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Feierdog im Bandinterview

„Zu stark am Glas, um Mädels aufzureißen“

Ein Ingenieur, ein Abiturschüler, ein BWL-Student, ein Politikstudent und ein Landwirt – Diese Kombination allein klingt schon interessant. Gibt man diesen Jungs dann noch ein paar Instrumente in die Hand, entsteht Musik, die sich hören lassen kann: Die Band Feierdog überzeugt seit vier Jahren mit gemütlichem, bayerischen Rock und selbst geschriebenen Texten. Die Gruppe bestehend aus Tobi Oberpaul (Gitarre), Johannes Kiser (Gesang), Joe Kellerer (Schlagzeug), Maxi Lacher (Bass) und Jakob „Jagge“ Schuster (Gitarre, Gesang) kann mittlerweile nicht nur eine ansehnliche Facebook-Fangemeinde, sondern auch das erste selbstproduzierte Album vorweisen. Höchste Zeit, dass unikat die Jungs einmal genauer unter die Lupe nimmt.

"Gmiadlich, griabig, bayrisch": Feierdog. (c) Philipp Tomac

„Gmiadlich, griabig, bayrisch“: Feierdog. (c) Philipp Tomac

Wie kam es zur Bandgründung?

Jagge: Da waren der Hannes, der Maxi und ich auf einem Geburtstag und da hatten wir dann diese Idee, dass man ja eventuell Musik auf bayerisch machen könnte. Der Hannes meinte dann gleich, er hätte wen, der Gitarre spielen könnte, den Tobi.“

Hannes: Ja für den Tobi war des aber damals noch seine „zweite Band“, bis er dann gemerkt hat, dass hier richtig was geht mit uns.“

Wie seid ihr zu eurem Namen gekommen?

Tobi: An einem Feierdog musst du nichts tun und da geht’s dir immer gut. Also ein Feierdog ist immer etwas Schönes und das passt einfach zu uns.  Aber auf unseren ersten fünf Konzerten hatten wir am Anfang lauter verschiedene Namen: Feierobnd, Feierdorf, Fire Dog…“

Wieso singt ihr ausgerechnet auf bayerisch?

Jagge: Warum nicht? Das ist unsere Sprache – wir dachten uns: Hochdeutsch sowieso nicht, das mögen wir nicht und englisch können wir nicht richtig. Bayerisch können wir halt alle gescheid.“

Hannes: Das würde auf hochdeutsch so auch gar nicht richtig funktionieren.“

Wer von euch schreibt die Lieder und woher kommen die Ideen?

Tobi: Die Musik schreiben der Jagge und ich, aber auch manchmal der Maxi.“

Hannes: „Das ist schon sehr kollektiv, aber die Texte kommen meistens von mir.“

Jagge: Einer bringt halt seine neue Idee zur Bandprobe und aus der Idee wird dann was gemacht.“

Wer gibt hier den Ton an?  (c) Philipp Tomac

Wer gibt hier den Ton an? (c) Philipp Tomac

Was war euer bester Auftritt bisher und warum?

Hannes: Da ist natürlich als Highlight das LaBrassBanda-Konzert zu nennen, bei dem wir als Vorband spielen durften. Das war höchst profitabel, richtig genial. Da waren so 2.000 Leute – einfach eine super Stimmung.“

Habt ihr ein Ritual vor den Auftritten?

Jagge: Wir gehen alle in einen Kreis und fassen uns an den Schultern und dann ruf ich „Saufen, Kiffen, Kotzen, Koma, Magenpumpe!“ und alle antworten „Geil!“ – und das Ganze  zweimal. Das ist von Deichkind.“

Maxi: Das machen wir auch wirklich schon seit dem ersten Auftritt.“

Hannes: Und wir trinken auch meisten eine Halbe davor.“

Tobi: „Normalerweise haben wir aber eine „Davor nicht zu viel trinken“-Regel, wie bestimmt jede Band. Aber bei uns gibt es die Joker-Regelung: Wenn du quasi wegen zu viel Alkohol auf der Bühne einen Fehler machst, dann hast du deinen Joker gezogen – wenn es dir nochmal passiert, musst du einen Kasten zahlen. Aber bei großen Auftritten wie LaBrassBanda gibt’s natürlich Jokerverbot. Es gibt aber auch Auftritte, da gibt es Jokerpflicht…“

Maxi: Das sind meistens die besseren Auftritte!“

Ist euch schonmal etwas richtig Peinliches auf der Bühne passiert?

Hannes: Ich bin mal ins Schlagzeug gefallen. An dem Abend habe ich auch meinen Joker verloren.“

Jagge:

„Ich wollte bei einem Auftritt Stagediven, nur hat mich keiner aufgefangen.“

Von links: Hannes, Tobi, Jagge, Joe und Maxi.  (c) Philipp Tomac

Von links: Hannes, Tobi, Jagge, Joe und Maxi. (c) Philipp Tomac

Was wäre ein absolutes No-Go?

Tobi: Sächsisch.“

Hannes: „Solche Shows, in denen der Gabalier auftritt. So diese ganzen pseudo-bayerische Künstler gehen gar nicht – das hat nichts mehr mit echter bayerischer Musik zu tun. Ich würd auch nie so im Schlagergarten oder Musikantenstadl auftreten.“

Jagge: Wir sind ja keine Coverband vom Volksfest.“

Was ratet ihr anderen Nachwuchsbands?

Tobi: Man braucht Spaß an der Sache, aber auch ziemlich viel Glück.“

Hannes: „Man muss aber auch dahinter bleiben, neue Songs schreiben und die Kontakte pflegen. Also Eigeninitiative ist gefragt.“

Maxi: Eigentlich kann man nur raten: Habt einfach nur Spaß dabei. Anders haben wir auch nicht angefangen.“

Tobi: Das haben auch die Leute gemerkt, dass wir richtig Bock drauf haben. Und so haben wir dann wiederum jemand kennengelernt, der uns dann größere Auftritte verschafft hat.“

Joe: Wenn man es darauf anlegt, funktioniert es halt meistens nicht. Und noch ein Tipp:

„Wenn ein Bierkasten im Bandkeller steht, ist es nie verkehrt – am besten Augustiner!“

Wie seid ihr live? "Überragend." (c) Philipp Tomac

„Gmiadlich, griabig, bayrisch“: (c) Philipp Tomac Feierdog

Apropos Augustiner: Wer verträgt denn am meisten von euch?

Tobi: „Also der Hannes ist schon weit vorne dabei und der Joe ist es schon mal sicher nicht!“

Hannes: „Der Jagge ist aber schon auch sehr stark am Glas…“

Und wer hat den meisten Erfolg bei den weiblichen Fans?

Hannes: Also der Joe hatte da so eine in St. Ottilien und der Jagge hätte gern mehr…“

Tobi: Wir sind halt aber doch stärker am Glas.“

Hannes: Zu stark!“

Müssen sich nicht verstecken: Feierdog,  (c) Philipp Tomac

Müssen sich nicht verstecken: Feierdog, (c) Philipp Tomac

Wer jetzt wissen möchte, wie sich Feierdog anhört, kann auf Facebook oder ihrer Website in das neue Album „Hobts uns doch gern“ reinhören. Empfehlen können wir die überragenden Live-Auftritte der Jungs, zum Beispiel den nächsten auf dem Fürstenfeldbrucker Altstadtfest am 24. Juli 2015.

Viktoria Lack

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