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Teneriffa- reif für die Insel!

Insel des ewigen Frühlings

Flughafen München, es ist Boarding Time, große Vorfreude auf die Sonne, Ziel: Teneriffa. Erster Gedanke im Flieger: Wir senken hier gewaltig den Altersdurchschnitt. Teneriffa scheint die Insel der sonnenanbetenden Rentner zu sein, doch sollte man sich davon keinesfalls abhalten lassen hinzufliegen. Denn neben Rentnern hat die größte Kanarische Insel einiges mehr zu bieten.

Das Klima ist auf Teneriffa im ganzen Jahr sehr mild und so laden auch im März warme 20 Grad zum Baden im Atlantik oder Entspannen am Strand ein. Besonders im Süden der Insel, doch auch in einigen Gebieten im Westen hat der Tourismus leider Oberhand gewonnen und einzigartige Landschaften, historische Bauten und Traditionen verdrängt. Unser Ziel ist das ehemalige Fischerdorf Puerto de Santiago, genauer der Ort La Arena. Trotz zahlreicher Touristen und deutschen Restaurants, wie das von Ute und Renata, kann man den Urlaub hier deutlich mehr genießen als im dicht bebauten Gebiet Playa de las Americas. Insbesondere der schwarze Playa de la Arena gilt als einer der schönsten Strände der Insel und lädt zum Sonnen ein.

Der traumhafte schwarze Playa de la Arena

Der traumhafte schwarze Playa de la Arena

Un continente en miniatura

Das Tolle an Teneriffa ist, dass man keinesfalls im Tourismus gefangen ist, sondern jederzeit in die ruhiger gelegenen Bergdörfer flüchten kann. So führt der Weg von Puerto de Santiago in Richtung Tamaimo zunächst zur nahen Steilküste von Los Gigantes. Hier hat man einen fantastischen Blick auf den gigantischen Felsriesen, der aus dem Meer ragt. Wenige Autominuten später sind Tourismus, Hotelanlagen und Trubel beim Anblick des wunderschönen Tenogebirges schnell vergessen. Hier findet man zwischen Bananenplantagen und Felsen nicht nur Ruhe, sondern auch das typische Leben der Tinerfeños. Nur ein paar Kilometer weiter erreicht man auf bereits 900 Höhenmetern den Ort Santiago del Teide. Und spätestens auf den kurvigen Serpentinen und bei den zahlreichen Aussichtspunkten, die eine tolle Sicht über die Insel bieten, wird klar, weshalb man von Teneriffa als Kontinent im Kleinen spricht. Die unterschiedlichen Landschaften und die Pflanzenvielfalt von Kakteen bis zu kanadischen Kiefern, aber auch die unterschiedlichen Höhen und Klimazonen machen diesem Namen alle Ehre.

Der Felsriese Los Gigantes

Der Felsriese Los Gigantes

Masca – das versteckte Dorf

Nach weiteren abenteuerlichen Straßen gelangt man zum kleinen Masca und dieses Dorf ist ein echtes Erlebnis. Bis in die 1980er Jahre konnte man den versteckten Ort nur mit dem Esel oder zu Fuß erreichen, weshalb hier das kanarische Dorfleben nahezu erhalten geblieben ist. Faszinierend sind nicht nur die an den Berghängen errichteten Häuser, sondern auch der Blick zwischen massiven Felsen hindurch auf den blauen Atlantik. Masca und seine Umgebung sind aber nicht nur ein einzigartiges Naturschauspiel, sondern auch Ausgangspunkt für die nicht ganz einfache Wanderung durch die Masca-Schlucht, die als eine der schönsten Teneriffas gilt.

Das versteckte Dorf Masca

Das versteckte Dorf Masca

Garachico – die alte Hafenstadt in Teneriffas Norden

Im Nordwesten der Insel haben wir den malerischen Küstenort Garachico entdeckt. Dieser galt lange Zeit als der wirtschaftlich bedeutendste Ort der Kanarischen Inseln, bevor der Vulkanausbruch des Montaña de Trebejo im Jahr 1706 das Hafenbecken von Garachico verschüttete und damit unerreichbar für die Schiffe machte. Die Stadt selbst und damit auch die zahlreichen historischen Gebäude blieben verschont und so bedeutet ein Spaziergang durch die malerischen Gassen gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. In der Altstadt kann man sich in vielen lokalen Restaurants verwöhnen lassen, so beispielsweise im Lokal Aristides, wo es nicht nur köstlichen Fisch, sondern unter anderem auch die traditionellen Salz-Schrumpelkartoffeln (papa arrguadas) gibt.

Nur wenige Schritte von der Altstadt von Garachico entfernt befindet sich das Castillo de San Miguel, das bis heute gut erhalten ist. Gleich darunter kann man sich in den einzigartigen Meerwasserbecken El Caletón abkühlen, die ihre Form durch die Lavamassen erhalten haben.

Nicht weit weg von Garachico wartet in Icod de los Vinos der berühmte Drachenbaum Drago Milenario. Der Legende nach, entstand dieser durch den Tod eines Drachen und er sieht tatsächlich sehr mystisch und magisch aus. Durch die eigenartige Form sind die Drachenbäume zu einem Symbol der Kanarischen Inseln geworden und wurden schon von deren Ureinwohnern als göttliche Bäume verehrt.

Drago milenario- der Drachenbaum

Drago milenario- der Drachenbaum

Teide – bei Schnee und Sonnenschein über den Wolken

Doch nicht nur der Norden und der Westen Teneriffas sind absolut sehenswert, gerade in der Mitte der Vulkaninsel erhebt sich majestätisch der Pico del Teide. Schon beim Anflug auf die Insel fasziniert der Anblick des höchsten Bergs Spaniens und einen Besuch des Vulkans und auch des umliegenden Nationalparks sollte man sich nicht entgehen lassen. Hierfür lohnt es sich auf jeden Fall, den Wecker zu stellen, denn früh am Morgen findet man sich auf den idyllischen Straßen zum Nationalpark nahezu alleine wieder. Da die Fahrt auf Meereshöhe beginnt und man bis über 2300 Meter nach oben fährt, stellt schon die Tour in den Nationalpark ein Erlebnis dar. Am Anfang ist alles grün, dann gelangt man in beeindruckende Pinien- und Kiefernwälder, bis man sich schließlich im Parque Nacional del Teide inmitten einer erstaunlichen Mondlandschaft wiederfindet.

Kleiner Roadtrip im Parque Nacional

Kleiner Roadtrip im Parque Nacional del Teide

Von hier geht es weiter mit der Seilbahn in nur acht Minuten zur Bergstation auf 3555 Metern. Den Krater des insgesamt 3718 Meter hohen Pico del Teide kann man mit einer Genehmigung zu Fuß erreichen. Hier oben warten nicht nur kalte neun Grad, starker Wind und Schnee, sondern vor allem eine gigantische Aussicht über Teneriffa. Über den Wolken der Kanarischen Insel bleibt einem buchstäblich die Luft weg – und das nicht nur wegen der Höhe.

Die einzigartige Sicht über die Insel

Die einzigartige Sicht über die Insel

Knapp zwei Stunden später sind wir schon wieder zurück am Pool, auf Meereshöhe und bei warmen 20 Grad, doch der Blick vom Teide wird sicherlich nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Teneriffa ist faszinierend, facettenreich und auf jeden Fall eine Reise wert- auch unter 60!

Christina Bacher

1 Kommentar

  1. Danke für die schöne Übersicht. Wir fahren in Kürze nach Teneriffa und wollen genau diese Dinge ansehen die im Beitrag stehen. War für uns eine schöne Anleitung. Danke nochmal unsere Bilder werden irgendwann einmal :-) auf dieser Seite stehen.

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