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Fünf Studententypen, die jeder kennt

Welcher Studententyp bist du?

In jeder Vorlesung lassen sich verschiedene Studententypen finden

In jeder Vorlesung lassen sich verschiedene Studententypen finden

Ein neues Semester in der Uni hat begonnen. Und auch wenn wir die süße Freizeit meist nur ungern gegen Vorlesungen und Seminare eintauschen, so freuen wir uns doch, unsere geliebten Kommilitonen wiederzutreffen. Denn diese sind nicht nur Leidensgenossen im drögen Alltag. Einige von ihnen tragen auch hin und wieder zu unserem persönlichen Vergnügen bei. Hier findet ihr die fünf typischen Studenten, die in so gut wie jedem Studiengang vertreten sind.

Der „Ich bin so unglaublich wichtig“-Student

Wie dieser Student überhaupt noch die Zeit aufbringt, um ein Studium zu absolvieren, ist vielen schleierhaft. So steht er doch schon mit beiden Beinen im Beruf, den seine Kommilitonen noch anstreben (zumindest hat dies den Anschein). Eigentlich lässt er sich nur noch zum Spaß in der Uni blicken. Grundsätzlich erscheint er zu spät zu Seminaren und Vorlesungen, meist beendet er währenddessen sogar noch ein (natürlich lebenswichtiges) Telefonat. Anstatt sich, wie die meisten anderen Studenten, nun ruhig und unauffällig einen Platz zu suchen, wird eine große „Ich habe den Raum betreten, huldigt mir“-Show abgezogen. Einige Kommilitonen vermuten allerdings, dass sich der Betroffene vor Seminaren absichtlich auf der Toilette herumdrückt, bis der Kurs begonnen hat und das Handy bei Betreten des Raumes nur symbolisch ans Ohr hält. Denn gerade wenn Studenten auf ihre äußere Wirkung derartig erpicht sind, steckt dahinter meist mehr Schein als Sein.

Student oder Unternehmer? Manche sind einfach beides

Student oder Unternehmer? Manche sind einfach beides

Der „Ich bin eigentlich zu gut“-Student

Oft haben sie das beste Abitur ihres Jahrgangs geschrieben und sind es gewohnt, in diesem kleinen Kosmos gebührend hervorgehoben zu werden. Da stellt die Anonymität der Uni zunächst ein mächtiges Hindernis dar. Doch auch das lässt sich natürlich meistern. Viele dieser Studenten sind selbstverständlich in Fächern mit hohem NC vertreten – teils aus wirklichem Interesse, teils auch aus dem Pflichtbewusstsein, mit ihrem guten Abitur auch etwas Sinnvolles tun zu müssen. In Geisteswissenschaften ist dieser Studententyp oft weniger zu finden. Ganz nach dem Motto: „Nach dem Bachelor werde ich dann noch was wirklich Wichtiges, wie Informatik oder so studieren. Ich hatte so ein gutes Abi, da wäre es doch Verschwendung, nur eine Geisteswissenschaft zu studieren!“.

 Die viel zu coole Socke

Diese Studenten-Spezies ist besonders im Sommer relativ selten in der Uni vertreten. Denn bei gutem Wetter macht es doch wesentlich mehr Spaß, mit seinem Skate – Oh, Entschuldigung – Longboard durch die Stadt zu cruisen oder am Eisbach zu chillen. Referate und Hausarbeiten werden grundsätzlich auf den letzten Drücker erledigt, damit man ja keine Party sausen lassen muss. Diesen Studententyp trifft die Bologna-Reform besonders hart, denn so ist es leider nicht mehr möglich, sein Studium auf endlos lange Zeit hinauszuzögern. Doch gerade in langweiligen Seminaren kann man mit diesen Studenten – wenn sie ausnahmsweise mal anwesend sind – gut die Zeit tot schlagen.

Lieber skaten als zur Uni - manche Studenten sind bei gutem Wetter nur selten zu sehen.

Lieber skaten als zur Uni – manche Studenten sind bei gutem Wetter nur selten zu sehen.

Der „Mama-macht-das-schon“-Student

Gerade durch die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre, werden die Studenten immer jünger und sind teilweise erst 17 Jahre jung, wenn sie ihr Studium beginnen. Manche meistern den Umzug in die große Stadt dennoch mit Bravour, andere bleiben lieber im trauten Heim und pendeln – was oft mehr der Wille der Eltern als der des Kindes ist. Denn loszulassen ist für die meisten Eltern schwer, jedoch scheinen einige den Absprung wohl nicht geschafft zu haben. Da wird telefoniert, ob das Kind auch eine Mütze dabei hat, und damit das arme, überarbeitete Kleine sich voll und ganz auf seine universitären Aufgaben konzentrieren kann, muss es natürlich nicht auch noch im Haushalt mithelfen. Um im Studium nicht zu versagen, guckt Mama auch gerne über alle Referate und Hausarbeiten, fragt den Klausurstoff ab – und ist mit dem Überreichen des Bachelor-Zeugnis mindestens so schlau wie das eigene Kind geworden.

Der absolut verplante Student

Dass diese Art von Studenten es überhaupt rechtzeitig geschafft hat, sich einzuschreiben, grenzt an ein Wunder – oder wurde wohl durch die Achtsamkeit von Eltern und Freunden ermöglicht. Denn dieser Studententyp scheint seinen Kopf regelmäßig abzuschalten oder eben über andere, wichtigere Dinge als die Uni nachzudenken. Der typische Spruch „Wie, ich hab heute ein Referat!?“ oder auch „Ach, wir hätten die Gebühren schon überweisen sollen?“, genauso wie „Was, die Prüfungsanmeldung ist schon vorbei!?“, ist mit absoluter Sicherheit in jedem Semester von ihnen zu hören. Zumeist gewöhnen sich ihre Kommilitonen aber daran und erinnern ihre verplanten Mitmenschen regelmäßig an die kommenden Termine, sodass spätestens im fünften Semester jede Frist reibungslos eingehalten wird.

Ein leerer Hörsaal ohne Studenten wäre viel zu langweilig

Ein leerer Hörsaal ohne Studenten wäre viel zu langweilig

Alles nur ein Klischee?

Auch wenn diese Auflistung sehr dem Klischee eines Studenten entspricht und wir doch schon seit Live of Brian wissen, dass wir alle Individuen sind, sind diese fünf Studententypen tatsächlich in den meisten Studiengängen zu finden. Aber auch wenn sie manchmal – wie wir alle – etwas anstrengend sind, hat ihr Verhalten durchaus auch seine Vorteile. Sei es die bloße Unterhaltung beim Beobachten, die selbstgemachten Pausenbrote der Mutter, die dem Kind viel zu viel sind und die es großzügig im Seminar verteilt oder die geduldigen Erklärungen der Überflieger – ohne diese Studenten wäre die Uni doch wesentlich langweiliger oder?

Charlotte Horsch

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