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„Melody’s Baby“

Kind für Geld

In Deutschland ist die Frau, die das Kind geboren hat, rechtlich gesehen die Mutter des Kindes. Deswegen ist Leihmutterschaft hierzulande auch illegal. Denn bei der Leihmutterschaft bietet eine Frau an, das Kind einer anderen Frau auszutragen. Zum Beispiel weil diese andere Frau krankheitsbedingt keine Gebärmutter mehr hat, oder aus anderen Gründen keine Kinder bekommen kann. Dass diese Konstellation Konflikte mit sich bringt, ist klar.

In Deutschland ist eine Leihmutterschaft illegal

Obwohl Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, finden Frauen oder Paare natürlich ihre Wege um sie trotzdem in Anspruch zu nehmen. In vielen Fällen führt dieser Weg über das Ausland. In der Ukraine beispielsweise gilt die genetische Mutter als rechtliche Mutter und nicht die gebährende. Das ebnet den Weg zum Kinderwunsch.

Die reiche Emily sucht nach einem Weg ein Kind zu bekommen, © Copyright MFA+ FilmDistribution e.K

Die reiche Emily sucht nach einem Weg ein Kind zu bekommen, © Copyright MFA+ FilmDistribution e.K

Genau diesen Weg geht auch die reiche Geschäftsfrau Emily (Rachel Blake). Da sie selbst keine Kinder bekommen kann, entscheidet sie sich für die Leihmutterschaft. Parallel zu diesem Entschluss wird ein weiterer gefällt: Die junge Friseuse Melody (Lucie Debay), die finanzielle Probleme hat, entschließt sich dazu, sich als Leihmutter anzubieten. Sie will so genug Geld verdienen, um einen eigenen Friseursalon zu eröffnen. Die Leihmutterschaft und die damit verbundenen Probleme, die sie schon erahnt, sind für sie mit einem Satz gerechtfertigt:

„Es ist besser als arm zu sein.“

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Melody verzweifelt an ihrem Schicksal, © Copyright MFA+ FilmDistribution e.K

Was Regisseur Bernard Bellefroid hier in seinem neuen Film „Melody’s Baby“ zeigt, ist auf beeindruckende Art in keinster Weise wertend. Die beiden Frauen Emily und Melody werden authentisch dargestellt, man wird als Zuschauer nicht dazu verführt in Schubladen zu denken. Es gibt kein Gut und Böse. Es gibt nur die Schicksale der beiden Frauen, die mit der Dramatik ihres Schicksals überfordert sind und die Leihmutterschaft als Ausweg sehen.

Bellefroid stellt die Problematik der Leihmutterschaft völlig wertfrei dar

Bellefroid stellt die Beziehung zwischen Emily und Melody in den Mittelpunkt, die sich während der Schwangerschaft intensivst miteinander auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung führt neben Konflikten aber auch zu einer tiefen Verbundenheit, die die ganze Geschichte noch mehr unter die Haut gehen lässt.

Ein Film, der Tränen in die Augen treibt, wenn man sich auf die Geschichte einlässt und sich von Bernard Bellefroid in eine Welt entführen lässt, in der nichts schwarz-weiß ist, sondern die unterschiedlichsten Schattierungen von richtig und falsch zeigt. Das ist ein Film mit einem überraschenden Ende, über den man noch Tage später nachdenken muss. Ein Kinobesuch lohnt sich!

Kinostart ist am 14. Mai 2015

Jana Heigl

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