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Fünf Mythen über Medieninformatik

Medieninformatik = Mädcheninformatik? 

Schon immer mussten sich Studenten für ihr Studium rechtfertigen. Warum sie sich denn ausgerechnet für dieses und jenes entschieden haben und überhaupt: Was macht man damit später mal? Jedes Studium bringt seine Vorurteile mit sich. Aber stimmen die auch wirklich oder eben so ganz und gar nicht? In der unikaten Serie „Mein Studium, seine Vorurteile und ich“ erzählen Münchner Studenten von ihren Erfahrungen.

1. Medieninformatik ist nur etwas für Mädchen

Mag sein, dass der Mädchen-Anteil in diesem Studiengang etwas höher liegt als in einem anderen Informatik-Studium, in einem großen Vorlesesaal sitzen trotzdem noch überwiegend mehr Jungs als Mädels. Wie kommt es dann, das viele behaupten, Medieninformatik sei Mädcheninformatik? Das liegt oft an Mythos zwei…

2. Medieninformatiker sind für Informatik zu blöd

In echt ist es doch so: Medieninformatik ist grundsätzlich so fundiert, wie ein Informatik-Studium aufgebaut ist. Das heißt, Fächer wie „Rechnernetze“, „Datenbanksysteme“ oder „Software-Engineering“ sind Pflicht. Man hat aber eben auch die Möglichkeit, sich in Medieninformatik Themen zu vertiefen. Was heißt das? Die Spezialisierungen sind zum Beispiel „User-Interface Design“ oder „Interaction Design“. Dabei lernt man unter anderem die Oberfläche eines Programms intuitiv zu gestalten, damit der User die Bedienung schnell versteht und leicht und fehlerfrei benutzen kann. Für alle technischen Geräte wie Smartphones und Tablets ist das heutzutage sehr wichtig! Bei der Spezialisierung „Interaction Design“ lernt man beispielsweise wie man das Entsperren von Handys besonders sicher gestalten kann. So überlegen Medieninformatiker wie man Codes für die Tastensperre auf dem Handy verbessern kann. Man muss sich aber nicht spezialisieren und letztlich kann jeder mit einem Medieninformatik-Abschluss genauso gut programmieren wie Informatiker. Es kommt auf die eigene Motivation an!

3. Im Medieninformatik-Studium designed man nur Homepages

Fächer wie „Programmierung und Modellierung“, „Lineare Algebra“ oder „Betriebssysteme“ sprechen dafür, dass man bei Medieninformatik fast genau die gleichen Kurse wie in der reinen Informatik hat. Man programmiert sicher mal Apps, aber Homepages designen gehört nicht zum Pflichtprogramm. Das nötige Rüstzeug hierfür lernt man allerdings auch.

 

Nur am Webdesignen - typisch Medieninformatiker?

Nur am Webdesignen – typisch Medieninformatiker?

 

4. Medieninformatiker arbeiten später alle als Webdesigner

Kann man machen, muss man aber nicht! Wer Medieninformatik studiert, hat später viele Möglichkeiten bei der Berufswahl, etwa als „User Experience Designer“. Man kann später auch klassisch als Software Entwickler arbeiten oder in die IT-Beratung gehen. In einer Boulevard-Fernsehredaktion habe ich sogar mal eine Kollegin gekannt, die den Bachelor in dem Fach hatte, diesen aber für ihren Job nicht mehr wirklich gebraucht hat. Wer BWL im Nebenfach hatte, kann sich mit Medieninformatik auch bei einer Bank für einen Job bewerben. Es geht fast alles!

5. Medieninformatik ist wie Medienwissenschaft ein geisteswissenschaftliches Studium

Man hat (zumindest in München) im Gegensatz zu den Informatikern viel mehr Auswahl bei seinen Nebenfächern. So kann man beispielsweise auch Kommunikationswissenschaft oder Mediengestaltung nebenher studieren. Der Studiengang Medieninformatik ist aber sehr technisch! Im Grundstudium wird zum Beispiel die Medientechnik behandelt, das heißt es werden in Gruppen Filme geschnitten, Hörbücher aufgenommen oder Fotos bearbeitet. Das ist allerdings nur ein kleiner Teil des Studiums! Laut der LMU-Homepage besteht der Studiengang nämlich aus 45% Informatik, 10% Mathematik, 20% Anwendungsfachwissen (Abschussarbeiten, Praktika, …) und nur 25% Multimedia. Wer also keine Lust auf technische Themen und Programmierung hat, sollte es sich wirklich ganz genau überlegen, ob er Medieninformatik studieren möchte!

Daniela Rothgang

11 Kommentare

  1. Der Punkt „Medieninformatiker sind für Informatik zu blöd“ wird im Artikel dabei nicht entkräftet. Was die Medieninformatik von den Informatik an der LMU unterscheidet, ist in grob gesagt Mathematik oder theoretische Informatik: Die Veranstaltungen „Logik und Diskrete Strukturen“ und „Stochastik und Statistik“ fehlen komplett in der Medieninformatik, für „Formale Sprachen und Komplexität“ und „Formale Spezifikation und Verifikation“ mit jeweils 6 ECTS gibt es stattdessen nur „Theoretische Informatik für Medieninformatiker“ mit 3 ECTS. Es wird nach dem zweiten Satz jedoch lediglich darauf eingegangen, dass man viele Möglichkeiten hat, sich als Medieninformatiker zu spezialisieren. Vor dem Hintergrund, dass aber insbesondere die zuvor genannten mathematischen bzw. theoretischen Fächer als „schwer“ gelten, da man deren Inhalte nicht auswendig lernen kann, wird nicht eingegangen. In Anbetacht dieser Tatsache muss man also bis auf Weiteres festhalten: Medieninformatiker sind für Informatik zu blöd.

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    • Was für ein Unsinn. Medieninformatik unterscheidet sich kaum von Informatik. Hat vielleicht etwas weniger Mathe, aber die LineareAlgebra und Analysis muss man genau so machen, und man lernt eher mehr Programmiersprachen kennen als in der Informatik, die viel mehr formal theoretisch aufgebaut ist.

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      • Themen werden relaitv allgemein in die Informatik einffchren (Datentypen/-strukturen, Logik, Bine4r etc). Mit Referenz auf das 2. Semester werden wir uns aber auch zwei Tage lang mit C besche4ftigen.Es darf natfcrlich auch jeder kommen, der sich in einem Thema unsicher ist (bzw. wie Philip sagt Kenntnisse auffrischen mf6chte) oder generell nen Zeitvertreib sucht unabhe4ngig davon ob man Ersti ist oder nicht.

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    • Hmmmmm mag sein, dass Informatik auf der theoretischen Seite etwas anspruchsvoller ist. Wobei mich interessieren würde, wie viele Informatiker deine genannten Fächer selbst nur mit ach und Krach bestehen. Ist man als Medieninformatiker wirklich von vornherein zu blöd, um diese Fächer zu schaffen? Das lässt sich nicht wirklich klären.
      Gerade im Master kannst du als Medieninformatiker theoretisch alle Info Kurse belegen, die auch deinen Ansprüchen genügen. Das machen allerdings nur die wenigstens MIler (bis auf eine Pflichtanzahl an Infokursen), denn wer sich dafür interessiert kann gleich den Info Master machen. Andrerseits darf ein Info Student sich ECTS mit den vermeintlich leichten MI Kursen holen. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen MI und Info.
      Du bist ein sehr stolzer Informatiker, dagegen ist nichts einzuwenden. Letztlich ist man aber als fertiger MIler für viele Firmen genauso geeignet wie ein Informatiker. Wunder dich also später nicht, wenn plötzlich der blöde MIler so qualifiziert für eine Stelle ist wie du.

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    • Ihr studiert im Bachelor BWL mit Nebenfach Informatik oder (Medien-)Informatik mit Nebenfach BWL bzw. Medienwirtschaft und interessiert Euch besonders für den Einsatz von digitalen Technologien im Kontext der Medien- und Internetwirtschaft? Dann möchten wir Euch auf den neuen und vollständig englischsprachigen Masterstudiengang „Media, Management and Digital Technologies“ aufmerksam machen, der zum Wintersemester 2016/2017 an der Fakultät für Betriebswirtschaft der LMU München eingeführt wird. Der Studiengang hat zum Ziel, hochqualifizierte Nachwuchskräfte für die Medien- und Internetbranche im Schnittfeld zwischen Medien, Management und digitalen Technologien auszubilden. Weitere Infos sowie Bewerbungsvoraussetzungen findet Ihr unter http://www.mmt.bwl.lmu.de.

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    • bei euch vielleicht, es gibt auch viele unterschiedliche Medininformatik Studiengänge. Welche z.B. mit Bachelor of Arts statt Science…
      Wie hatten kein Theoretische Informatik für Medininformatiker sondern einfach Theoretische Informatik mit 6CP und nicht mit 3CP.
      Das umfasste halt Automatentheorie, Grammatiken, formale Sprachen usw.

      Und Statistik und und Stochastik hatten wir bei uns auch in Mathe 1-3 und statt einen zweiten Theoretischen Informatik Kurs hatten wir eben noch Kryptographie, Komminkationstechnik, Audio-Videotechniken welche alle drei auch Mathefächer waren (naja Audio-Video überwiegend). (alle 6CP)

      Also bleibt festzuhalten du hattest 5 so schwere Theoretische/Mathematische Fächer, während ich 7 hatte, hmm also ist mein Studiengang wohl doch anspruchsvoller gewesen.

      Desweiteren ganz schöne töne wenn man bedenkt das sein so schwerer 6 Semester Informatikstudiengang gerade einmal 120-150CPs gibt, komisch mein doch viel schäbiger Medieninformatik Studiengang hatte 180…

      Bei uns konnte man sich nur mehr um die Programmierfächer drücken, wenn man in den Wahlpflichtkursen diese nicht gewählt hatte.

      Und ja klar sind Medieninformatiker für Informatik zu blöd.
      Hauptsache nichtmal den Bachelor fertig und rumtönen…
      Komisch das bei uns einige nach den Bachelor Medieninformatik normale Informatik im Master ohne Probleme studieren…

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    • bei euch vielleicht, es gibt auch viele unterschiedliche Medininformatik Studiengänge. Welche z.B. mit Bachelor of Arts statt Science…
      Wie hatten kein Theoretische Informatik für Medininformatiker sondern einfach Theoretische Informatik mit 6CP und nicht mit 3CP.
      Das umfasste halt Automatentheorie, Grammatiken, formale Sprachen usw.

      Und Statistik und und Stochastik hatten wir bei uns auch in Mathe 1-3 und statt einen zweiten Theoretischen Informatik Kurs hatten wir eben noch Kryptographie, Komminkationstechnik, Audio-Videotechniken welche alle drei auch Mathefächer waren (naja Audio-Video überwiegend). (alle 6CP)

      Also bleibt festzuhalten du hattest 5 so schwere Theoretische/Mathematische Fächer, während ich 7 hatte, hmm also ist mein Studiengang wohl doch anspruchsvoller gewesen.

      Desweiteren ganz schöne töne wenn man bedenkt das sein so schwerer 6 Semester Informatikstudiengang gerade einmal 120-150CPs gibt, komisch mein doch viel schäbiger Medieninformatik Studiengang hatte 180…

      Bei uns konnte man sich nur mehr um die Programmierfächer drücken, wenn man in den Wahlpflichtkursen diese nicht gewählt hatte.

      Und ja klar sind Medieninformatiker für Informatik zu blöd.
      Hauptsache nichtmal den Bachelor fertig und rumtönen…
      Komisch das bei uns einige nach den Bachelor Medieninformatik normale Informatik im Master ohne Probleme studieren…

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    • bei euch vielleicht, es gibt auch viele unterschiedliche Medininformatik Studiengänge. Welche z.B. mit Bachelor of Arts statt Science…
      Wie hatten kein Theoretische Informatik für Medininformatiker sondern einfach Theoretische Informatik mit 6CP und nicht mit 3CP.
      Das umfasste halt Automatentheorie, Grammatiken, formale Sprachen usw.

      Und Statistik und und Stochastik hatten wir bei uns auch in Mathe 1-3 und statt einen zweiten Theoretischen Informatik Kurs hatten wir eben noch Kryptographie, Komminkationstechnik, Audio-Videotechniken welche alle drei auch Mathefächer waren (naja Audio-Video überwiegend). (alle 6CP)

      Also bleibt festzuhalten du hattest 5 so schwere Theoretische/Mathematische Fächer, während ich 7 hatte, hmm also ist mein Studiengang wohl doch anspruchsvoller gewesen.

      Desweiteren ganz schöne töne wenn man bedenkt das sein so schwerer 6 Semester Informatikstudiengang gerade einmal 120-150CPs gibt, komisch mein doch viel schäbiger Medieninformatik Studiengang hatte 180…

      Bei uns konnte man sich nur mehr um die Programmierfächer drücken, wenn man in den Wahlpflichtkursen diese nicht gewählt hatte.

      Und ja klar sind Medieninformatiker für Informatik zu blöd.
      Hauptsache nichtmal den Bachelor fertig und rumtönen…
      Komisch das bei uns einige nach den Bachelor Medieninformatik normale Informatik im Master ohne Probleme studieren…

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    • bei euch vielleicht, es gibt auch viele unterschiedliche Medininformatik Studiengänge. Welche z.B. mit Bachelor of Arts statt Science…
      Wie hatten kein Theoretische Informatik für Medininformatiker sondern einfach Theoretische Informatik mit 6CP und nicht mit 3CP.
      Das umfasste halt Automatentheorie, Grammatiken, formale Sprachen usw.

      Und Statistik und und Stochastik hatten wir bei uns auch in Mathe 1-3 und statt einen zweiten Theoretischen Informatik Kurs hatten wir eben noch Kryptographie, Komminkationstechnik, Audio-Videotechniken welche alle drei auch Mathefächer waren (naja Audio-Video überwiegend). (alle 6CP)

      Also bleibt festzuhalten du hattest 5 so schwere Theoretische/Mathematische Fächer, während ich 7 hatte, hmm also ist mein Studiengang wohl doch anspruchsvoller gewesen.

      Desweiteren ganz schöne töne wenn man bedenkt das sein so schwerer 6 Semester Informatikstudiengang gerade einmal 120-150CPs gibt, komisch mein doch viel schäbiger Medieninformatik Studiengang hatte 180…

      Bei uns konnte man sich nur mehr um die Programmierfächer drücken, wenn man in den Wahlpflichtkursen diese nicht gewählt hatte.

      Und ja klar sind Medieninformatiker für Informatik zu blöd.
      Hauptsache nichtmal den Bachelor fertig und rumtönen…
      Komisch das bei uns einige nach den Bachelor Medieninformatik normale Informatik im Master ohne Probleme studieren…

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  2. Ziemlich sexistisch die Überleitung von Punkt 1 nach Punkt 2

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  3. Ich besitze selbst den Bachelor in Informatik und befinde mich im Masterstudium Informatik. Sowohl was „Interessierter Student“ schreibt stimmt, als auch die unter Punkt 2 gemachten Aussagen haben ihre Berechtigung. Rückblickend gesehen würde ich allen empfehlen Medieninformatik zu studieren, der Unterschied ist aus Sicht des Mitarbeiters in einer Personalabteilung irrelevant (in Gehaltstabellen gibt es nur die Unterscheidung Bachelor oder Master), jedoch im Studium kann man sich das Leben viel viel einfacher machen (Stochastik und Statisktik, LDS sowie 2x theoretische Informatik weg lassen – nur eines davon habe ich übrigens im Erstversuch bestanden) und gegen einfachere (und ganz sicher für später) sinnvollere Fächer ersetzen. Des weiteren hat man die Möglichkeit durch das Fach Medienwirtschaft das ziemlich sinnvolle Nebenfach BWL zu wählen, was in der Kombination Informatik mit Nebenfach BWL nicht ohne weiteres möglich ist (Zulassungsbeschränkung für BWL).

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