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Woody Allen kann mir immer helfen

Der Film „Paris-Manhattan“ ist eine Hommage an die Meisterwerke des „Stadtneurotikers“.

Paris ist nicht die Stadt der Liebe. Nicht für Alice. Die Apothekerin ist Mitte dreißig und lebt in einer Traumwelt. Mit Leidenschaft flüchtet sie sich in die Filme ihres Lieblingsregisseurs Woody Allen. Filme wie „Midnight in Paris“, „Manhattan“, „Match Point“. Mit ihm führt sie immer dann Zwiegespräche, wenn sie deprimiert ist oder Rat braucht. Wenn es den perfekten Mann für sie gibt, dann ihn. Als sie eines Tages Victor begegnet, scheint sich das Blatt zu wenden, doch Victor zeigt wenig Interesse. Alice muss erkennen, dass es Zeit wird, endlich erwachsen zu werden.

Foto: Senator Filmverleih

Foto: Senator Filmverleih

 

Sophie Lellouche, wie ihre Protagonistin seit ihrer Jugend ein großer Woody Allen-Fan, hat mit ihrem ersten Kinofilm eine Hommage an den dreifachen Oscargewinner gedreht. Mit Patrick Bruel als Victor konnte sie hierfür einen der Stars des französischen Cinemas gewinnen. Und auch Woody Allen selbst kommt gegen Ende zu einem kurzen Gastauftritt. Der Film hat einige lustige Momente, etwa wenn der liebe Papa bei jeder sich bietenden Gelegenheit versucht, Alice zu verkuppeln. Da ist es ihm auch egal, dass der gerade kennengelernte Schwiegersohn in spe schon eine Glatze hat und sein Bruder sein könnte. Hauptsache, die Tochter kommt endlich unter die Haube.

 

„Paris-Manhattan“ ist eine französische Romanze, die es manchmal etwas übertreibt. Etwa wenn sich Alice von einem Mädchen ausgerechnet einen Tretroller leiht und im roten Sommerkleid durch die Pariser Straßen fährt, um ihr großes Idol einmal im Leben persönlich zu treffen, bevor der sein Taxi zum Flughafen besteigt. Der Film handelt vor allem von Alices Liebesleben und der Frage, inwiefern die Kunstform Film und die Wirklichkeit miteinander in Verbindung stehen. Lellouche bleibt dabei meist an der Oberfläche. Fans von Woody Allens Tiefgründigkeit, die weder Humor noch Magie ausschließt, könnten hier etwas enttäuscht aus dem Kinosaal gehen. Nichtsdestotrotz ist „Paris-Manhattan“ eine amüsante Geschichte über die Liebe und das Leben, die vielleicht nicht das ganz große französische Kino wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“ ist, aber eine nette und gut besetzte Abendunterhaltung.

Foto: Senator Filmverleih

Foto: Senator Filmverleih

 

Regie: Sophie Lellouche. Mit Alice Taglioni, Patrick Bruel, Woody Allen u.a. Frankreich 2012, 92 Min. Ohne Altersbeschränkung.

Kinos: Theatiner (OmU), Neues Arena

Bewertung: ★ ★ ★ ★

Marco Runge

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