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„Nenn es einfach Culcha Sound!“

Seit über zwölf Jahren sind sie aus der deutschen Musikbranche nicht mehr wegzudenken. Vier Bandmitglieder, die ihre Musik auch leben: Culcha Candela. Ein Gespräch mit Sänger Itchy über Erfolg, Veränderung und den legendären Culcha Sound.

„Culcha Candela“ -Was bedeutet euer Bandname?

„Der Name setzt sich aus dem englischen Wort „culture“ (angeslangt: „culcha“) und dem spanischen Begriff „candela“ (Energie, Feuer, Licht) zusammen. Es soll „Heiße Kultur“ oder „Kulturflamme“ bedeuten. Es ist ein grammatikalisch unkorrekter Phantasiebegriff, hört sich aber geil an!“

Itchy (c) Culcha Candela

Itchy (c) Culcha Candela

Ihr lasst euch musikalisch nicht so einfach in eine Schublade stecken. Wie würdest du die Musik bezeichnen, die ihr macht? Von welchen musikalischen Stilrichtungen wird sie beeinflusst?

„Es ist immer die Dreifaltigkeit: Latin, Reggae/Dancehall und Hip Hop. Was sonst noch dazukommt, ist das, worauf wir zum jeweiligen Zeitpunkt Bock haben. Nenn es doch einfach „Culcha Sound“.“

Aufgrund eurer unterschiedlichen ethischen Wurzeln wurdet ihr in der Vergangenheit schon oft als sogenanntes „Multi-Kulti-Kollektiv“ bezeichnet, das zeigt sich natürlich auch in eurer Musik…

„Wir mögen „Multi Kulti“ nicht. Das bedeutet: „Hier ist die Gesellschaft in Deutschland und dort ist Multikulti.“ Wir sind aber nicht außerhalb, wir sind mitten drin in der Gesellschaft, wir sind sogar ein angesehener Teil davon. Wir zahlen eine Menge Steuern; wir sind die neuen Deutschen! Nix Multikulti.

„City Girls“, „Monsta“, „Move it“ – nach zuvor eher ernsteren Inhalten seid ihr auf die Pop-Schiene umgestiegen. Was wollt ihr mit diesen Partysongs ausdrücken?

„Es sind Partysongs zum Wohlfühlen und Tanzen. Was soll man denn mit einem Song für den Club ausdrücken wollen?? Alle möchten bitte ihre Ärsche dazu bewegen und möglichst Lust auf Sex bekommen, wenn sie das Lied hören. Es fällt uns im übrigen 1000 Mal schwerer, Songs für den Club und zum Partymachen zu schreiben, als welche mit ernsten Inhalten. Die Menschen haben aber im Moment genug Sorgen.“

Wie muss man sich bei euch einen normalen Alltag vorstellen, gibt es den denn überhaupt noch?

„Kommt darauf an, ob auf Tour oder daheim. Auf Tour gibt es einen ganz strikten Ablauf. Daheim sind wir selten und da macht jeder, was er on the road nicht machen kann. Ich persönlich beginne den Tag mit Mails checken und Sport.“

Habt ihr in all den Jahren eine Entwicklung durchlaufen, euch musikalisch und persönlich verändert?

„Definitiv! Wir fanden am Anfang unsere Sachen cool, sonst hätten wir es nicht gemacht. Rückblickend sind die alten Songs zwar wild, aber unkoordiniert. Jetzt ist zu der Energie ein wenig mehr Plan dazugekommen. Wir sind auf jeden Fall komplettere Musiker geworden.“

Eine Frage, die die Ladies da draußen wohl besonders interessieren wird: Seid ihr bereits vergeben?

„Reden wir gar nicht drüber…“

Vollende bitte den folgenden Satz: „Ohne Musik…“

„…wäre Leben auf der Welt nicht möglich.“

(c) Culcha Candela

(c) Culcha Candela

 

Schreibt ihr eure Songtexte wirklich alle selbst? Wenn ja, was inspiriert euch?

„Ja, alle Songs und Produktionen gehen von uns aus. Wir arbeiten aber im Team mit anderen Menschen. Mit diesem kleinen, aber feinen Team machen wir dann unsere Lieblingsmusik. Die Inspiration für die Songs umgibt uns alle: Das tägliche Leben!“

Wie kommt ihr mit dem Erfolg, aber gleichzeitig auch mit dem Druck aus?

„Wir haben keinen Druck und Erfolg macht ja bekanntlich sexy.“

Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, was nach der Musik kommen wird?

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Letzte Worte?

„Peace, Love and Unity.“

Andrea Hornsteiner

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