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Der UniKater – Streifzüge durch Münchner Geschichten

Münchner im Sommer

Ein kleiner Kater streift seit einigen Wochen durch die Münchner Straßen. Besonders im Univiertel häufen sich die Sichtungen – anscheinend ist er sogar Justus schon vor den Porsche gelaufen. Wir kennen weder seinen Namen noch seinen Hintergrund, haben aber festgestellt, dass er die tollsten Geschichten aus dem Münchner Alltag erzählen kann. Beim Zuhören scheint es sogar oft, als wäre er im Herzen einer von uns.

Miau, ihr Menschen!

Neulich hatte ich wieder eine Diskussion mit meinen Freunden aus anderen deutschen Städten. Was? Wie wir miteinander kommunizieren können? Na über Tatzbook und MaunzApp natürlich. Was für eine Frage. Jedenfalls haben wir mal wieder diskutiert, wer die coolsten Menschen in seiner Stadt hat. Während die Berliner Katzen immer schnurren, dass ihre Menschen so viel hipper seien und man viel mehr erleben könnte als in München, schwärmen die Hamburger Katzen über die lockere Art und natürlich den Fischmarkt. Sie sind sich stets einig, dass meine Menschen langweilig seien, zu schickimicki und eingebildet. Sie meinen, wir sprächen alle unverständliches Bayerisch und alles hier sei teuer und es gäbe überall nur Bier. Nun, während kein Kater den Fischmarkt jemals verachten würde, muss ich dennoch widersprechen. Auch meine Menschen sind cool!

Der UniKater findet die Münchner gar nicht so furchtbar. © Sophie Obwexer

Heute jagte ich im Tengelmann in der Türkenstraße mal wieder eine Maus, da lief sie hinaus, sprintete die Schellingstraße hinunter, über die Ludwigstraße und weiter in den Englischen Garten. Ich hielt inne. Es war so voll und wuselig, dass ich sie doch glatt verloren hatte. Enttäuscht setzte ich mich erstmal, um durchzuatmen. Eine junge Frau vom Milchhäusl kam auf mich zu und kniete sich vor mich, in der Hand ein Schälchen Milch. „Hach, du bist ja ein Süßer! Katzen sehen wir hier ganz selten! Guck mal, das hier ist frische Milch, die schmeckt dir sicher!“ Überwältigt von dieser freundlichen Geste, starre ich sie einen Moment nur unverwandt an. Als sie aufsteht, stürze ich mich auf das Schälchen und stille meinen Durst. Danach ziehe ich beschwingt weiter. Satt und zufrieden ist das Getümmel viel leichter zu ertragen. Ich erreiche eine Brücke – gut, dass ihr Menschen genau so ungern durch’s Wasser lauft wie wir – und mache einen Bogen um einen der unzähligen Hunde. Der hat mich jedoch gar nicht bemerkt, da er damit beschäftigt ist, sein Herrchen Richtung Wasser zu ziehen.

Das wahre Gesicht der Münchner

Ich klettere auf einen Baum und sehe mich um. Eine Gruppe lachender junger Menschen zu meiner Rechten, dahinter noch eine und noch eine und noch eine. Alle haben Essen dabei, Decken, etwas zu trinken, manche hören Musik. Sie sind barfuß oder in Badeklamotten oder haben auch die weg gelassen, einige unterhalten sich, andere spielen Ball, ein paar scheinen sogar zu tanzen. Wirklich alle scheinen sich hier heute verabredet zu haben. Nur die arroganten Spießer kann ich nicht sehen. Hier wirkt niemand arrogant oder schickimicki. Ja gut, die meisten haben schon ein Bier dabei, aber viele scheinen sich auch mit dem Wasser aus dem Bach zu begnügen. Ich springe von meinem Baum. Diese Menschen sind mir symphatisch. So kenne und liebe ich mein München! Vielleicht wirken sie manchmal anders, aber im Herzen sind sie cool und brauchen nicht mehr zum glücklich sein als einen Tag im Park mit Picknick und einem kühlen Bier. Wollen wir doch mal versuchen, ob mir nicht auch noch jemand den Buckel kraulen will.

Der UniKater

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