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Er fragt Sie: Verhütung

Er fragt – Sie fragt

Unsere beiden Autoren eint ein Wunsch: Das andere Geschlecht zu verstehen. “Schnurzelburzel” und “Honigmäulchen” stellen sich in dieser unikaten Serie regelmäßig Fragen, deren Antworten die Gemütslagen, Vorstellungen und Gedankengänge des anderen Geschlechts erhellen sollen. Diese Woche:

Pille? Kondome? Wer ist eigentlich zuständig und wer zahlt?

Hallo, lieber Schurzelburzel!

Schön, dass du das endlich einmal fragst. Wie uns allen bestimmt sonnenklar ist, ist das Thema Verhütung unglaublich wichtig. Und dennoch findet hier wenig Kommunikation statt. Wieso eigentlich?

Bevor wir zu Fragen der Zuständigkeit und der Zahlung kommen, dachte ich mir, dass ich dir die wichtigsten Informationen zum Thema zusammenstelle.

Rund um Verhütung – Was du alles wissen musst

Die Nummer eins unter den Verhütungsmitteln ist wohl immer noch das Kondom. Es ist zwar nicht das Sicherste, aber es ist zumindest immer schnell zur Hand und weder Mann noch Frau müssen dabei viel berücksichtigen. Außerdem schützt es natürlich noch vor Geschlechtskrankheiten.

Neben dem Kondom gibt es aber noch unzählige weitere Verhütungsmethoden. Von der Pille über die Kupferkette und das Hormonpflaster bis hin zur Temperaturmethode.

Die meisten dieser Mittel arbeiten mit Hormonen, sodass eine Schwangerschaft verhindert wird. Es gibt allerdings auch hormonfreie Verhütungsmittel.

Augenfällig hierbei ist, dass alle diese Methoden ausschließlich für das weibliche Geschlecht konzipiert sind. Es kann ein langwieriger und mühsamer Prozess für eine Frau sein die passende Verhütungsmethode zu finden.

Wenn dich dieses Thema wirklich interessiert empfehle ich dir folgende Website:
https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/

Wer ist verantwortlich und wer zahlt?

Da die meisten der Verhütungsmethoden die Frau betreffen und sie mit den möglichen Nebenwirkungen oder Einschränkungen – ja, es sind bisweilen Hormonbomben oder mit extremen Schmerzen beim Einsetzen verbunden – leben müssen, ist es an der Frau für welche der vielen Methoden sie sich entscheidet. Es ist schließlich ihr Körper und somit liegt das Recht auf die Wahl der Verhütungsmethode auf ihrer Seite.

Außerdem verhütet man ja nicht immer nur in einer Beziehung. Und wer klärt schon mit seinem One-Night-Stand, ob er die Kupferkette oder die Pille besser findet?

Allerdings finde ich, lieber Schnurzelburzel, dass es kommuniziert werden sollte. Weder der eine Partner noch der andere sollte automatisch davon ausgehen, dass der jeweils andere sich darum kümmert. Bevor man mit einer anderen Person Geschlechtsverkehr hat, sollte man klären wie und ob verhütet wird. Das ein Kondom verwendet wird, ist ja eigentlich klar. Aber wer besorgt es? Wer bringt es mit? Gerade beim Kondom finde ich persönlich, dass die Verantwortung wieder auf der Seite des Mannes liegt. Er weiß schließlich – wie bei den anderen Methoden die Frau – was für ihn am besten passt.

Wie in jeder Beziehungsfrage ist aber eben auch hier Kommunikation das A und O. Wenn man vorher abklärt wie verhütet wird, dann ist doch alles super. Und seien wir doch mal ehrlich: Im Notfall ist die nächste Tankstelle oder der nächste Späti nie weit weg.

Tja, und wie sieht es mit der Bezahlung aus? Ich finde ja, dass hier aufgeteilt werden sollte. Verhütet man beispielsweise mit Kondom und Pille, so kann ja der eine die Pille bezahlen und der andere die Kondome. Lässt sich jetzt die Partnerin eine Kupferkette einsetzten und ihr verhütet nicht mit Kondomen, da ihr beide auf Geschlechtskrankheiten getestet seid, dann finde ich es nur fair, wenn die nicht gerade billige Prozedur gerecht aufgeteilt wird. Denn nur weil wir als das weibliche Geschlecht, dasjenige sind, welches schwanger wird, heißt es nicht, dass ihr als Männer dabei nicht mindestens genauso viel Verantwortung tragt. Schließlich ist Verhütung nicht nur Frauen (oder Männer) Sache.

Abschließend kann ich dir, Schnurzelburzel, und all den anderen Männern und Frauen da draußen nur raten: Sprecht miteinander! Wie verhütet ihr und wie würdet ihr gerne verhüten? Und macht euch bewusst, dass zu einer Schwangerschaft immer zwei gehören!

Nach diesen warnenden Worten zu einem ernsten Thema noch einmal eine Erinnerung: Sex soll Spaß machen (und tut es hoffentlich auch), aber sich wirklich auf nichts anderes als seinen Partner konzentrieren kann man am besten mit der richtigen ‚Vorsorge’.

Schön, dass du gefragt hast, gut dass wir geredet haben – jetzt freu ich mich darauf wenn wir uns das nächste Mal wieder sehen mein lieber Schnurzelburzel.

Dein Honigmäulchen