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10 Dinge, die du im Auslandssemester unbedingt brauchen wirst

Wie du die ersten Tage unbeschadet überstehst

Die ersten Tage des Auslandssemesters sind für die meisten Studenten eine große Herausforderung – man strandet allein in einem unbekannten Mikrokosmos voll fremder bürokratischer Hindernisse, Verständigungsschwierigkeiten und Alltagsprobleme. Für viele ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie vollkommen auf sich allein gestellt sind, ohne auf Unterstützung durch die Eltern oder Freunde zählen zu können, die einen notfalls irgendwie aus der Misere holen könnten. Deshalb hier einige Tipps, was ihr unbedingt ins Ausland mitnehmen solltet, um die ersten Tage der Umstellung heil zu überstehen:

Ein Auslandssemester birgt große Herausforderungen. (c) pixabay

  1. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, Photos von zu Hause mitzunehmen. Das hört sich im ersten Moment etwas übertrieben und kitschig an, aber ihr dürft nicht vergessen, dass ihr, selbst wenn ihr durch Skype und soziale Netzwerke den Kontakt zu den meisten Freunden und Verwandten aufrecht erhalten könnt, viele monatelang nicht zu Gesicht bekommen werdet. Insbesondere dann, wenn euer Auslandssemester in einem für euch sehr fremden Land stattfindet, in dem ihr niemanden kennt und dessen Sprache ihr nicht beherrscht, werden selbst die größten Globetrotter unter euch früher oder später übles Heimweh bekommen.
  2. Bevor man ins Ausland geht, sollte man vorab immer schon ein paar Wörter der dortigen Sprache beherrschen. Jenseits der üblichen Phrasen (Hallo, bitte, danke, tschüss) werdet ihr aber auch mit Vokabeln konfrontiert werden, mit denen ihr zu Hause nie gerechnet hättet. Was bedeutet Waschmittel auf Portugiesisch? Wie nennen Franzosen SIM-Karten? Und was ist der (gravierende!) Unterschied zwischen den schwedischen Produkten fil, mjölk und filmjölk? Ihr müsst das nicht wissen, aber es ist immer gut, notfalls ein Wörterbuch zur Hand zu haben, schließlich kann die W-LAN-Qualität rund um den Globus sehr unterschiedlich ausfallen, sodass auch auf den Google-Translator nicht immer Verlass ist!
  3. Vergleichbares gilt auch für Pflaster und Medikamente: Da sich die Gesundheitssysteme der verschiedenen Länder stark unterscheiden, lohnt es sich, die wichtigsten Mittel von zu Hause mitzunehmen. Rezepte vom Hausarzt lassen sich im Ausland nur schlecht einlösen, häufig muss man zuvor einen Termin bei einem lokalen Arzt ausgemacht haben. Und dann beginnen erst die Scherereien mit der Krankenkasse…
  4. Geld und Kreditkarten. Oder wollt ihr die Zeit im Ausland, die die größte Selbstständigkeit in eurem gesamten bisherigen Leben bedeutet, damit verbringen, eure Eltern zu fragen, ob sie in eurem Namen die Miete fürs Studentenwohnheim überweisen können? Außerdem könnt ihr in vielen ausländischen Geschäften (wie z.B. in Skandinavien) nur mit Kredit- oder EC-Karte bezahlen.
  5. Insbesondere dann, wenn ihr in einem Studentenwohnheim untergekommen seid, könnt ihr auf Kopfhörer keinesfalls verzichten. Die Wände darin fallen häufig so dünn aus, dass ihr jeden Atemzug eurer Nachbarn förmlich mitverfolgen könnt. Um die anderen nicht mit eurer Musik zu stören und um dem Partylärm der anderen entkommen zu können, solltet ihr unbedingt Kopfhörer einpacken!
  6. Auf einen guten Koffer solltet ihr ebenfalls nicht verzichten! Er schützt nicht nur euer Gepäck auf der Reise, sondern taugt auch super zum Transport schmutziger Wäsche. Jeder, der in einem großen Studentenwohnheim mit einer Waschmaschine im Keller nicht gezwungen sein möchte, zum Wäschewaschen dutzende Male im Treppenhaus auf und ab zu laufen, wird einen geräumigen Koffer als Transporthilfe schätzen.
  7. Ich weiß, Bettbezüge nehmen im Gepäck viel Platz weg, den man auch mit schönerem ausfüllen könnte. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass ihr an eurem ersten Tag im fremden Land dazu kommen werdet, Bettbezüge zu kaufen. Deswegen die erste Nacht in der neuen Wohnung auf einer unbezogenen, fleckigen, millimeterdünnen Schaumstoffmatratze verbringen zu müssen, ist nicht besonders verlockend!
  8. Anständige Kleidung darf in eurem Gepäck keinesfalls fehlen, schließlich ist das Wetter in Rio de Janeiro oder Tromsø sehr unterschiedlich im Vergleich zu dem in München oder Berlin. Winterstiefel in Marseille oder kurze Hosen in Kiruna müssen nicht sein!
  9. Auch, wenn ihr nicht als Touristen ins Ausland geht, lohnt sich die Investition in einen guten Reiseführer. Es spricht nichts dagegen, die Zeit zwischen den Vorlesungen zu nutzen, um auf Entdeckungstour zu gehen und die lokalen Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Wer kann sagen, wann sich diese Gelegenheit wieder bietet?
  10. Nehmt euch unbedingt eure Lieblingssüßigkeiten von zu Hause mit! Die stressigen ersten Tage im fremden Land werden euch Nerven und Energie kosten, doch wie könnte man den neuen Herausforderungen besser begegnen als mit dem wohlbekannten Geschmack der heimatlichen Nostalgie?

Sebastian Schindlbeck