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Hilfe für Helfer

Das Corona-Stipendium

Während die Folgen der Corona-Pandemie zahlreiche Bereiche des Alltagslebens lahmlegen, zeigt sich deutlich, in welchem Ausmaß unsere Gesellschaft auf ehrenamtliches Engagement angewiesen ist. Dieses Engagement hat viele Gesichter – Freiwillige nähen Masken, unterstützen Risikogruppen wie Obdachlose und Senioren oder helfen im Krankenhaus. Es wird jedoch erschwert durch die Hürden, mit denen sich viele Ehrenamtliche in Folge der Krise konfrontiert sehen. Hilfe für Helfer verspricht das Corona-Stipendium für Alltagshelden.

Tüten mit Lebensmittelspenden für hilfsbedüftige Menschen. (c) pixabay

Dieses Stipendium wird vom Social Start-up myStipendium vergeben und richtet sich an alle Studierenden, die sich in der aktuellen Krise ehrenamtlich engagieren. Da der Studiengang, die Fachsemesterzahl oder der Notendurchschnitt im Bewerbungsprozess kein Entscheidungskriterium darstellen, zählt einzig und allein die der Gesellschaft gegenüber übernommene Verantwortung. Nach einer kurzen Beschreibung des eigenen Engagements in einem Text oder Video winkt den Stipendiaten schließlich ein finanzieller Zuschuss von 6.000 €, verteilt über einen Zeitraum von 12 Monaten. Dieser Betrag soll ihnen ermöglichen, sich auf ihr Engagement zu konzentrieren, und ihren Einsatz honorieren. Die Bewerbung ist bis zum 15.05.2020 über die myStipendium-Website möglich.

Alexander Gassner und Mira Maier, die Gründer von myStipendium (c) myStipendium

Viele dieser Studenten bekommen nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Dennoch riskieren sie ihre Gesundheit, um anderen zu helfen. myStipendium.de möchte deshalb kleine oder große Helden unterstützen. Ganz explizit sind auch Studenten gesucht, deren Einsatz bisher nicht so sichtbar ist und die deshalb nicht den Dank erhalten, der ihnen gebührt. (Auszug aus der Pressemitteilung von myStipendium)

 

Ein solches Stipendium ist ein gutes Signal; Studenten gehören zu den am stärksten von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffenen Bevölkerungsgruppen und benötigen deshalb besondere Förderung, um ihr Engangement aufrecht zu erhalten. So fallen wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen viele Arbeitsplätze in Branchen wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel weg, in denen traditionell viele Studenten arbeiten. Gleichzeitig sorgt die schlagartige Umstellung auf Fernlehre für ungleiche Ausbildungsbedingungen, wodurch manche Studenten unter die Räder zu geraten drohen (wir berichteten). Trotzdem ist das Corona-Stipendium für Alltagshelden keine Lösung, sondern eher ein Indikator eines größeren Problems. Um den vielen studentischen und nicht studentischen Ehrenamtlichen die Unterstützung zu gewähren, die sie benötigen und verdienen, sind weitere Schritte von Politik und Gesellschaft notwendig. Wir wissen jetzt, wir sehr wir sie in der nächsten Krise brauchen.

Sebastian Schindlbeck