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Gender-Gap in der Gehaltszahlung

Zulassungsbeschränkungen, Motivationsschreiben, Werkstudentenverträge, Bewerbungsgespräche – als Student hat man es heutzutage nicht leicht. Wenn auch ihr schon fast den Durchblick im hart umkämpften Bewerbungs-Urwald verloren habt, kommt hier die Rettung. Karriere-Coach Petra Carlile verrät jeden Monat unikate Tipps und Tricks in Sachen Bewerbung.

Folge 25:

„Eine Frage für die Mädels: Wie finde ich heraus, ob ich aufgrund meines Geschlechts schlechter bezahlt werde als meine männlichen Kollegen? Was kann ich tun?“

Unser unikater Karriere-Coach beantwortet eure Fragen!

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Nach wie vor gehört es sich nicht, in Unternehmen über Gehälter von Kollegen zu sprechen. Doch das Thema Gender-Gap an sich ist kein Tabu mehr. Wir befinden uns zwar noch immer in den Startlöchern für Gleichbehandlung in der Gehaltszahlung, doch vor medialer Aufklärung, engagierten Gleichbehandlungsaktivisten, dem Equal Pay Day, dem Mindestlohngesetz und vielem mehr können sich auch Unternehmen nicht mehr verstecken. Immerhin sitzt ihnen die Sorge um qualifizierten Nachwuchs im Nacken. Langsam geht auch konservativ Gesinnten ein Licht auf, dass Frauen einen hohen und wertvollen Anteil ihrer Mitarbeiter ausmachen. Diese auch fair und gerecht in der Bezahlung zu behandeln ist ein Aspekt der Mitarbeiterbindung.

Was kann man tun, um sich vor ungleicher Bezahlung zu schützen?

  • Beschäftigt euch bereits während des Bewerbungsprozesses eingehend mit den Unternehmen
  • Konzentriert euch dabei auch auf Veröffentlichungen, soziales Engagement und Weiteres
  • Sucht nach den besten Arbeitgebern (greatplacetowork.de, kununu.de usw.)
  • Recherchiert eure Einstiegsgehälter in den Gehaltsspiegeln ohne Geschlechterunterscheidung
  • Vielleicht habt ihr den Mut, im Bewerbungsgespräch bei euren Fragen zur Stelle und zum Unternehmen auch danach zu fragen, welchen Stellenwert die Gleichbehandlung der Arbeitnehmerinnen hat. Schließlich geht eine Bewerbung in beide Richtungen – das Unternehmen bewirbt sich auch bei künftigen Angestellten.
Unser unikater Karrierecoach: Petra Carlile, (c) Angelika Güc, semikolon

Unser unikater Karriere-Coach: Petra Carlile © Angelika Güc, semikolon

Wenn ungleiche Bezahlung erst im Nachhinein auffällt

Es ist immer eine Frage der Art, wie wir miteinander kommunizieren. Formuliert ihr die ungleiche Bezahlung nur als unfair und nicht mehr zeitgemäß, ist das ein Frontalangriff, auf den der Unternehmer beziehungsweise Personalverantwortliche gewöhnlich abblockt oder mit Abwehr reagiert.

Mein Vorschlag: Vereinbart einen regulären Termin für ein Gehaltsgespräch.

Betont eure Kompetenzen und Qualifikationen, eure erfolgreich abgeschlossenen Projekte und Erfolge und argumentiert so in einem Gespräch für eine Gehaltserhöhung anstatt ausschließlich das Entgelt mit dem männlicher Kollegen zu vergleichen. Tretet selbstbewusst auf und steht zu euren Erfolgen. Verändert sich danach trotzdem nichts, ist das nicht euer Unternehmen und spätestens dann ist es Zeit, sich nebenbei nach einem passenderen umzusehen.

Es wird noch einige Jahre dauern, bis das Thema ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen komplett vom Tisch ist. Vielleicht wird ein Bundesgesetz endgültige Weichen stellen. Ihr seid diejenigen, die die Selbstverständlichkeit für gleiche Bezahlung in allen Unternehmen umsetzen könnt, indem ihr zeigt, dass eure Arbeitsergebnisse genauso herausragend sind wie die eurer männlichen Kollegen und dafür einsteht, leistungsgerecht bezahlt zu werden.

Alles Gute und viel Erfolg bei der Wahl eures künftigen Unternehmens! Ich freue mich auf eure weiteren Fragen rings um das Thema Bewerbung und Karriereentwicklung.

Eure Petra Carlile

Schickt uns eure Fragen! Mail an: karrierefragen@unikatmag.de

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

Mehr unikate Hilfe und Tipps und Tricks für deinen absoluten Traumjob findest du auch in den letzten fünf Folgen des Karriere-Coaches:

Folge 20 „Der Arbeitsvertrag“

Folge 21 „Falsche Berufsentscheidung“

Folge 22 „Entscheidung bei mehreren Jobangeboten“

Folge 23 „Absagen von Jobangeboten“

Folge 24 „Gehaltsverhandlungen im Bewerbungsgespräch“

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