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10 Tipps, wie du Müll vermeiden kannst

Unser Motto gegen Müll: refuse, reduce, reuse, recycle, rot, remove

Von #plasticfree zu Zero Waste – egal ob dir der Klimaschutz am Herzen liegt, oder du einfach keine Lust mehr auf das tägliche Date mit dem Müllcontainer hast, diese 10 Tipps für Müllvermeidung helfen nicht nur der Umwelt, sondern auch dir.

1. Tipp: Mini Habits – Big Impact

Wer seinen Müll reduzieren möchte, sollte an sich selbst arbeiten und ihn gar nicht erst entstehen lassen. Versuche deinem Impuls zu widerstehen und überlege dir gründlich, ob das Produkt, was du in diesem Moment siehst und kaufen möchtest, dich auch langfristig glücklich macht. Wir alle haben sie – Kleidung, die wir im Laden toll fanden und im Endeffekt noch nie angezogen haben. Ein guter Tipp ist es  im Vorhinein seinen Style zu definieren. So vermeidest du automatisch Impulskäufe. Verändere deine Gewohnheiten Stück für Stück. Beispielsweise hilft es Flächen zu reduzieren, auf denen sich normalerweise dein Müllberg bildet. Dein Nachttisch ist solch ein potenzieller Platz. Stell stattdessen eine tolle Vase mit einer schönen Blume hin. So kommst du nicht in Versuchung deinen Müll dort zu sammeln.

2. Tipp: Vorausdenken – Plane deinen Einkauf

Speziell beim Kauf von Obst und Gemüse kann man auf die aufwändige Plastikverpackung verzichten und zur losen Variante greifen. In nahezu jedem Supermarkt findet man frisches Gemüse auch ohne Plastikverpackung und wenn nicht, ist es immer noch besser zu einem gefrorenen Gemüse in Karton zu greifen. Erstens kann Karton und Papiermüll besser und umweltschonender recycelt werden und außerdem bleiben beim schock-gefrosteten Obst und Gemüse alle Nährwerte und Vitamine erhalten.

(c) Nadine Noppinger

Willst du den nächsten Schritt wagen, kannst du dich bewusst auf deinen Einkauf vorbereiten. Nimm dir Behälter mit und lass dir an der Feinkosttheke deinen Käse und Schinken darin einpacken.
In den Metzgereien Vinzenz Murr und in allen Basic Filialen stößt du hier auf Zustimmung, denn sie sind Teil der plastikfreien Community. (Mehr dazu im Tipp 10. )

Was ist mit Nudeln und Reis? Im Münchner Ohne-Laden kannst du das und noch vieles mehr unverpackt einkaufen. Zum Selbstabfüllen werden sämtliche Lebensmittel in sogenannten Glasbins (siehe Foto) aufbewahrt. Bezahlt wird natürlich nur das Netto-Gewicht. Auch Shampoobits und Waschmittel kann man sich selbst abfüllen. Jedoch solltest du auch folgendes beachten:

3. Tipp: Kosmetik- und Hygieneartikel ohne PE, PP, PA und PET

Studien belegen, dass Mikroplastik im Darm Entzündungen begünstigt. Grund genug sich für ein Leben ohne Plastik zu entscheiden. Beginne mit einem plastikfreien Bad. Sobald dein Seifenspender leer ist, kaufe dir lieber ein unverpacktes Seifenstück. Von einer Rasierhobel profitierst du länger, als von Einwegrasierern. Gleiches gilt für deine Zahnbürste, die sich optimal durch eine Bambuszahnbürste ersetzen lässt. Viele Mädels sind bereits ein großer Fan von Menstruationstassen. Diese sind nämlich nicht nur umweltfreundlicher, sondern sorgen auch für weniger Bauchkrämpfe während der Periode. Entschlüssle Abkürzungen, die auf Kunststoffe hinweisen und versuche diese zu vermeiden (siehe Punkt 9).

4. Tipp: Upcyling und Wiederverwenden

Glasflaschen, Edelstahlbehälter und Jute-Beutel – klar, sich für plastikfreie Varianten zu entscheiden ist der richtige Weg, doch was tun mit den PET-Flaschen, Tupperboxen und Plastiktüten, die man bereits besitzt? Versuche deine PET-Flasche gründlich auszuspülen und dann als Trinkflasche wieder zu verwenden. Das Bundesamt für Risikobewertung hat bestätigt, dass sich weder in Glas- noch in PET-Flaschen Substanzen, die östrogene Aktivität verursachen würden, befinden. Generell ist die Schadstoffkonzentration in Glasflaschen geringer als in PET, deshalb sollten Kinder und Schwangere lieber auf die Glasvariante zurückgreifen. Die angebliche Schädlichkeit vom PET-Material wird in Zukunft noch weiter erforscht, derzeitige Studien erklären PET jedoch risikofrei. Vorsicht im Sommer: Sonnenstrahlen können die Konzentration von Giftstoffen (vor allem in PET-Flaschen) verstärken.

(c) Nadine Noppinger

Recyclen sollte die letze Option darstellen. Versuche erstens potenzielle Müll-Produkte zu vermeiden und wenn’s dafür zu spät ist, versuche sie anderweitig zu nutzen. Verwende alte Tupperboxen als Blumentöpfe, oder Kosmetikbehälter und in den Plastiktüten kannst du deine schmutzige Wäsche aufbewahren bevor sie in die Waschmaschine wandert.

Online-Tipp 5 auf deiner Anti-Müll-Guideline

E-Books und PDF’s sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch praktisch. So hast du deine Bibliothek immer und überall dabei. Vermeide Fehlausdrucke, markiere mit Touch-Stift und buche dein nächstes Ticket online. Warum bei strikter Papiervermeidung nicht nur weniger Bäume leiden werden, erfährst du im nächsten Tipp:

6. Tipp: Nein sagen und sich gut fühlen

Wollen Sie eine Tüte? Brauchen Sie den Kassenbon? – Die Antwort auf all diese Fragen: „Nein, danke“. Flüchte vor Flyern und Goodiebags. Vor allem vor Flyern (die Informationen sind meist alle im Internet erhältlich). Unnötiges Papier bedeutet unnötiger Müll. Obwohl diese ja bereits bedruckt und produziert wurden, wird ohne bewusste Verweigerung kein generelles Umdenken stattfinden. Statt seinen Plastikberg zu verschieben, kannst du allein ihn schon ins Rollen bringen.
Übrigens: Der Kassenbon kann auf Grund seines geringen, aber doch beständigen Plastikanteil in der Beschichtung nicht ordnungsgemäß recycelt werden, da dieser oft fälschlicherweise in den Papiermüll geworfen wird.

7. Tipp: Alternativen für Querdenker

Fast alle Produkte sind bereits in Alternativ-Materialien erhältlich. Immer öfter findet man Glas-, oder Edelstahl-Strohhalme. Coffee-to-Go-Becher können durch einen schicken Thermo-Becher erstetzt werden. Statt dem Backpapier kannst du dir eine hitzefeste Dauerbackmatte besorgen. Auch für den Weichspüler gibt es Alternativen.  Essig, mit 1-2 Schnapsgläser Wasser verdünnt ist mindestens genauso desinfizierend und kalkösend. Für weiße Wäsche ist eine halbe Zitrone der geeignete Weichspüler-Ersatz. Damit’s gut riecht, kann man ätherische Öle beimengen.

8. Tipp: DIY-Trend, den nicht jeder kennt

Speziell, wenn man sein Essen für später einpacken will, ist’s schwer auf eine Plastikfolie zu verzichten. Doch mit echtem Bienenwachs beschichtete Stoffwachstücher können helfen. Einmal gebastelt, kann es immer wieder verwendet werden. Krümmel und Flecken lassen sich ganz einfach entfernen.

9. Tipp: Müllvermeidung Apps

Code-Check kannst du beim Kauf von Lebensmittel und Kosmetikartikel immer zu Rate ziehen. Einfach den Barcode scannen und schon wirst du über Mikroplastikpartikel und mögliches Silikon- und Palmölvorkommen informiert. Außerdem kannst du dein eigenes Profil mit Warnindikatoren für allergene Duftstoffe und ernährungsspezifischen Feinheiten erstellen. Willst du herausfinden, wie viel Geld du dir beim Verzicht von Impulskäufen sparst, helfen digitale Haushaltstagebücher deine Finanzen zu tracken. Hierbei kannst du verschiedene Kategorien erstellen und auch deinen monatlichen Spar-Fortschritt erkennen.

10. Tipp: Initiativen

Rehab Republic organisiert DIY-Workshops und interessante Infoabende. Man kann nicht genug Müllvermeidungsstrategien erlernen. Auch einige Podcasts und Buchautoren fokussieren sich auf dieses weltbewegende Thema. Tipp: Sobald du in einer Community bist, stößt du auf viele weitere.

Nadine Noppinger

Weiterführende Links:

  • http://www.johannarundel.de/2017/07/diy-bienenwachstuecher-ein-kleiner-schritt-richtung-zero-waste/
  • https://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_pet_flaschen-10007.html
  • https://www.facebook.com/rehabrepublic/?eid=ARAvoRJ_GC_WhZB4iGf86DrE16QP6_b9Vv-jM0DBUoe_h4BorF0kA83qzIr7EcucOEIlakMaC8dLSBD0
  • http://www.ohne-laden.de/
  • https://www.facebook.com/einmalohnebitte/