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10 typische Dinge für zugezogene Münchner

Typisch Neu-Münchner

Manche böse Zungen außerhalb Bayerns behaupten ja, München sei “Ausland”. Denn München liegt im Freistaat Bayern, ergo nicht Deutschland. Außerdem ist dort ja alles etwas anders. Die Menschen sprechen unverständlich Bayrisch, alle tragen nur Trachten, essen Weißwurst und teuer ist es sowieso überall. Es ist einfach anders, als im Rest von Deutschland.

So klischeehaft gehen Nicht-Bayer, die nach München ziehen, wohl nicht an die Sache heran. Trotzdem erlebt so mancher “Zuagroaste” (Zugezogene) in München einen kleinen “Kulturschock”. Inklusive typischer Anfangsfehler, bei denen die eingefleischten Münchner nur die Augen rollen können:

1. Der Wohnungsmarkt ist noch schlimmer als erwartet

Bevor das Leben in München starten kann, gilt es eine Bleibe zu finden. München ist teuer, dass weiß jeder. Und das es bei dem Wohnungsmangel auch dauert, bis etwas passendes gefunden ist, überrascht auch niemanden mehr. Daher wird jeder Cent zusammengekratzt und eine große Portion Geduld mitgebracht. Um dann doch nach einer gefühlt ewigen und nervenaufreibenden Wohnungssuche mehr zu zahlen als geplant. Und wofür? Für eine Wohnung, bei der mehr Kompromisse eingegangen wurden, als in allen bisherigen Beziehungen zuvor. Und trotzdem fühlt es sich an wie ein Happy End!

2. Plötzlich schmeckt das Bier

Deutschland ist das Land des Bieres! Überall fließt Bier und noch mehr Bier. Aber erst in München wird einem klar, wie harmlos der Rest von Deutschland doch ist. Und nicht nur das! Erst jetzt wird einem klar, wie Bier eigentlich zu schmecken hat. Nämlich so wie in München bzw. Bayern. Wenn selbst passionierte Biermuffel in den wohlwollenden Genuss der erfrischenden Hopfenschorle aus dem Freistaat kommen, muss ja was dran sein. Der Nachteil: Danach ist man eventuell für sonstige Biersorten verdorben.

3. Panik beim Einkaufen

Die meisten Deutschen kennen es und alle lieben es: Lange Ladenöffnungszeiten. Mal eben nach 20 Uhr noch in den Supermarkt gehen ist ganz normal, könnte man meinen. Bis der Neu-Münchner plötzlich kurz nach 20 Uhr vor verschlossener Ladentür steht und sich wundert, warum alle Lichter aus sind. Dumm gelaufen, aber das ist halt Bayern. Hier ticken die (Laden-) Uhren noch etwas anders. Zum Leid des leeren Magens.

4. Nackte im Englischen Garten oder Skifahrer in der Bahn anstarren

Die Landeshauptstadt mit ihrer Alpen-Kulisse im Hintergrund ist ein bekannter Anblick. Und trotzdem ist der Neu-Münchner, der von weiter weg hergezogen ist, erst einmal verwirrt, wenn in der U-Bahn Leute in Skimontur und Snowboard vor einem stehen. Oder im Sommer, wenn ein Surfer zur Eisbachwelle fährt. Noch irritierter ist man, wenn das erste Mal die FKK-Fraktion im Englischen Garten entdeckt wird. Nach dem verschämten Blick in eine andere Richtung kommt der Gedanke: Ist das erlaubt? Ja!

5. Falsche Aussprache

Zur Verwunderung viele Neulinge sind die Münchner gut zu verstehen. Das Bayrisch, wie es sich viele immer vorstellen und kaum verstehen, ist eher auf dem Lande zu finden. München ist Multikulturell, also braucht es eher Sprachkenntnisse in Italienisch, Türkisch oder Griechisch. Und trotzdem gibt es sprachlich ein paar Dinge, die jeder Zugezogene schnell lernen sollte. So heißt es Maß und nicht nicht “Maaaaß” und man sagt “die” Wiesn und nicht “der” Wiesn. Außerdem trifft man sich am Stachus und nicht am Karlsplatz. Und in der Bäckerei werden Semmel bestellt und keine Brötchen.

6. Die Öffentliche Verkehrsmittel überschätzen

München ist eine große Stadt, eine Stadt mit Dorfcharakter. Das bekommt auch jeder bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu spüren. Abgesehen davon, dass einem ständig Bekannte über den Weg laufen, fahren die Öffentlichen nicht wie erwartet rund um die Uhr und alle fünf Minuten. Nein, auch in München muss die Heimfahrt geplant sein. Mit etwas Pech steht man dann um 4 Uhr nachts an der Haltestelle und wartet bis in den frühen Morgen. Von Verspätungen und Schienenersatzverkehr wollen wir gar nicht erst reden.

7. Billige Trachten kaufen

Wiesnzeit ist Trachtenzeit! Auch wenn sonst gerne das Dirndl oder die Lederhose angezogen wird, kommt man vor allem auf der Wiesn nicht um den Anblick drumherum. Da gibt es dann nicht nur die schönen Dirndl, sondern auch die billigen “Plastikdirndl”. Natürlich wächst Geld gerade in München nicht an Bäumen, aber wer sich als richtiger Münchner präsentieren will, der sollte doch ein paar Euro mehr investieren.

8. Weißwurst nach 12 Uhr bestellen

Egal ob als frisch Zugezogener oder Tourist: Wer nach der Mittagszeit eine Weißwurst bestellt, der erntet komische Blicke. Denn dieses bayrische Leibgericht gehört vor 12 Uhr auf den Teller. Frisch, ganz nach Tradition. Nicht jeder weiß es, aber spätestens nach der ersten missglückten Bestellung, lernt man aus diesem Fehler.

9. Im Biergarten auf die Bedienung warten

Auch viele Nicht-Bayern wissen es: Im Biergarten herrscht Selbstbedienung und es darf sich auch selbst etwas mitgebracht werden. Doch auch hier kommt es mal vor, genauso wie es in bekannten Fast Food Restaurants zu beobachten ist, dass so mancher ungeduldig auf die Bedienung wartet. Bis der Hunger bzw. Durst so groß ist, dass die Verkaufsstände dann doch entdeckt werden.

10. Verzweifelt nach einem Späti/Kiosk suchen

Für alle, die nach 20 Uhr enttäuscht vor verschlossener Supermarkttür stehen, kommt gerne auch mal die zweite Enttäuschung hinterher. Kiosks bzw. Spätis sucht man in München, mit ein paar kleinen Ausnahmen, vergebens. Der “Zuagroaste” lernt also in München definitiv auf Vorrat zu kaufen.

 

Annika Bavendiek