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Alle halbe Jahr das gleiche Spiel

Warum gute Vorsätze immer scheitern, ein Erklärungsversuch

Es ist mal wieder so weit, die vorlesungsfreie Zeit neigt sich dem Ende zu und das Sommersemester steht vor der Tür. Und noch unter dem Einfluss der Ferien und der neu gewonnen Entspannung sind wir alle ganz ambitioniert für die kommenden Monate. Dieses Mal soll alles anders laufen. Dieses Mal wollen wir wirklich alle Vorlesungen besuchen, die angeboten werden, nicht nur die obligatorischen! Und am besten wäre es, wenn man sich noch ein bisschen außercurriculär engagieren würde, das sollte ja wohl auch nicht so schwer sein. Diese Vorsätze münden dann oft in einer Liste, die zum Beispiel dann so als Post-It am Kühlschrank hängt:

To-Do-Liste für das neue Semester

  • Jeden Tag in die Uni gehen  (Kaffe trinken im ehemaligen StuCafe zählt nicht)
  • Alle Kurse, Seminare, Arbeitsgemeinschaften und Tutorien besuchen, um den Stoff optimal zu verinnerlichen (und dabei nicht schlafen)
  • Extracurriculäres Engagement (Fußball spielen zählt nicht)
  • Kontinuierliche Wiederholung des Stoffes im Semester, um den Stress in der Klausurenphase zu vermeiden

Soweit also unsere guten Vorsätze. Aber letzten Endes kommt es doch immer anders. Denn wie wusste schon Johann Wolfgang von Goethe:

„Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung ist schwer“

Aber wieso fällt es uns eigentlich so schwer, unsere guten Vorsätze in die Tat umzusetzen? Wieso sind wir beim Ausdenken so motiviert und sobald es an die Erfüllung geht, werden wir von Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit befallen?

Manchmal ist es, als würde man in einem Strom aus Büchern begraben werden...

Manchmal ist es, als würde man in einem Strom aus Büchern begraben werden…

Liegt es vielleicht an unserer Gesellschaft? Schließlich sind wir einem permanenten Leistungsdruck ausgesetzt. Jeder Mensch erzählt uns jeden Tag, was wir alles machen müssen, um erfolgreich im Beruf und auch sonst im Leben zu sein. Wer rastet, rostet und sowieso, je mehr man macht, desto besser. Denn nur wer sich von der Masse abhebt, hat später eine Chance. Das klingt schon wirklich sehr demotivierend. Aber ist es wirklich so einfach? Schließlich könnten uns ja auch genau diese Aussagen dazu veranlassen, uns noch mehr reinzuhängen, um eben all das Verlangte zu erreichen und am Ende erfolgreich zu sein. Insofern kann es daran nicht liegen…

Sind wir ein Sklave unserer Hormone?

Wie wäre es dann mit Biologie? Wir können gar nicht anders, wir sind ein Sklave unserer Hormone! Und scheinbar ist es bei uns einfach so, dass wir wenig Vitamin B12, Serotonin und auch Endorphin in unserem Blut haben, die für unsere Motivation und den Antrieb nötig sind. Da ist es gar nicht verwunderlich, dass einem der Selbige fehlt! Auch damit würden wir es uns wohl zu einfach machen, denn: Gegen zu wenig Serotonin hilft Schokolade, wem Endorphine fehlen, der soll Sport machen und Vitamin B12: Schonmal was von Fisch oder Milch gehört?

Schlussendlich ist die Lösung wohl noch viel simpler: Der Mensch beschäftigt sich gerne mit Dingen, aus denen er etwas Positives ziehen kann, also Freunde treffen, Sport machen, Reisen, Bücher lesen… Weniger gerne mit arbeitsintensiven Sachen, die einem die Zeit nehmen, anderes zu tun. Und dazu gehört meistens auch die Uni, denn studieren ist Arbeit, keine Frage. Wie lässt sich dieses Dilemma lösen? Am besten indem man beides verbindet: Spaß am Studium. Wie das optimal geht, das ist wieder eine ganz andere Frage.

Philipp Früh

 

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