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Ehrlichkeit im Bewerbungsgespräch

Zulassungsbeschränkungen, Motivationsschreiben, Werkstudentenverträge, Bewerbungsgespräche – als Student hat man es heutzutage nicht leicht. Wenn auch ihr schon fast den Durchblick im hart umkämpften Bewerbungs-Urwald verloren habt, kommt hier die Rettung. Karriere-Coach Petra Carlile verrät jeden Monat unikate Tipps und Tricks in Sachen Bewerbung.

Folge 15:

„Soll ich im Bewerbungsgespräch gnadenlos ehrlich sein, oder eigene Erfahrungen überspitzen?“

Unser unikater Karriere-Coach beantwortet eure Fragen!

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Die heutige Frage ist nicht in zwei Sätzen zu beantworten. Ehrlichkeit ist aus meiner Sicht grundsätzlich der richtige Weg. Flunkereien oder gar Lügen kommen früher oder später ans Tageslicht. Auch jemand, der nur heiße Luft verströmt („Fließend Englisch? Kein Problem! Ich bin so gut, ich träume ja schon in Englisch!“), wird schnell enttarnt, wenn das Gespräch in Englisch weiter geführt wird und dann nur noch Gestammel zu hören ist.

Wie gehen wir selbst mit Misserfolgen um?

Seht euch euren bisherigen Weg einmal an. Wie geht ihr damit um, wenn es hier und da nicht geradlinig verlaufen ist? Wenn ihr zunächst eine ganz andere Studienfachrichtung begonnen und nach drei Semestern gemerkt habt, dass dies nicht der richtige Weg für euch ist? Klar, könnt ihr sagen: „Das war ein Schuss in den Ofen. Die Fachrichtung Chemie ist viel zu schwer für mich. Die Zeit hätte ich mir sparen können.“ Aber damit macht ihr euch selbst nur nieder. Wenn ihr so nach außen über euch sprecht, dann übermittelt ihr eurem Gesprächspartner gezielt ein negatives Bild. Steht ihr jedoch zu dieser für euch wertvollen Erfahrung und kommuniziert das, denkt auch euer Gegenüber positiv über diese Station des Lebenslaufs:

„Nach den ersten Semestern Chemie habe ich gemerkt, dass ich sofort Umsetzungsmöglichkeiten brauche. Reine Laborforschung oder wissenschaftliche Projekte sind nicht meins. Der Kontakt nach außen, die praktische Anwendung liegt mir viel mehr. Nach einem sechsmonatigen Praktikum in der Euroapotheke war mir klar, dass ich mit Pharmazie weiter mache…“

Positives zu betonen hat nichts zu tun mit überspitzter Darstellung

In einem Bewerbungsgespräch geht es nicht darum, alle Stationen des bisherigen Lebens ausführlich zu erklären. Diese stehen aufgereiht im Lebenslauf. In einem Bewerbungsgespräch kommt es darauf an zu überzeugen, wie sehr ihr für eine Position geeignet seid. Hebt heraus, was konkret ihr dafür mitbringt. Und lasst weniger passende Stationen im Lebenslauf das sein, was sie wirklich sind: wichtige Erfahrungen, die gezeigt haben: euer Weg ist ein anderer.

Unser unikater Karrierecoach: Petra Carlile, (c) Angelika Güc, semikolon

Unser unikater Karriere-Coach: Petra Carlile (c) Angelika Güc, semikolon

Beispiel: „…die weiß nicht, was sie will“

Eine Studentin klagte einmal: „Ich habe eine Berufsausbildung gemacht. Und viele Praktika absolviert, bei denen kein roter Faden zu erkennen ist. Das wird mir oft in Bewerbungsgesprächen vorgeworfen.“ Sie hat diese vielen Stationen gebraucht, um heraus zu finden, was sie wirklich will. Doch auch hier kommt es drauf an, wie sie selbst damit umgeht und auf welche Weise sie das nach außen kommuniziert:

Statt: „Ich wusste lange nicht, was ich will“ stelle man sich doch viel besser dar, wenn man sagt: „Meine vielen praktischen Erfahrungen halfen mir, genau einzugrenzen, wo ich später beruflich tätig sein will und was ich tun möchte. Ich kann mich in einem mittelständischen Unternehmen mit 300 Mitarbeitern viel mehr einbringen und über den Tellerrand hinaus schauen als in einem großen Konzern. Außerdem gibt mir die Zusammenarbeit und der Austausch mit mehreren Personen viel mehr als allein im stillen Kämmerchen zu hocken. Während des sechsmonatigen Praktikums im Unternehmen XY habe ich ein Projekt mit Auszubildenden geleitet, ihnen viel Know How vermitteln können. Daraus hat sich mein Weg ergeben: Nach Abschluss meines Wirtschaftspsychologiestudiums werde ich in einer Personalabteilung arbeiten. Ich übernehme die übergeordnete Ausbildungsleitung für alle Azubis.“

Und? Klingt das für euch geflunkert?

Ich hoffe meine Tipps haben euch geholfen. Viel Glück bei eurem nächsten Bewerbungsgespräch! Ich freue mich schon auf eure nächsten Fragen!

Eure Petra Carlile

Schickt uns eure Fragen! Mail an: karrierefragen@unikatmag.de

Unikate Unterstützung: Der Karrierecoach beantwortet eure Fragen!

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Mehr unikate Hilfe und Tipps und Tricks für euren absoluten Traumjob findet ihr auch in den letzten fünf Folgen des Karriere-Coaches:

Folge 10 „Der erste Tag im Unternehmen“

Folge 11 „Richtiges Verhalten im Bewerbungsgespräch“

Folge 12 „Das Bewerbungsfoto“

Folge 13 „Das Auslandspraktikum“

Folge 14 „Die richtige Berufswahl“

Julia Weinzierler

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