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Wo Münchner mit Stolz Schwarz-Gelb tragen

Wilder Westen im Dantestadion

Sommer in München, die sympathischste Jahreszeit in der schönsten Stadt der Welt. Einziges Problem ist mal wieder seine unsägliche Begleitung, die Sommerpause in allen ihren Erscheinungsformen. Gerade Sportfans werden hart getroffen. Sieht man vom äußerst umstrittenen Confed Cup ab, ruht der Ball im Fußball. Genauso wie der Basketball, Puck und Football in Amerika. Über dieses Sommerloch hinweghelfen lassen kann man sich durch Cowboys. Schwarzgelb-gekleidete Cowboys mit Helmen statt Hüten und im Dantestadion statt auf einer Ranch.

Und Action. © Thomas Jensen

Kampf um den Klassenerhalt

Die Rede ist von Münchens Team in der GFL, der höchsten Spielklasse für American Football in Deutschland, den Munich Cowboys. Im Dantestadion, das schon während der Zeit der US-Besatzung für Football- und Baseballspiele genutzt wurde, empfangen sie die besten Footballteams der Bundesrepublik, wie auch letzten Samstag Universe aus Frankfurt. 1414 Zuschauer verfolgten die Partie des letztplatzierten gegen den Dritten der GFL Süd. Das System der German Football League ist an den Spielbetrieb der großen US-Sport-Ligen angelehnt. Die Liga ist unterteilt in eine Nord- und eine Südgruppe, mit jeweils acht Teams.  Die vier besten Pro-Gruppen qualifizieren sich schließlich für die Play-offs und spielen die Meisterschaft unter sich aus. Das Finale im Herbst wird als German Bowl bezeichnet. 1993 konnten die Cowboys diesen zuletzt und auch gleichzeitig das einzige Mal für sich entscheiden. Die aktuelle Zielsetzung ist leider eine andere. Als Letztplatzierter muss das Team nun Siege einfahren, um der Relegation am Ende der Saison, die den Abstieg bedeuten könnte, zu entgehen. Gegen Frankfurt gelang das leider noch nicht, es setzte eine 7 zu 56 Niederlage.

Die trapezförmige Haupttribüne. © Thomas Jensen

Exotische Stimmung

Die Underdogs zu unterstützen ist eine Angelegenheit, die vielen Münchnern zunächst ungewohnt vorkommen mag. Ticketpreise von acht bis 14 Euro eine andere. Der größte Unterschied ist jedoch die gesamte Atmosphäre. Die Haupttribüne des Stadions ist gut gefüllt, hier sorgt vor allem der Fanclub „Wildbells“ für Wirbel. Auf den Rängen rund ums Spielfeld ist der Abstand zum Sitznachbarn schon mal größer. Angenehm sind auch die geringen Wartezeiten beim Biernachschub oder Bratwurstsemmelkauf.  So entsteht, auch durch das häufige Einspielen von Musikschnipseln eine äußerst familiäre und gelöste Atmosphäre, die beinahe an die bei Baseballspielen aus amerikanischen Filmen erinnert. Man fühlt sich also auch als Nichtfootballfreak wohl, zudem werden Spielsituationen und Geschehnisse am laufenden Band vom Stadionsprecher erläutert und kommentiert. Weitere Infos finden sich zudem in der Stadionzeitung.

Die nächsten Heimspiele der Cowboys finden am 8. Juli, 29. Juli und 5. August jeweils um 16 Uhr statt und sind für die Zukunft des Vereins und damit des gesamten Footballsports in München von elementarer Bedeutung. Es ist also jeder aufgerufen im Dantestadion seinen Teil dazu beizutragen, dass München weiter erstklassig bleibt.

 

Thomas Jensen

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