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Mental health is no taboo topic

Im Interview mit der Life Matters
Foundation

Psychische Krankheiten sind das Tabuthema schlechthin. Auch der Umgang und die Konfrontation mit einer Krebsdiagnose sind sehr schwierig. Um diese Themen machen wir am liebsten einen großen Bogen.

Die Life Matters Foundation jedoch nicht.

Non-Profit Organisationen gibt es viele. Also warum stellen wir genau diese vor?
Weil sie erst vor wenigen Monaten von einem Münchner Studenten gegründet wurde, sehr wichtige Themen behandelt und in kurzer Zeit schon viel erreicht hat.
Der 19-jährige David Sachs aus Schweinfurt, der zum Studieren nach München gezogen ist, hat es sich zum Ziel gemacht über die Krankheiten zu sprechen, Betroffenen Mut zu machen und eine Community zu schaffen. Wieso sich ein junger Student mit den Themen auseinandersetzt? Im nahen familiären Umfeld wurde er mit einer Krebsdiagnose konfrontiert und möchte nun für gesellschaftliche Aufklärung sorgen.

Instagram Bild © Life Matters Foundation

 

Wir alle zelebrieren auf sozialen Netzwerken das perfekte Vorzeigeleben und überspielen unsere eigenen Probleme. Jeder hat mal einen schlechten Tag oder ist aus anderen rationalen Gründen einfach mal nicht super gut gelaunt – das ist normal. Aber wann wird die Traurigkeit, die nicht mehr enden will, zur Krankheit und was bedeutet eigentlich „normal“? Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wann es einem so schlecht geht, dass man professionelle Hilfe braucht.

Sticker / Button der Non-Profit Organisation © Life Matters Foundation

Schade ist aber, dass viele Betroffene auch heute noch das Gefühl haben, sich für eine – teilweise vielleicht sogar lebenswichtige – Therapie schämen zu müssen.

 

Was macht die Life Matters Foundation? Wie wird geholfen?
Auf Konzerten baut David Infostände auf, verkauft seine eigens für die Foundation angefertigten Klamotten, Buttons und Sticker und will mit Menschen ins Gespräch kommen. Auf sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook ist er auch sehr aktiv, da er auf diesem Wege viele Menschen erreichen kann. Einen eigenen Onlineshop gibt es mittlerweile auch schon, die Website ist noch in Arbeit. Das eingenommene Geld wird vorerst noch an die onkologische Abteilung des Roten Kreuz sowie eine Hotline für Suizid-Gefährdete gespendet. Bald sollen die Einnahmen aber in eigene Infomaterialien und Veranstaltungen investiert werden.

T-Shirts der Life Matters Foundation © Life Matters Foundation

In einem Interview stellt UNIKAT dem jungen Studenten einige Fragen und so erfahren wir mehr über seine Non-Profit Organisation:

UNIKAT: Welcher Moment hat dich bisher am meisten geprägt, seitdem du ehrenamtlich für deine Foundation arbeitest?

David: Es gab nicht DEN EINEN Moment. Jedes Mal, wenn jemand zu mir an den Infostand kommt oder mich ein Kommentar über soziale Netzwerke erreicht, fühlt es sich besonders an. Ich erfahre, dass ich Betroffenen helfen konnte, so sehe ich ein Ergebnis für meine Arbeit und es gibt dem Ganzen einen Sinn.

UNIKAT: Wer arbeitet alles für die Life Matters Foundation?

David: Eigentlich habe ich allein angefangen, wurde jedoch immer von meinen Freunden bestärkt. Mittlerweile bekomme ich feste Unterstützung: Mein Kumpel Andy beispielsweise betreut hin und wieder Infostände, mein Bandkollege Quentin ist als professioneller Fotograf für unsere Bilder zuständig und May, eine gute Freundin, ist hauptverantwortlich für das Artwork. Außerdem bekomme ich immer mentale Unterstützung von meiner Freundin Charlotte.

Andy und David (v.l.n.r.) mit ihrem Stand in Nürnberg © Life Matters Foundation

UNIKAT: Hast du noch einen Tipp für Betroffene?

David: Betroffene sollten sich nicht verstecken. Geht offener mit euren Problemen um, dann werden die Menschen euch auch irgendwann offener begegnen. Eure Probleme sind nichts, wofür ihr euch schämen solltet. Scheut euch also nicht davor, euch Hilfe zu holen.

Dass die Life Matters Foundation nötig ist, zeigen Statistiken. Jedes Jahr nehmen sich weltweit fast eine Millionen Menschen das Leben, alle 40 Sekunden stirbt jemand, weil die betroffene Person glaubt, es sei der letzte Ausweg. Suizid gehört zu den drei häufigsten Todesursachen bei 15- bis 25-Jährigen. Viele dieser Selbstmorde könnten mit der richtigen gesellschaftlichen Aufklärung verhindert warden. Denn Krebs, Depressionen und Angststörungen sind furchtbare Krankheiten, aber eine Chance auf Heilung oder zumindest eine Verbesserung des Zustandes sind möglich.

Die Organisation ist hauptsächlich in der Hardcore-Musikszene zuhause, da David selbst in einer solchen Band spielt und oft auf den entsprechenden Konzerten zu finden ist. Die Idee der Life Matters Foundation ist tief mit der Musik und der Szene verwurzelt, deswegen wurde für eins der T-Shirt-Designs auch das Logo einer bekannten Band abgeändert und wiederverwendet. Aber auch abseits dieser Szene könnte das Projekt viele Menschen ansprechen.

Wenn ihr die Life Matters Foundation für gut und wichtig befindet, dann unterstützt sie auf sozialen Netzwerken, kauft euch ein cooles T-Shirt oder spendet. Denn auch wenn es Fortschritte gibt, was den Umgang mit Krebs und psychischen Krankheiten angeht, es bleibt noch viel zu tun.

Instagram: https://www.instagram.com/lifemattersfoundation/
Facebook: https://de-de.facebook.com/LifeMattersFoundation/
Onlineshop: http://lifemattersfoundation.bigcartel.com/

Marina Schmidt

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