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Warum dürfen wir nicht vergessen?

#BlackLivesMatter

3000 in Barcelona, 20.000 in Syndney, 50.000 in Wien, 60.000 in Seatle und 25.000 in München am Königsplatz. Das sind nur einige wenige beispielhafte Orte an denen Solidarität in Form von Protesten gegen Rassismus stattfanden. Es ist ein Zeichen für den gemeinsamen Kampf gegen ein und dasselbe Unrecht.

„I have a dream that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin but by the content of their character.“ (Martin Luther King)

Den berühmten Satz hat sicher jeder mindestens einmal gehört. Er stammt aus der Rede am 28. August 1963 vor dem Lincoln Memorial in Washington, D.C. von Martin Luther King, dem wohl berühmtesten Bürgerrechtler gegen die Rassentrennung in den USA. 

Warum ist dieser Satz und die daraus resultierende und weiterführende Bewegung gegen Rassismus, damals wie heute, immer noch grundlegend? Warum müssen wir uns stetig daran erinnern oder daran erinnert werden? Die Antwort ist simpel. Wir sind umgeben von Diskriminierungen, Ängsten gegenüber ungewohnten Situationen, die unglücklicherweise manchmal in vernichtende Vorurteile münden und gänzlich dem Rassismus selbst. Auch wenn wir noch nie damit konfrontiert wurden, erlaubt das keinen automatischen Rückschluss im Sinne von „Aber wir sind hier in Deutschland, da passiert doch sowas nicht“. Die Thematik ist in allen Gesellschaftsbereichen präsent und betrifft jede Nationalität. Dennoch ist es oft im ersten Moment nicht für jeden deutlich zu erkennen. Sobald man aber seine eigene Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Identität wegen Diskriminierungen in Frage stellen muss und dadurch auf unfaire Weise absichtlich benachteiligt wird, hat jeder das Recht sich dagegen zu stellen und seine persönliche Würde anzufechten. Aber Gewaltdemonstrationen, Plünderungen und alles was damit einhergeht, ist definitiv nicht rechtens und schadet den Ambitionen auf mehr Gleichberechtigung und einem friedlichen Zusammenleben. Auch wenn Veränderungen ihre Tage, Wochen oder Jahre brauchen und viel Zeit vergehen muss, zeigen in diesem Fall die jüngsten Proteste ihre Wirkung. Positive Konsequenzen wurden erreicht. Beispielsweise ist in Berlin ein Landesantidiskriminierungsgesetz  in Kraft getreten, auch in Minneapolis wurde die Polizeibehörde aufgelöst und die neuen Strukturen sollen vom Stadtrat reformiert werden. Das sind nur zwei nennhafte Exempel die neben der Gesinnung und dem Bewusstsein für ein gemeinsames Wir-Gefühl entfacht wurden.

Es ist und es wird daher immer wichtig sein seine eigene Rolle, ob betroffen oder nicht, zu reflektieren und seinen Teil zu Debatte beizutragen. Sei es durch Spenden an Hilfsorganisationen, einer Teilnahme an einem medialen Postingwelle oder das Erheben der Stimme im alltäglichen Leben. Denn nur dadurch kann man etwas bewirken und muss nicht nur auf eine Besserung hoffen, sondern kann aktiv dazu beitragen.

Carolina Polo