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Der UniKater: Zum Essen hoch hinaus!

Streifzüge durch Münchner Geschichten

Ein kleiner Kater streift seit einigen Wochen durch die Münchner Straßen. Besonders im Univiertel häufen sich die Sichtungen – anscheinend ist er sogar Justus schon vor den Porsche gelaufen. Wir kennen weder seinen Namen noch seinen Hintergrund, haben aber festgestellt, dass er die tollsten Geschichten aus dem Münchner Alltag erzählen kann. Beim Zuhören scheint es sogar oft, als wäre er im Herzen einer von uns.

Miau, ihr Menschen!

Da bin ich doch gestern auf einem meiner Streifzüge in ein – ungewolltes – Abenteuer geraten, das werdet ihr nicht glauben!

Schon aus der Ferne habe ich etwas entdeckt, das dort sonst nicht hingehört: einen hohen Kran mit einer großen Last daran. Normalerweise ist der Platz dort für mich und meinen Katerfreund Mr. Samtpfote reserviert, aber dieses Mal…

Als ich an Ort und Stelle ankam, befand sich die Last nicht mehr in schwindelerregender Höhe, sondern am Boden. Es war – und jetzt haltet euch alle fest – das verrückteste Fahrgeschäft, das sich ein Kater vorstellen kann. – Es war ein Tisch. Ein vollständig gedeckter Esstisch. Dort waren bereits unglaublich viele Teller platziert, alle vornehm mit einer Silberglocke abgedeckt.

Als Kater ist man ja klein und flink, mich sieht niemand, wenn ich mich heimlich an Bord stehle, um mich ein wenig umzusehen. Vielleicht ist Mr. Samtpfote auch da, wer weiß…

Gedacht, getan und ich befand mich in der Mitte dieser interessanten Konstruktion. Viele Getränke, Behälter, noch mehr Essen. Mal dran riechen… Truthahn, mhm..

Da wird es auf einmal voll um mich herum. An ausschließlich jeden einzelnen Platz setzt sich eine Person. Bzw. wird sie doch tatsächlich angeschnallt! Und ich dachte, die Wiesn wäre ein Stück weiter rechts…

Und dann, schwups, gibt es einen Countdown. Meine Fellhaare sträuben sich. Irgendetwas liegt in der Luft. Vielleicht wäre jetzt der passende Moment, um abzuspringen… Zero!! – Und da ist es schon zu spät. Auf einmal befinde ich mich mehrere Meter über dem Boden. Schnell strenge ich mein Katzenhirn an. Ich bin ein Kater, ich lande immer auf meinen vier Pfoten. Aber das ist schon sehr hoch… und wird immer höher!

© Sophie Obwexer

Ja, nein, ja, NEIN! Ich trete zurück. Das ist nicht zu fassen. Die Dame sagt etwas von 50 Metern! Da retten mich auch meine neun Leben nicht. Nein, da bleibe ich doch lieber hier oben und versuche, mich möglichst wenig zu bewegen. Der Tisch schaukelt ein wenig und dreht sich.

Naja, ich muss sagen, die Aussicht ist schon nicht schlecht. Jetzt sehe ich die Wiesn tatsächlich. Vielleicht ist sie sogar das Highlight der Aussicht. Aber auch die Frauenkirche und die Allianz Arena kann ich ausmachen. Alles funkelt. Die Nacht ist wunderschön. Ich gewöhne mich sogar an den Blick nach unten. So schlimm ist es gar nicht. Hier ist ordentlich Stimmung. Ich zucke mit meinen Schnurrhaaren. Jetzt wäre es doch mal Zeit für dieses Gourmet-Dinner… Wie gut, dass Menschen die Angewohnheit haben, des Öfteren nicht den ganzen Teller ratzeputz sauber zu machen. Da kann ich mir doch schwupdiwupp ein Stückchen gönnen.

Die Zeit vergeht ganz schön schnell und dann fahren wir auch schon wieder nach unten. Was für ein Erlebnis! Wenn ich das den anderen Katern erzähle, dann gibt es keinen Zweifel mehr daran, wer der Herr im Münchner Revier ist. Ich freue mich schon auf ihre Gesichter…

 

Bis bald, euer Unikater!