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Wen wählen, wenn wir wählen – Teil 2

Im Gespräch mit der LINKEN

UNIKAT hat im Vorfeld der Bundestagswahl Interviewanfragen an die sechs bekanntesten, beziehungsweise meist thematisierten, Parteien verschickt. Die Idee war, allen die gleichen Fragen zu stellen, um keine Partei zu bevorzugen und so eine optimale Vergleichsmöglichkeit zu schaffen. Fünf Parteien haben sich zu einem Interview bereit erklärt und diese stellen wir euch in unserer Interviewreihe vor. Das Ziel dieser Interviews ist nicht, sich als Konkurrenz zum Wahl-O-Mat zu positionieren. Wir von UNIKAT wollen Euch vielmehr dazu anregen, euch über die Parteien genauer zu informieren! Heute: Die Standpunkte der LINKEN.

Das Interview wurde mit der Spitzenkandidatin und hochschulpolitischen Sprecherin im Deutschen Bundestag Nicole Gohlke geführt.

Bundestagskandidatin Nicole Gohlke © Katja Julia Fischer

Warum sollten Münchner Studenten ausgerechnet Ihre Partei wählen? Inwiefern würden Sie die Zukunft von Studenten (positiv) beeinflussen?

An den Hochschulen müssten von 2017 bis 2025 ungefähr 35 Milliarden Euro investiert werden, um den Modernisierungsstau abzubauen. Hörsäle und Seminarräume sind überfüllt. Es gibt zu wenig Personal: Um einen Betreuungsschlüssel von 13:1 zu erhalten, wie er 1980 errechnet wurde, bräuchte es über 55.000 wissenschaftliche Stellen. Außerdem denken die Studis an ihre eigene Zukunft: Wir treten ein für unbefristete Jobs, um die Zukunft in Ruhe planen zu können. Dies gilt übrigens vor allem auch an den Universitäten: DIE LINKE hat im Bundestag für eine Entfristungsoffensive im Mittelbau gestritten – mit Schaffung beziehungsweise Entfristung von 100.000 Stellen. Wir wollen gute Arbeitsbedingungen für Studierende und wissenschaftliches Personal. Dazu muss die Unterfinanzierung der Hochschulen beendet werden. Schließlich ist eine Ausweitung des BAföG die entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft für einen Beruf frei entscheiden können.

Was sind Ihre Ziele in der Bildungspolitik?

Wir kämpfen für mehr Personal in Bildung und Erziehung. Wir wollen die Gebäude sanieren, ausbauen und dem Bedarf anpassen. Wir kämpfen gegen die soziale Spaltung in der Bildung, gegen Leistungsdruck und Unterfinanzierung. Alle sollen die gleichen Chancen auf und den gleichen Zugang zu Bildung haben. DIE LINKE setzt sich für ein inklusives Bildungssystem ein, in dem Menschen individuell gefördert werden. Wir wollen gemeinsames, solidarisches Lernen statt Konkurrenz und Notendruck. Wir wollen Lehr- und Lernmittelfreiheit, kostenfreie Verpflegung in Kita und Schule sowie kostenfreie Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule. DIE LINKE steht für gute Bildung, die nicht vom Geldbeutel und der Herkunft abhängt.

Was wollen Sie in der Umweltpolitik erreichen?

DIE LINKE kämpft für den Einstieg in einen sozial gerechten und demokratisch durch die Menschen gestalteten ökologischen Umbau: Hin zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, ökologischer Mobilität, Klimaschutz und gerechten Übergängen zu einem nachhaltigen Wirtschaften. Um den ökologischen Umbau unserer Energieversorgung, der Mobilität, der Nahrungsmittelproduktion und der gesamten Wirtschaft zu ermöglichen, braucht es eine Politik, die zugleich sozial gerecht, ökologisch und radikal demokratisch ist. Ein starkes soziales Gefälle wirkt sich auch ganz konkret auf die Umwelt aus: Wer erwerbslos ist oder wenig verdient, kann sich Bio-Produkte oder gesunde Lebensmittel kaum leisten. Je niedriger die Einkommen sind, desto höher sind in der Regel die Umweltbelastung und der CO2-Ausstoß pro Haushalt.

Was ist ihr Standpunkt in Sachen Flüchtlingspolitik?

Wir werden uns niemals damit abfinden, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken oder in Tod und Folter abgeschoben werden. Wir wissen: Wir müssen die Ursachen bekämpfen, nicht die Symptome. Wir müssen Krieg, Waffenexporte und die Ungerechtigkeiten in der globalen Wirtschaft beenden. DIE LINKE steht an der Seite der Armen und Erwerbslosen wie an der Seite der Geflüchteten. Wir sind Teil der Willkommens- und Solidaritätsbewegung für die Geflüchteten. Deutschland ist schon lange ein Einwanderungsland. Wir wollen ein gutes Zusammenleben stärken, mit allen, die hier leben: Eine soziale Offensive für alle. Gegen einen rechten Kulturkampf, gegen die falschen Versprechen, dass es »uns« besser geht, wenn es »den anderen« schlechter geht, wollen wir eine Gesellschaft, in der wir ohne Angst verschieden sein können.

Was sind die drei wichtigsten Ziele, die sie umsetzen wollen?

Wir kämpfen gegen Armut und obszönen Reichtum, denn das eine ist die Kehrseite des anderen. Wir streiten für einen bezahlbaren Wohnraum. Wir wollen gut bezahlte, unbefristete Jobs in allen Bereichen!

Wie würden sie ihre Partei kurz und knapp in einem Satz beschreiben mit „Wir sind die…“?

Wir sind die Partei für soziale Gerechtigkeit, soziale Sicherheit, Abrüstung und Frieden –dafür treten wir an, darauf ist bei uns Verlass.

Hier geht es zu unserem ersten Interview mit der FDP.

Tonja Dingerdissen

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