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Annikas Maxvorstadt

Mein München

München – Eine so große Stadt mit so vielen unterschiedlichen Vierteln und Ecken, dass man kaum alles entdecken kann, denkt Ihr? Grade wenn man sich in einer Gegend eben nicht auskennt, findet man ja nie das nette kleine Café mit dem tollen Kaffee oder den kleinen Park, der so schön versteckt liegt? Da haben wir eine Lösung! In der Reihe „Mein München“ zeigen euch unsere Redakteure München aus ihrer ganz persönlichen  Perspektive, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Sie geben euch Insidertipps, persönliche Empfehlungen und Hinweise, was man unterwegs in München auf keinen Fall verpassen sollte! 

Im letzten Herbst ist mir das passiert, was in München fast den gleichen Stellenwert hat wie im Lotto zu gewinnen: ich habe eine Wohnung in der Maxvorstadt ergattert. Für Studenten ist die Lage natürlich perfekt und wer hier auch noch ein Rad besitzt, ist nicht mehr aufzuhalten. Obwohl ich das Viertel um das LMU Hauptgebäude herum schon in und auswendig kannte, hier zu wohnen gibt einem noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Während meiner ersten paar Monate in meinem neuen Viertel habe ich ein paar Ecken entdeckt, die ich nur zu gerne ein wenig bekannter mache (aber nur ein wenig!).

Die Maxvorstadt ist riesig und reicht vom Siegestor fast bis zur Donnersbergerbrücke und vom Josephsplatz zum Odeonsplatz. Und sie ist wahrscheinlich vor allem bei den Studenten unter Euch das am besten bekannte Viertel. Die beiden großen Universitäten LMU und TU, so wie viele Museen und bei Touristen beliebte Plätze wie der Königsplatz sind hier zu finden. Aber gibt es auch noch richtige Geheimtipps abseits der Massen?

Kaffee, Tee und Kuchen

Gefühlt, und vielleicht tatsächlich, ist die Maxvorstadt das Viertel mit den meisten Cafès. Der erste Tipp ist mein Lieblingscafe in Uninähe. In den Querstraßen der Schellingstraße gibt es unzählige Cafès und oft wird man von der Auswahl geradezu erschlagen. Die folgenden drei Tipps sind alle etwas anders als die Mehrheit der Cafès in der Maxvorstadt – und vielleicht genau deshalb einen Besuch wert.

Wenn man Gemütlichkeit und etwas zum Naschen sucht, dann ist die Brown’s Teabar in der Türkenstraße die richtige Wahl. Diese bietet besonders im Winter zuverlässig Schutz vor der Kälte und ein unendlich großes Sortiment an Tees, Torten und amerikanischen Pies. Auch im Sommer kann man sich in dem kleinen Café an regnerischen Tagen in die gemütlichen Sessel kuscheln und den Leuten draußen dabei zusehen, wie sie nass werden.

Je weiter man sich von den Hochschulen entfernt, desto ruhiger und gemütlicher geht es in der Maxvorstadt zu. In der Augustenstraße beispielsweise gibt es viele kleine Cafès in denen man ruhig sitzen und die Passanten beobachten kann. Besonders gut gefällt mir hier das Cafè Josefina, wo es Kuchen wie bei Oma und Frozen Smoothies gibt. Und natürlich täglich wechselnde Mittagsgerichte, die auch in den studentischen Finanzplan passen. Ob bio, vegetarisch oder vegan – hier findet jeder etwas.

Ein besonderes Cafè, das ich selbst erst vor kurzem entdeckt habe, ist die Lamingtons Bakery in der Schleißheimerstraße. Bei dieser handelt es sich nämlich um eine australische Bäckerei und obwohl ich es bis jetzt noch nicht ins Land der Kängurus geschafft habe, im Lamingtons fühle ich mich dem schon ganz nah.

Auf einen Drink…

Wenn es abends mal ein Drink in einer gemütlichen Bar sein soll, empfiehlt sich der Salon Irkutsk in der Isabellastraße. Die kleine Bar, deren Inneneinrichtung aussieht wie blind zusammengewürfelt, veranstaltet oft kleine Konzerte und Lesungen. Besonders lecker ist hier der hausgemachte Wodka in verschiedenen Geschmacksrichtungen und die riesige Auswahl an Wermut (vielleicht nach dem Gin das neue In-Getränk?).

Eine Bar, die mehr aussieht wie ein Wohnzimmer und mindestens genauso gemütlich ist, ist der Holzkranich in der Georgenstraße/fast schon am Josephsplatz. Hier gibt es leckere Cocktails und oft ein interessantes Publikum.

Vor allem im Sommer mag ich besonders gerne das Freebird in der Nordendstraße, bei dem man gemütlich an der Straße sitzen und heiße Tage ausklingen lassen kann. Die Cocktails sind eher ausgefallen und gleichen kleinen Kunstwerken. Mein Tipp: probiert den Gin Tonic – die Gläser werden vorher mit Rosmarin ausgeräuchert. Und ja, das sieht genauso verrückt aus wie es klingt.

Ich liebe an der Maxvorstadt, dass man mitten in der Stadt ist und mit dem Fahrrad in Minuten überall sein kann. Und wenn die Auswahl des perfekten Cafès mal wieder schwerfällt (trotz meiner vielen Tipps), dann zieht einfach ein oder zwei Querstraßen weiter und entdeckt etwas Neues. Oder wählt den Schellingsalon, wie schon alle Studenten vor euch!

Annika Wiedemann