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10 aktuelle Tipps, wie man die Verspätung der Bahn sinnvoll nutzen kann

Wie aus der öden Wartezeit wertvolle Minuten werden

Wer kennt es nicht? Man steht am Gleis, wartet geduldig auf seine S-Bahn und schon dröhnt die allseits bekannte Phrase aus den Lautsprechern: „… wird voraussichtlich 15 Minuten später eintreffen.“ Vor allem in der kalten Jahreszeit muss häufig mit hohen Verspätungen und sogar Ausfällen gerechnet werden. Ganz nach dem Motto, regelmäßige Unpünktlichkeit sei auch eine Art von Zuverlässigkeit. Natürlich ist in diesen Momenten der Ärger groß, jedoch gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die Wartezeit zu überbrücken. Hier kommen zehn winterliche Tipps, wie man die Verspätung der Bahn zu seinem Vorteil nutzen kann.

1. Wenn der kleine Hunger kommt

Die Bahn kommt nicht pünktlich und deshalb muss das Abendessen verschoben oder sogar ausgelassen werden? Das muss nicht sein. An den meisten Bahnhöfen gibt es einen Kiosk oder eine Bäckerei, die so manche Leckereien anbieten. Zugegeben, es ist nicht gerade der warm dampfende Nudelauflauf, auf den man sich schon den ganzen Tag gefreut hat, aber so muss heute wenigstens nicht mehr gekocht werden. Außerdem liegt mit Glück sogar ein Imbiss oder ein Restaurant in der Nähe. So kann dem Hunger optimal entgegengewirkt werden, ob direkt im Lokal, oder doch to-go am Bahngleis oder in der Bahn.

2. Let’s go shopping!

Es kommt schon mal häufiger vor, dass die Bahn so richtig lange auf sich warten lässt und man froh sein muss, überhaupt wieder heimzukommen. Stundenlang am Bahngleis zu stehen ist wirklich eine Verschwendung kostbarer Lebenszeit. Deswegen sollte man sich von der stickigen Luft am Bahnhof verabschieden und durch verschiedene Läden schlendern. Ein großer Vorteil der Großstadt ist es schließlich, dass man quasi überall einkaufen kann. Ob Lebensmittel oder Klamotten, hier lässt sich in der Regel alles in der Nähe finden. Es kommt ohnehin oft genug vor, dass der Kühlschrank mehrere Tage leersteht, da neben Pendelei und Lernzeit kaum noch die Gelegenheit zum Einkaufen bleibt. Doch wer es tatsächlich schon zum Supermarkt geschafft hat, kann sich immer noch eine kleine Shopping-Tour gönnen, neue Klamotten anprobieren und gemütlich von Schaufenster zu Schaufenster wandern.

3. Gemeinsam warten macht doppelt Spaß

Nur weil die Bahn in unerreichbarer Ferne liegt, müssen es nicht auch gleich die Freunde sein. Bestimmt gibt es eine Kommilitonin oder einen Kommilitonen, eine Freundin oder einen Freund, die oder der die Wartezeit gerne gemeinsam überbrücken würde. Wer weiß, vielleicht hat ja auch die Bahn einer Freundin oder eines Freundes Verspätung? Zu zweit vergeht die Wartezeit doch gleich nochmal so schnell.

Das lange Warten bei eisigen Temperaturen © holzijue / pixabay

4. Ruf mich an!

Doch wenn sich keine bekannte Menschenseele vor Ort finden lässt, gibt es da noch eine andere Möglichkeit. Denn genauso gut kann man sich ein wenig Entertainment während der faden Wartezeit beschaffen, indem man ganz einfach bei seinen Freunden durchklingelt. Bestimmt gibt es mindestens eine Person in der Kontaktliste, die gerade genauso Lust auf ein kleines, nettes Schwätzchen hätte. Sei es die beste Freundin, der beste Kumpel oder eines der Geschwister. Einfach mal die Kontaktliste auf dem Smartphone durchscrollen, es findet sich bestimmt jemand.

5. Es war einmal …

Jeder kennt sie, jeder hat sie – die guten Freunde oder die alten Bekannten, denen man schon seit Monaten antworten wollte, aber man hat es bisher einfach noch nicht geschafft. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr und die Deutsche Bahn gibt genug freie Zeit, in der man die alten Kontakte herauskramen und in Ruhe eine lange, durchdachte Antwort tippen kann. Aber vielleicht sind es gar nicht die alten, sondern die neuen Bekanntschaften, die sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen warten? Es ist bestimmt keine schlechte Idee, dem hübschen Mädchen zu schreiben, dem man am Wochenende noch euphorisch die Handynummer entlockt hat.

6. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wer das Warten wirklich produktiv gestalten will, sollte die Chance nutzen, um für die Uni vorzuarbeiten. Vielleicht lässt sich ein Sitzplatz am Bahnsteig ergattern, um besser schreiben zu können. Zugegebenermaßen gehören diese Metallgestelle sicher nicht zu den bequemsten Sitzgelegenheiten, aber es reicht bestimmt aus, um weniger aufwendige Hausaufgaben zu erledigen. Sei es einen Text vorzubereiten, Fragestellungen zu beantworten oder sich Gedanken über das nächste Referat zu machen. All das lässt isch selbst in der wenig einladenden Kulisse des Bahnhofes erledigen. Sogar eine Internetrecherche ist bequem vom Smartphone aus möglich. Wer also wirklich etwas erreichen will, erledigt einfach schon mal die lästigen Hausarbeiten, für die man nicht zwingend Zuhause sein muss.

Sie kommt so schnell sie kann, doch oft ist es nicht schnell genug. © holzijue / pixabay

7. Planung ist das A und O

Man kann auch genauso produktiv sein, ohne wirklich etwas zu tun. Die Planung an sich ist nämlich mindestens genauso wichtig, wie das Arbeiten selbst. Ausgedruckt ist schließlich auch schon halb gelernt. Jedenfalls sollte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen, die stressige Klausurenphase etwas durchzuplanen. Wann findet welche Prüfung statt und steht vielleicht noch ein Referat an? All diese Termine können gar nicht mehr überrumpeln, wenn man sie im Vorhinein etwas sortiert und strukturiert. Und das Warten auf die vermisste Bahn bietet dafür doch das perfekte Zeitfenster. So kommt es zu keinen bösen Überraschungen mehr, außer natürlich der Klausur selbst.

8. Verstaubte Bilder

Wer allerdings so gar keine Lust hat etwas für die Uni zu tun, sollte die Gelegenheit nutzen, die Galerie seines Smartphones zu durchstöbern. Bei so viel Speicherplatz kommt doch auch niemand auf die Idee, die geknipsten Fotos zu sortieren. Alles was weg kann, kann beim Durchschauen gleich gelöscht werden, aber gleichzeitig findet man bestimmt das ein oder andere Bild, das längst in Vergessenheit geraten ist. Wilde Partyfotos, auf denen man außer den schwachen Silhouetten verschwommener Gestalten und grellen Blinklichtern absolut nichts erkennen kann oder die super peinlichen Grimassen-Fotos mit der besten Freundin bringen einen doch einfach zum Schmunzeln. Ganz vielleicht ist ja doch das ein oder andere ansehnliche Foto dabei, das sofort zum neuen Profilbild umfunktioniert werden kann.

9. Hier spielt die Musik

Altes aufzuwühlen ist vielleicht nicht jedermanns Ding, aber das lange Warten kann auch anders gestaltet werden. Der Entdecker zücke also die Kopfhörer und durchstöbere das Internet nach neuen und für ihn noch unbekannten Songs. Musik ist ohnehin für die meisten der treue Begleiter auf dem beschwerlichen Weg in die Uni und auch heimwärts hat der Großteil der Studenten ein Stöpsel im Ohr. Da kann es schon mal passieren, dass einem die guten Tracks ausgehen und man sich auf die Suche nach neuen Lieblingsliedern machen muss. Also wenn bisher noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um dem Musikvorschlag des besten Freundes nachzugehen, so ist er mit Sicherheit jetzt gekommen. Musik an, Welt aus!

10. Relax

In jedem Fall bleibt einem immer diese letzte und gleichzeitig auch produktivste aller Optionen – das Nichtstun. Wann ist es im Studentenalltag denn überhaupt noch möglich, ein paar Minuten lang nichts anderes zu tun als zu atmen? Vorlesungen, Seminare, Hausarbeiten, Klausuren und Nebenjob sind alle feste Bestandteile im Leben der Studentin oder des Studenten. Da sollten solche Momente, in denen man es sich tatsächlich erlauben kann, nicht zu funktionieren und nichts leisten zu müssen, eigentlich willkommen geheißen werden. Und nutzt man sie tatsächlich, um sich einfach mal zu entspannen und zurückzulehnen, wird schnell klar, dass man seine Wartezeit kaum besser hätte verbringen können. Nach nur einer kurzen Flucht aus dem Alltagsstress kann man sich viel besser konzentrieren, ist fitter und kann wieder voll durchstarten.

Endlich ist sie da! Die langersehnte Bahn nach Hause. © holzijue / pixabay

Viktoria Schütze