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„Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.“

„Unser Plan ist kein Plan“

Vier Jungs vom Land, drei Blechblasinstrumente, ein Akkordeon und die Liebe zur Musik: Über sechs Jahre lang begleitet Regisseurin Barbara Weber die bayerische Band Kofelgschroa auf ihrem langen Weg zum Erfolg. Dabei fängt sie Glücksmomente auf der Bühne ein, genauso wie das ganz normale Dorfleben der Jungs aus Oberbayern. Auch als die Band in einer tiefen Krise steckt, ist Barbara Weber ganz nah dran und erfährt von den Zweifeln und Ängsten der vier jungen Musiker. Ihre Doku „Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.“, die am 15. Mai auf DVD erscheint, ist ein unaufgeregtes Porträt voller Musik und Poesie –  authentisch, nachdenklich und echt.

„Da trifft sich Musik und trifft sich Poesie und trifft sich auch Unterhaltung“

Michi, Maxi, Matthias und Martin (v.l.): Vier bayerische Jungs, die ihr eigenes Ding machen, (c) Südkino/Movienet

Michi, Maxi, Matthias und Martin (v.l.): Vier bayerische Jungs, die ihr eigenes Ding machen, (c) Südkino/Movienet

Oberammergau, 2007. Im Schatten des Hausberges Kofel gründen die Freunde Maximilian Pongratz, Matthias Meichelböck, Michael von Mücke und Martin von Mücke eine Band, die eigentlich  Kofelmusik heißen soll. Doch als Maxis Lehrmeister dessen Gesang wohlmeinend als „Gschroa“ (dt. „Geschrei“) bezeichnet, wird das nochmal fix geändert. Ihre Heimatverbundenheit merkt man den Jungs aber nicht nur am Bandnamen an, auch ihre Musik klingt dank Horn, Tuba, Gitarre und Akkordeon auf den ersten Ton typisch bayerisch. Das Ganze deshalb schlicht als „Volksmusik“ zu bezeichnen, wäre aber doch zu einfach. Kofelgschroa haben von Anfang an ihren ganz eigenen Sound, ihre Melodien sind melancholisch, hypnotisch, verträumt, Maxis Songtexte gewitzt, intelligent, poetisch. Sie spielen in Kneipen und auf Dorffesten, zur Not aber auch in Fußgängerzonen – selbst wenn das bedeutet, immer wieder vor der Polizei wegrennen zu müssen. Diese bedingungslose Hingabe zahlt sich aus: 2012 erscheint das erste Album „Kofelgschroa“. Dazu sagt Michi:

„Wir haben eine Platte gemacht, weil wir eine Platte machen wollten und nicht, weil wir bekannt werden wollten. Und das spricht sich herum.“

Der Sound von Kofelgschroa kommt an, bald spielen die Jungs auf Festivals vor einem Publikum, das ihre Texte auswendig kennt und sich wie in Trance mit geschlossenen Augen zu ihren Melodien wiegt. Auch wenn das gar nicht ihr Plan war – bekannt geworden sind sie trotzdem. Von dem Rummel um ihre Band lassen sich die vier Urbayern aber nicht sonderlich beeindrucken. Bodenständig sind sie geblieben, auch das zeigt die Doku. Nach einem Wochenende voller Auftritte geht es für Michael montags wieder in die Schmiede, Martin hütet Ziegen – ein ganz normales Dorfleben, entschleunigt und weit entfernt von der sonst so modernen Welt. Hier ticken die Uhren noch anders, langsamer und leiser. Langsam und leise, das scheint auch eine passende Beschreibung für die Jungs selbst zu sein. Abseits der Bühne wirken sie nachdenklich, fast unsicher, auf Interviewfragen antworten sie zögernd und mit Bedacht. Doch gerade dieses Zaudern und Zögern, das auf eine wunderbar melancholische Art und Weise auch die ganze Dramaturgie des Films bestimmt, wie Regisseurin Barbara Weber erzählt, macht Maxi, Michael, Martin und Matthias so authentisch, echt und vor allem sympathisch – so wie die Musik von Kofelgschroa.

Kofelgschroa live auf der Bühne, (c) Südkino/Movienet

Kofelgschroa live auf der Bühne, (c) Südkino/Movienet

Neugierig geworden? Den Trailer zum Film könnt ihr euch hier anschauen. Es wird aber noch besser:

Zum DVD-Start von „Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.“ am 15. Mai verlosen wir zwei Exemplare der Doku. Um zu gewinnen, einfach hier unter den Artikel einen Kommentar schreiben, warum ausgerechnet ihr gewinnen solltet. Und mit ein klein bisschen Glück gehört euch schon bald ein Exemplar.

Carina Diemann

1 Kommentar

  1. Endlich mal jemand der nicht immer an „schneller, höher, weiter“ denkt. Ich fand die Einstellung der vier Jungs im Trailer schon sehr sympathisch und würde mir jetzt gern den gesamten Film ansehen.

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