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Eine Legende erwacht – Die Mumie 3D

Von Explosionen, Prügeleien und altägyptischen Beschwörungen

Einst lebte im alten Ägypten die wunderschöne Prinzessin Ahmanet, die mangels eines männlichen Nachkommens die erste weibliche Pharaonin werden sollte. Doch die überraschende Geburt eines Erben zerstören die Pläne der Pharaonentochter. In blinder Wut und von Machthunger getrieben bringt Ahmanet ihre Familie um und schließt einen Pakt mit dem Todesgott Seth. Dieser verlangt eine menschliche Hülle. Gerade als Ahmanet ihren Liebhaber dafür opfern will, wird sie von den Palastwachen gefangen genommen, bei lebendigem Leibe mumifiziert und in einen Sarkophag gesperrt. 2000 Jahre lang soll sie in einer Gruft tief unter dem Sand Mesopotamiens geschlummert haben, bis der Zugang zur Grabstätte durch einen Luftangriff – mitverschuldet von US-Offizier und Dieb Nick Morton – freigelegt wird. Zusammen mit der Wissenschaftlerin Jenny Halsey soll Morton dann auch prompt den Sarkophag nach England bringen. Doch was bis dahin noch niemand ahnt: Nick hat die Mumie erweckt und damit schreckliche Ereignisse in Gang gesetzt, die ihm als Befreier noch eine ganz besondere Rolle zukommen lassen.

Sofia Boutella als Ahmanet © UPI Media

Weniger ist manchmal mehr

Bei Die Mumie 3D handelt es sich um ein weiteres Reboot der Kultfilmreihe rund um den 1932 erschienenen gleichnamigen Film. Er sollte neu, modern und abenteuerlich werden, doch stattdessen ist er einfach nur laut. Die Einstufung als Abenteuerfilm trifft es wohl nicht ganz, vielmehr handelt es sich um einen Actionfilm mit Zombie-Apokalypse-Elementen. Was wie ein Versuch scheint, lustig zu sein, wirkt meist eher albern und fehl am Platz. Die Altersbeschränkung von 12 Jahren ist in Anbetracht einiger doch nicht ganz jugendfreier Szenen durchaus kritisch zu sehen. Etwas fliegt in die Luft, Akteure prügeln sich mit auferweckten Toten und die Mumie murmelt altägyptische Beschwörungen – so lässt sich dieser Film gut zusammenfassen. An Soundeffekten wurde definitiv nicht gespart, wobei einem die Bedeutung des Sprichwortes weniger ist manchmal mehr doch sehr bewusst wird.

Die Mumie 3D ist die erste Neuverfilmung im Rahmen der geplanten Dark Universe-Filmreihe, in der die Universal Studios ihre Monsterfilm-Klassiker neu verfilmen und teilweise auch neu kombinieren wollen. Bindeglied zwischen den einzelnen Filmen wird die von Dr. Jekyll (Russel Crowe) geleitete Geheimorganisation Prodigium sein, die sich der Erkennung, Untersuchung, Eindämmung und Zerstörung des Bösen verschrieben hat. Dass weitere Teile folgen wird am Ende mit einem deutlichen Cliffhanger jedem klar.

Die Stars der Mumie © UPI Media

Mit Herz und Seele

Drei Kontinente umfasste die Produktion des Filmes, 50 Kulissen, 64 Aufnahmen bei Schwerelosigkeit im Flug, 300 Pfund schwere Sarkophage, tausende Spezialeffekte, 300 000 Meter belichteter Film und eine jahrzehntelange Konzeption. Ein richtiges Großprojekt mit viel Herzblut. Mehrere hundert Crewmitglieder arbeiteten gemeinsam an der Verwirklichung des Kinoabenteuers. Die männliche Hauptrolle übernimmt Actionheld Tom Cruise, der Mission Impossible augenscheinlich gleich in sein neues Werk integrierte. Annabelle Wallis – bekannt aus Annabelle, Die Tudors und King Arthur: Legend of the Sword – übernimmt den Part der Jenny Halsey. Hollywood-Größe Russel Crowe flößt dem Leiter von Prodigium, Dr. Henry Jekyll, Leben ein und verkörpert dessen inneren Kampf mit sich selber in beeindruckender Präzision. In Sofia Boutella fand Produzent Alex Kutzman die perfekte Besetzung für Ahmanet; mystisch, dunkel und schön. Ihren Durchbruch feierte Boutella in Kingsman: The Secret Service und Star Trek Beyond. Sie wurde sogar noch vor Tom Cruise besetzt; Kutzman entdeckte die Schauspielerin in Kingsman und heuerte sie an. Beide wollten der Mumie Menschlichkeit geben, sie zu einem Wesen mit realen Gefühlen machen, das vielleicht sogar verstanden werden kann.

Am 8. Juni 2017 startete der Film in den deutschen Kinos. Sicherlich werden sich einige Fans finden lassen, deren Geschmack der Film genau trifft. Man muss es wohl einfach mögen, dieses ganz spezielle Genre – vieles ist schließlich am Ende auch Geschmacksache. An Engagement und Talent mangelte es nicht, bei der Umsetzung haperte es dann ein wenig, wobei Handlung und Charaktere hinter Geschrei, Gewalt und Explosion zurückbleiben mussten.

Josephina Richardt

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