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Die Hauptstadt im Schatten von Barcelona

 10 Dinge, die man in Madrid machen sollte

Spaniens Hauptstadt steht immer noch so ein bisschen im Schatten seines katalanischen Nachbarn. Das aber völlig zu Unrecht. Was man in Madrid machen kann und auch auf keinen Fall verpassen sollte?

 

1. Picknick oder Bootsfahrt im Retiro

Palacio Cristal © Christina Schärfl

Der Parque del Buen Retiro, der ursprünglich als Rückzugsort für die spanischen Monarchen dienen sollte, ist der größte Park in Madrids Innenstadt. Hier kann man gemütlich schlendern, Straßenmusikanten lauschen oder zwischen den großen Bäumen dem Trubel der 3,5-Millionen Stadt für ein paar Stunden entfliehen. Besonders beliebt ist der künstlich angelegte See unweit der Metro-Station Retiro: Hier kann man zwar nicht baden, aber dafür in einem gemieteten Boot über das Gewässer rudern und gleichzeitig die Sonne genießen. Läuft man ein bisschen weiter ins Parkinnere, kommt man zum wunderschönen Palacio Cristal, der komplett aus Glas besteht.

 2. Churros in der Chocolatería San Ginés

In Frankreich sind es Croissants, in Spanien sind es churros con chocolate. Ob morgens, mittags oder nachts nach einer langen Partynacht, die Teigwaren kann man immer essen. Madrids beste und zudem sehr preiswerte Churros gibt es in der 1894 gegründeten Chocolatería San Ginés. Trotz der langen Schlangen muss man nicht allzu lange warten und selbst wenn doch: Die Churros sind es auf jeden Fall wert.

Churros con Chocolate © Christina Schärfl

Chocolatería San Ginés © Christina Schärfl

 

3. Schildkröten in Atocha

Atochas Schildkröten © Christina Schärfl

Auf den ersten Blick erkennt man nicht, dass man sich in einem Bahnhof aufhält, wenn man die Estación de Atocha, Madrids Hauptbahnhof, betritt. Eher erinnert man sich an einen Regenwald. Das führt dazu, dass man hierher nicht nur kommt, um die umliegenden spanischen Städte zu besuchen, sondern auch, weil Atocha zu den Sehenswürdigkeiten Madrids gehört. Das Highlight: Die zahlreichen Schildkröten, die der Besuchermagnet sind und denen man stundenlang zusehen könnte.

 

 

4. Die breite Museenlandschaft besichtigen

  • Prado

    Prado © Christina Schärfl

Mit dem “Museo Nacional del Prado” beherbergt Madrid eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Hier ist zum einen die die größte Sammlung spanischer Maler zu Hause (Francisco de Goya, Diego Velázquez und ), zum anderen sind aber auch Werke großer internationaler Maler wie Rembrandt, Dürer, Tizian oder El Greco ausgestellt, um nur einige Beispiele zu nennen. Kunstinteressierte könnten sich wohl tagelang im Museum aufhalten, denn mit mehr als 3.000 Gemälden aus der Zeit bis zum 18. Jahrhundert ist der Prado eines der größten Museen weltweit.

 

  • Museo Reina Sofía

Im Jahr 1971 wurden die Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die sich bis dato auch im Prado befanden, in ein neues Museum ausgegliedert: Der ehemaligen spanischen Königin Sofía gewidmet, stellt das “Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía” Werke der Moderne aus. Unter anderem sind Picasso, Miró und Dalí vorzufinden. Mit “El Guerníca” hängt auch eines der bekanntesten Gemälde von Pablo Picasso im Museo Reina Sofa. Mit dem Bild reagierte der spanische Maler auf einen deutsch/italienischen Luftangriff während des Spanischen Bürgerkrieges im Jahr 1937 auf die baskische Stadt Guerníca, die dabei komplett zerstört worden war.

 

  • Museo Thyssen-Bornemisza

Prado © Christina Schärfl

“El Museo de Arte Thyssen-Bornemisza” komplettiert zwar nicht die Museenlandschaft Madrids, aber diese kleine Auswahl. Das       Museum gibt es seit 1992. Anders als die beiden zuvor genannten befindet sich hier nicht Kunst einer bestimmten Epoche, sondern beginnt bei alter italienischer Kunst und endet bei moderner Pop-Art. Unter anderem beherbergt das Museo Thyssen-Bornemisza eine der größten Sammlungen deutscher Expressionisten der Welt. Werke von Wassily Kandinsky, Franz Marc und Gabriele Münter können hier bestaunt werden. Ursprünglich war, wie der Name verrät, die Familie Thyssen-Bornemisza Eigentümer der beeindruckenden Kunstsammlung. Kurz nach der Eröffnung erwarb aber der spanische Staat einen Großteil der Gemälde.Tipp: Um lange Wartezeiten zu vermeiden, kann man die Eintrittskarten für die Museen auch auf deren Homepage kaufen, was vor allem beim Museo Thyssen-Bornemisza zu empfehlen ist.

 

 5. Mercado de San Miguel

Mercado de San Miguel © Christina Schärfl

Mercado de San Miguel © Christina Schärfl

Der Markt in der Nähe der Plaza Mayor ist ein Paradies für alle Schlemmer. Hier kann man seinen Wocheneinkauf erledigen und frisches Obst und Gemüse kaufen, oder sich mit einem Snack stärken, wenn man die Stadt erkundet. Am besten besucht man die wunderschöne Markthalle unter der Woche, da sie an den Wochenenden ziemlich überlaufen ist.

 

6. Ausflug nach Toledo

Im Südwesten und rund eine Zugstunde von Madrid entfernt liegt das mittelalterliche Städtchen Toledo. Ein Tagesausflug reicht, um durch die kleinen Gassen zu flanieren und einen guten Eindruck zu bekommen. Sehr zu empfehlen ist die Kathedrale von Toledo vor allem für Kunstliebhaber: Die Sakristei gleicht einem Museum und beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Gemälden bis zum 18. Jahrhundert. Die Werke viele Maler, die auch im Prado ausgestellt sind, können hier bewundert werden. Besonders lohnt sich eine kleine Bustour, die die Teilnehmer zu einem Aussichtspunkt außerhalb der Stadt bringt. Von dort hat man einen einmaligen Blick auf die Provinzhauptstadt am Fluss Tajo.

 

7. Ein Fußballspiel anschauen (Real Madrid, Atlético Madrid)

Plaza de Cibeles © Christina Schärfl

Wenn es zum Stadtderby kommt, steht Madrid Kopf: dann treffen die Königlichen aus dem Norden auf die Arbeitermannschaft im Süden. Für dieses Fußballspektakel wird es wohl schwierig, Karten zu ergattern. Ansonsten kann man sogar an der Abendkasse noch Tickets kaufen. Und auch wenn die Partien dann nicht die spannendsten sind, so lohnt sich ein Besuch allemal, schon alleine um die beeindruckenden Stadien von innen zu sehen. An der Plaza de Cibeles feiern die Spieler von Real Madrid in der Regel ihre Erfolge und lassen sich und ihre gewonnenen Titel von den Fans feiern.

 

8. Sonnenuntergang vom Templo de Depod

Templo de Debod © Christina Schärfl

Der Templo de Debod befindet sich unweit von der Plaza España am Ende der Gran Vía, Madrids großer Einkaufsstraße und Shoppingmeile.  Von dem kleinen Hügel aus kann man einen tollen Ausblick über die Stadt genießen und womöglich auch die schönsten Sonnenuntergänge beobachten. Der Tempel passt auf den ersten Blick nicht wirklich nach Madrid, gehört aber (vor allem abends) zu den schönsten Plätzen. Als Dank an die Spanier, die Ägypten halfen, den Tempel von Abu Simbel zu retten, schenkten sie den Südeuropäern das Bauwerk und transportierten es in ihre Hauptstadt. Er stellt die einzige Sehenswürdigkeit altägyptischer Architektur in ganz Spanien dar.

 

9. Sich auf Königs Spuren begeben

Almudena-Kathedrale © Christina Schärfl

Der Palacio Real ist zwar die offizielle Residenz der spanischen Königsfamilie, aber weil diese nicht dort, in Madrids Zentrum, sondern im Zarzuela-Palast am nordwestlichen Stadtrand residiert, eröffnet sich den Touristen die Möglichkeit, den Palast zu besichtigen. Das prunkvolle Stadtschloss gehört mit mehr als 2.000 Räumen zu den größten Palästen weltweit und wird für offizielle Termine und Staatsempfänge genutzt. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Gleich gegenüber befindet sich die “Catedral de Nuestra Señora de Almudena”, die erst 1993 fertiggestellt wurde. Vor 13 Jahren gaben sich der heutige König Felipe VI. und die ehemalige Journalistin Letizia dort das Ja-Wort.

 

10. Sich durch die Stadt treiben lassen

 

Eine Stadt und das gewisse Etwas, das sie besonders macht, kann man ohnehin am besten kennenlernen, wenn man sich einmal ohne Plan, ohne Karte und ohne Handy auf den Weg macht und durch die zahlreichen Gassen schlendert. Einfach gehen, ohne genau zu wissen, wo man genau ist. Die spanische Hauptstadt hat so viele tolle Ecken zu bieten, die in keinem Reiseführer stehen, die man selbst entdecken muss. Deshalb einfach: offline gehen, sich verlieren und Madrid genießen.

 

Christina Schärfl

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