Wir schreiben München – schreibt mit!

Der UniKater – Streifzüge durch Münchner Geschichten

Masken und Kostüme weit und breit

Ein kleiner Kater streift seit einigen Wochen durch die Münchner Straßen. Besonders im Univiertel häufen sich die Sichtungen – anscheinend ist er sogar Justus schon vor den Porsche gelaufen. Wir kennen weder seinen Namen noch seinen Hintergrund, haben aber festgestellt, dass er die tollsten Geschichten aus dem Münchner Alltag erzählen kann. Beim Zuhören scheint es sogar oft, als wäre er im Herzen einer von uns.

Miau, ihr Menschen!

Was ist denn hier los? Es ist Sonntag und ich habe eigentlich angenommen, dass die Leute heute eher daheim sitzen und damit beschäftigt sind, nix zu tun. Ich meine, es ist Februar – dementsprechend wechseln sich Schnee und Regen ab und es ist kalt draußen. Doch während ich auf der Fensterbank in der Bibliothek sitze und mir die Heizung den Bauch wärmt, fallen mir draußen komische Sachen auf: Da laufen Gestalten in den verrücktesten Gruppenkonstellationen auf der Ludwigstraße. Ein Pirat, ein Gespenst und – ist das Batman? Und wieso hat jeder von denen ein Augustiner in der Hand? Ist das auf der anderen Straßenseite ein Polizist, der eine kleine Fee auf den Schultern trägt und dahinter eine Hexe, welche einen Kinderwagen fährt? Das ist doch schon sehr verrückt, also beschließe ich kurzerhand doch rauszugehen, um mir das Ganze näher anzuschauen.

Sobald ich aus der Glastür austrete, fällt mir der Bass auf! Die Musik ist zwar nicht laut, dennoch höre ich sie deutlich und sie scheint vom Marienplatz zu kommen. Genau dahin scheinen auch diese ganzen Wesen zu strömen. Obwohl vor mir vier halbnackte Bauarbeiter vorbeilaufen – die sind doch verrückt bei solchen Temperaturen so rauszugehen – schlendere ich in die gleiche Richtung. Die Musik wird immer lauter und die komischen Gestalten zahlreicher. Alle scheinen irgendwie Spaß zu haben, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, was ein Skelett und ein Engel gemeinsam haben können. Aber anscheinend sind sie lustig drauf. An der Feldherrnhalle werden die Fabelwesen langsamer, da sie zu viele sind. Aber kein Thema für mich! Als ich mich durch die Menge zwänge, tritt mir zwar der ein oder andere Huf auf meinen Schwanz (Au – seid ihr narrisch?), doch auf einmal bin ich am Fischbrunnen und kann meinen Augen nicht trauen.

Der UniKater erlebt den Fasching in München © Sophie Obwexer

Zwar sind die verschiedensten Individuen zu erkennen – Sensenmänner, Krankenschwestern, Clowns, Cowboys usw. aber auch normale Menschen stehen hier und da herum und alle blicken auf die große Bühne vor dem Rathaus. Hier tritt gerade eine Gruppe Wikinger auf und spielt irgendwas Rockiges. Die Stimmung ist ausgelassen und ich sehe ab und an jemanden an einem Bier nippen, oder einen Schnaps trinken. Auf einmal merke ich, wie mich das ganze Geschehen auf seine Art und Weise doch verzaubert und ich beginne meinen Schwanz im Takt der Musik zu schwenken. Trotz des grauen Wetters steigt meine Stimmung und ich schlendere weiter Richtung Stachus. Auf dem Weg rieche ich auf einmal gegrilltes Fleisch! Stimmt – ich habe noch nicht zu Mittag gegessen! An einem Stand, wo ein Arzt belegte Semmeln verkauft, ist eine Frau mit roten Haaren, welche zu zwei abstehenden Zöpfen geflochten sind so nett und gibt mir ein Stück Schinken. Die hat aber viele Sommersprossen im Gesicht! Weiter geht’s!

Am Stachus ist die Menge auch riesig und am Brunnen steht eine große Bühne, auf welcher ein Polizist an einem DJ-Pult steht und elektronische Musik spielt. Ich frage mich, wie lange diese Feierei geht? Langsam wird es dunkel und ich merke, wie ich langsam müde werde. Zeit, den Rückweg einzuschlagen! Auf einmal höre ich hinter mir, wie jemand sagt: „Sehr nice, dass die Party noch bis Dienstag geht. Ich freue mich schon auf den traditionellen Tanz der Marktweiber am Viktualienmarkt!“ Ich drehe mich um und sehe einen grünen T-Rex mit einem menschlichen Gesicht unter dem Maul!! Neben ihm steht ein Kerl mit schwarzen Haaren, welche ihm zu Berge stehen und statt Händen hat er Scheren an seinen Armen. Der T-Rex dreht sich zu seinem Begleiter um und sagt: „Es soll ja noch am Abend Mickie Krause auftreten! Haha, dafür muss ich aber noch etwas dichter werden.“ Diese Feierei geht noch zwei ganze Tage? Das kann ja heiter werden…

Bis bald! Euer UniKater

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.