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Ich – Einfach unverbesserlich 3

Unikat zu Besuch bei Gru und seinen Minions 

Anfang Juni flatterte sie in die unikate Redaktion, die Einladung an uns und unsere Kinder zur Pressevorführung von Ich – Einfach unverbesserlich 3. Die Begeisterung war sofort groß und ein Betriebsausflug ins Kino wurde rasch geplant. Kinder hatte zwar keiner und die spontane Beschaffung stellte sich auch als schwierig heraus, aber laut PR-Teamchef Alex „gehen ein paar Personen hier schon als Kinder durch.“

Minions machen Kinder froh und „Erwachsene“ ebenso. © UPIMedia

Ein paar Wochen später saßen vier von uns dann also erwartungsvoll in den gepolsterten Sesseln, jeder eine riesige 3D-Brille auf der Nase, umgeben von popcornknuspernden, plappernden Kindern und ihren Journalisteneltern. Nach den ersten beiden Filmen über den Schurken Gru und seine drei Mädels Margo, Edith und Agnes, sowie dem Minions-Film, der im Sommer 2015 die Kinosäle füllte, gab es in unseren Reihen natürlich schon einige Erwartungen:

„Ich denke, dass er nicht so gut wird wie die ersten beiden. Ich war von dem Minions-Film eher enttäuscht… Aber vielleicht haben sie sich ja jetzt angestrengt. Also wird schon gut, aber nicht überragend. Ich bin gespannt.“ —Caro, Redakteurin

„Spaß, gute Unterhaltung und möglicherweise wenig Inhalt.“ —Tonja, 2. Vorstand

„Ich bin ja ein Fan von dem Protagonisten Gru, der ist mir eigentlich noch sympathischer als seine Schergen, die Minions. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen ihm und seinem Bruder entwickeln wird.“ —Alex, PR-Teamchef

Im neuen Film trifft Gru seinen Zwillingsbruder Dru – und ist erstmal gar nicht so begeistert. © UPIMedia

In den ersten beiden Teilen von Ich – Einfach unverbesserlich baut Gru sich durch die Adoption der drei Mädchen sowie die Heirat mit Lucy, einer cleveren Agentin, eine eigene Familie auf und verwandelt sich vom weltbekannten Superschurken nicht nur zum einfühlsamen Vater und Ehemann, sondern später auch zu einem geschätzten Spion der Anti-Schurken Liga. Der dritte Teil setzt damit ein, dass Gru und Lucy wegen einer Panne bei der Verfolgung des aktuell meistgesuchten Schurken namens Balthazar Bratt fristlos gefeuert werden. Die Minions hoffen daraufhin auf eine Rückkehr zum spannenden Schurkenleben, werden von Gru aber enttäuscht und kehren ihrem Chef den Rücken. Obendrauf erfährt Gru noch, dass er einen Zwillingsbruder hat, der nicht nur in einer Bonzenvilla mit angrenzendem Fuhrpark lebt, sondern auch Haare auf dem Kopf hat. Als Bratt, der Gru und Lucy anfangs durch die Lappen gegangen ist, wieder auftaucht und Unheil stiftet, ist das Chaos perfekt und Gru macht sich daran, seine Ehre als Spion/Schurke wiederherzustellen.

Bratt ist definitiv auch einer der Figuren mit dem größten Unterhaltungswert. Ein ehemaliger Kinderstar aus den 80er-Jahren, rennt er immer noch mit Glitzeranzügen inklusive Schulterpolstern herum, neutralisiert seine Gegner mit pinken Kaugummiblasen und prahlt gerne mit der Waffe seiner Wahl, einer quietschbunten Keytar. Weil der „ganz böse Junge“ mit dem Einsetzen der Pubertät gefeuert wurde, will er sich nun endlich an Hollywood rächen und die Stadt dem Erdboden gleich machen.

Der Schurke Balthazar Bratt sorgt mit seinem Auftreten für viel Unterhaltung. © UPIMedia

Aber auch Grus Familie und seine kleinen, gelben Handlanger sorgen wie gewohnt für lustige, aber auch emotionale Momente. Agnes wird auf ihrer Suche nach einem echten Einhorn unerwartet fündig, Lucy bemüht sich um die Erfüllung ihrer neuen Mutterrolle, Margo sieht sich mit einem unnachgiebigem Verehrer konfrontiert und die Minions stellen mal eben ein Hochsicherheitsgefängnis mitten in der Wüste Arizonas auf den Kopf. Bei all dem Trubel bekommt Edith, die mittlere Tochter, leider viel zu wenig Aufmerksamkeit – und das, wo man sie in den ersten beiden Filmen doch sehr liebgewonnen hat, mit ihrer pink-gestreiften, stets tief in die Stirn gezogene Mütze und der „Ihr könnt mich mal“-Einstellung.

Wir von Unikat haben uns bei der Vorführung auf jeden Fall amüsiert, die einzelnen Szenen höchst kritisch und objektiv analysiert und ausgiebig darüber diskutiert, ob Agnes denn immer noch genauso niedlich ist wie in den ersten beiden Filmen. Am Ende die knallharten Urteile:

„Schlechter als die anderen beiden.“ —Tonja

„Das 80er-Ding im Intro war voll cool, aber sie haben es nicht durchgezogen.“ —Caro

„War gut! Ich find’s Wahnsinn, wie die es jedes Mal schaffen, den Geschmack von sowohl Kindern als auch Erwachsenen zu treffen. Im wahrsten Sinne des Wortes familienfreundlich.“ —Alex

Ganz stolz den kleinen Kindern die Minion-Poster weggeschnappt. (Keine Sorge, der Haufen war groß genug für alle.) © Unikat

Insgesamt überzeugt Ich – Einfach unverbesserlich 3, wie auch seine beiden Vorgänger, durch den liebenswürdigen Slapstick-Humor, den actiongeladenen Einsatz neuer kreativer Waffen und natürlich dem Minion-Kauderwelsch, das auch einfach nicht alt wird. Zum Ende des Films hin hapert es zwar sowohl mit effektiven Spannungselementen als auch mit konsequentem Zu-Ende-Denken der aufgebauten Handlungsstränge, jedoch kann man solche inhaltlichen Mängel bei dem Putzigkeitsfaktor der Figuren und der ganzen Geschichte um sie herum durchaus mal außer Acht lassen. Zur schamlosen Unterhaltung und dem ein oder anderen Lachanfall taugt der Film allemal.

Stephanie Berens

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