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10 Dinge, die du über Fernbeziehungen wissen musst

Es ist nicht alles schlecht

In den Jahren an der Uni gibt es wahrscheinlich die meisten Gelegenheiten umzuziehen: ein Auslandssemester, ein Praktikum in einer anderen Stadt, der erste Job, oder ein Master an einer anderen Uni. Das kann super spannend sein, führt aber auch oft zu einer Fernbeziehung. Dass das nicht immer leicht ist, kann sich bestimmt jeder vorstellen – dafür gibt es aber auch ein paar positive Seiten, die man nicht übersehen sollte. Natürlich kommt es immer auf die jeweilige Lebenssituation an, ob man beispielsweise schon zusammengewohnt hat, aber hier sind 10 Dinge, die ich in den letzten Jahren Fernbeziehung (Wochenendbeziehungen, 700km, oder auf der anderen Seite des Ozeans) gelernt habe und die euch hoffentlich Mut machen, Fernbeziehungen nicht nur negativ zu sehen.

1. Sei gewappnet!

„Oh Gott, das tut mir furchtbar Leid,“ „Seid ihr denn überhaupt noch zusammen?“ „Ist schon furchtbar schwer, oder?“ – Solche Sätze, oft gepaart mit einem mitleidigen Blick oder einem lästigen Schulterklopfer, bekommt man leider viel zu oft als Reaktion, wenn man von seiner aktuellen Beziehungsform erzählt. Interesse ist super, ein bisschen Trost manchmal auch, aber generell bekommt man viel zu viele negative Reaktionen auf eine Fernbeziehung. Und das zieht mich manchmal mehr runter, als ein Abschied nach einem wunderschönen Wochenende.

via giphy

 

2. Deutschpop sucks

„Ich hasse unsre Liebe auf Distanz

Ich hab‘ dich immer kurz, aber nie ganz

Die Trennung macht mich wahnsinnig“

Furchtbare Ohrwürmer hin oder her – ich habe selten einen Popsong so gehasst wie „Liebe auf Distanz“ von Revolverheld. Ich kann das Lied, dessen Songwriter sich anscheinend gerade in der schlimmsten Trennungsphase befunden haben muss, nicht mehr hören. Einen Popsong mit so viel Negativität zu füllen und es dann noch so oft auf Bayern 3 oder Antenne Bayern zu spielen (Sender, denen man leider nie ganz auskommt), hilft echt keinem weiter. Wenn man sich in einer Fernbeziehung befindet und diesen Song gerne hört, sollte sich entweder schleunigst trennen, oder nach einer anderen Lösung suchen.

(Sagt Bescheid, wenn ihr schöne Fernbeziehungslieder kennt! Bisher haben noch keine den Weg in meine Playlist gefunden!)

3. Es hat nichts mit Vertrauen zu tun

Ganz ehrlich: Nur, weil der Partner / die Partnerin in eine andere Stadt zieht, heißt es nicht, dass man auf einmal eifersüchtiger ist. Eine Fernbeziehung ändert nicht viel an der Art der Beziehung, die man vorher geführt hat – dient aber viel zu oft als Ausrede für eine ungesunde Beziehung. Klappt es in einer Fernbeziehung nicht, hätte es in der gleichen Stadt vielleicht ein paar Monate länger gehalten.

4. Du wirst dich doppelt verlieben

Taucht man immer wieder in den anderen Alltag ein und verbringt an einem Ort schöne Tage zusammen, kann es schnell passieren, dass man sich auch in die jeweilige Stadt verliebt. Das kann wunderschön sein und zu einer langjährigen Beziehung oder einer neuen Lieblingsstadt führen – oder zu viel Fernweh, wenn ihr wieder in der gleichen Stadt wohnt.

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5. Streit gehört dazu

Man geht in Gedanken so oft durch, wie das Wiedersehen verlaufen wird. – Sieht man sich für ein paar Tage wieder, ist man schnell verkrampft damit beschäftigt, permanent gute Laune aufrecht zu erhalten und an die vorherigen Träumereien heranzukommen. Das geht jedoch oft nach hinten los. Ist man von Anfang an entspannt und lässt auch Langeweile und schwierige Gesprächsthemen zu, ist ein möglicher Streit oft kürzer und produktiver – und die gemeinsame Zeit insgesamt entspannter. (Mal das Handy auszulassen, ist auch ein super Tipp!)

6. Es kann teuer werden

Reisen ist teuer. Wenn man nicht jedes Mal auf eine Mitfahrgelegenheit vertrauen oder stundenlang mit dem Fernbus unterwegs sein will, oder aber sogar ein Ozean zwischen einem liegt, wird man manchmal auch auf teurere Verkehrsmittel zurückgreifen. Und das kann über die Zeit ganz schön ans Ersparte gehen. Darüber sollte man reden und damit planen – vielleicht kann man sich die Reisekosten ja auch teilen, falls einer öfter zu Besuch kommt.

7. Planen tut gut

Die schlimmste Art von Vermissen entsteht, wenn man nicht weiß, wann man sich zum nächsten Mal wiedersieht. Um das vorzubeugen, sollte man ein bisschen im Voraus zu planen und ein Datum festlegen. Mit so einer Aussicht kann gleich viel mehr Vorfreude entstehen und das Vermissen rückt ein bisschen in den Hintergrund.

8. Pillow Talk

Reden – reden – reden. Egal, wie stressig der Tag war oder wie hundemüde man ist: Ein paar Minuten vor dem Schlafengehen sollte man sich immer nehmen, um sich kurz gegenseitig vom Tag zu berichten. Das muss nicht lang sein, kann auch mal auf dem Weg zur Bar sein, kann aber auch mal zu einer Stunde werden. Miteinander zu sprechen ist und bleibt wichtig und in einer Fernbeziehung sollte man sich am Telefon ab und zu auch mal die banalsten Dinge erzählen.

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9. Zeitunterschied nervt

Überrascht hat mich, wie schnell man von ein paar Stunden Zeitunterschied genervt sein kann. Schnell hat man das Gefühl, aneinander vorbei zu leben oder steht zu den unmöglichsten Zeiten auf, um doch noch miteinander telefonieren zu können. Schläft der andere noch, fühlt man sich komisch allein – geht man früher ins Bett, hat man das Gefühl, etwas zu verpassen.

10. Den anderen Alltag kennenlernen

Wie schaut der Arbeitsplatz, der Weg zur Uni, die Kantine, der Supermarkt aus? Wer sind die neuen Mitbewohner? Wenn man den anderen Alltag kennengelernt hat, fällt es viel leichter, sich alles vorzustellen und auszumalen. Ein paar Bilder über WhatsApp machen das natürlich auch viel einfacher.

 

Ina Brechenmacher