaktere: die chaotische Mutter Sabine (Heike Makatsch), ihr ehemaliger Mann Jeff (Aurel Manthei), ihr jetziger Freund Volker (Simon Schwarz), der Biolehrer von Charleen, deren beste Freundin Isa (Amelie Plaas-Link), Charleens Oma Emmi (Dorothea Walda), Charleens nerviger Bruder Oscar (Lauritz Greve) und natürlich Linus und Charleen.

Charleens Eltern Sabine (Heike Makatsch) und Jeff (Aurel Manthei) können auch zusammen lachen, obwohl sie nicht mehr zusammen sind © IMBISSFILM

Charleens Eltern Sabine (Heike Makatsch) und Jeff (Aurel Manthei) können auch zusammen lachen, obwohl sie nicht mehr zusammen sind © IMBISSFILM

Eindrucksvoll sind auch die interessanten Dialoge. So stellt Charleen Linus folgende Frage:

„Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du ewig leben könntest?“

Seine Antwort lautet: „Nichts mehr. Weil’s egal wär‘. Und du, wenn du wüsstest, dass es morgen vorbei ist?“

Charleen: „Nichts mehr. Weil’s egal wär‘.“

Charleen (Jasna Fritzi Bauer) und Linus (Sandro Lohmann) © IMBISSFILM

Charleen (Jasna Fritzi Bauer) und Linus (Sandro Lohmann)
© IMBISSFILM

Dieser Film ist eine Ode an das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Und so paradox es auch klingen mag, er ist ebenso eine Ode an den Tod, der das Leben erst so wertvoll macht.

Katharina Häuser

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