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Das beste Surfcamp Europas

Wellenreiten lernen in Frankreich

Zugegeben, der Werbespruch „Das beste Surfcamp Europas“ zu sein, ist nicht wirklich bescheiden. Aber eins muss man Summersurf lassen: Ihre Website sieht toll aus. (https://www.summersurf.de/) Was mich außerdem überzeugt hat, waren die durchgehend positiven Bewertungen. Das Surfcamp wurde 2011 in Carcans Plage an der Südwestküste Frankreichs von erfahrenen, deutschen Wellenreitern gegründet. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen…

Abendstimmung

Perfekte Surfbedingungen für Anfänger und Fortgeschrittene! © Summersurf

Ich will schon seit Jahren Surfen lernen – also habe ich mich diesen Sommer einfach entschlossen, allein für eine Woche das Abenteuer „Surfen“ anzutreten! Voller Vorfreude bin ich Ende August in München ins Flugzeug gestiegen: Direktflüge nach Bordeaux gibt es fast nicht, deshalb ging meine Reise über Amsterdam. Anreisetag bei Summersurf ist immer Samstag oder Sonntag Vormittag, Kursbeginn ist immer sonntags um 12 Uhr. Auf der Busfahrt von Bordeaux nach Carcans Plage habe ich gleich meine ersten Urlaubsbekanntschaften kennengelernt. Im Camp angekommen, wurden uns die Zelte zugeteilt (Alleinreisende bekommen auf Wunsch ein Zelt mit eigener, abtrennbarer Schlafkabine!) und da wir noch kein Abendessen gebucht hatten, sind wir in einer mittlerweile noch größeren Gruppe in den Ortskern von Carcans Plage zum Essen gegangen.

Ich hab oft gelesen, dass allein reisen im Summersurf Camp kein Problem ist und ich muss sagen: Das Camp ist wirklich sehr familiär und die Gäste sind offen und entspannt, sodass man viele neue Leute kennenlernen und ins Herz schließen kann. Das Durchschnittsalter liegt bei 24 Jahren, aber es gibt keine spezielle Zielgruppe bei Summersurf, denn jeder ist willkommen: Das Camp ist gleichermaßen beliebt bei Männern und Frauen, für jede Altersklasse zugänglich und alle Gäste sind deutschsprachig.

Am Sonntag Mittag ging es los mit einer Vorstellungsrunde aller 40 Gäste, sowie der vielen Mitarbeiter. Nach einer kurzen Einführung über die Grundlagen des Wellenreitens durften wir uns ein Surfbrett und einen Neoprenanzug aussuchen. Am Strand angekommen (übrigens der schönste, längste und beeindruckendste, den ich je gesehen habe!) wurden wir in 8er Gruppen je zwei Surflehrern zugeteilt. Die Lehrer wechselten sich nicht ab, sodass sie nach nur zwei Tagen die Namen ihrer Schützlinge kannten: vor allem diese kleinen Gruppen sind ein Merkmal, welches Summersurf von anderen Camps unterscheidet, der gesamte Unterricht ist somit viel persönlicher und effektiver.

Auch Surfer brauchen mal ein bisschen Entspannung! © Summersurf

Blick auf den Sammelpunkt am Strand von der Düne aus! © Summersurf

Die ersten Tage auf dem Surfbrett waren für alle Anfänger eher ernüchternd: Ich muss gestehen, dass ich das Wellenreiten wirklich unterschätzt habe – und das obwohl ich oft genug vor dem Muskelkater gewarnt wurde – die Kraft und Ausdauer, die für diesen Sport nötig ist, sollte jedem bewusst sein. Aber sogar die unzähligen Stürze vom Brett ins Wasser und die Schleudergänge, wenn eine große Welle über einen hinwegrollt, lernt man irgendwann zu lieben. Ab dem dritten Tag ging es stetig bergauf und wir wurden langsam besser. Es ist beeindruckend, dass 8 Leute, die vor dem Kurs noch nie auf einem Surfbrett standen, nach nur 6 Tagen sicher stehen und manchmal sogar Kurven fahren konnten.

Wir lernten Schritt für Schritt die Grundlagen: den Take-Off, das Paddeln, wie man schnell aufs Brett kommt, die Eskimorolle und haben es in den letzten Tagen sogar ins Lineup (Bereich weiter draußen im Meer, wo die Wellen noch nicht brechen und alles ruhig ist) geschafft. Eine Videoanalyse am vierten Tag war sehr hilfreich, um unsere Fehler zu erkennen und sie zu vermeiden. Der praktische Surfunterricht wird durch  interessante Theorievorträge zu Gezeiten, Strömungen und Verhalten im Notfall perfekt ergänzt. Aber Achtung: Surfen macht absolut süchtig und ich kann mit Sicherheit sagen, dass das nicht meine letzte Woche auf dem Surfbrett war!

Theoriestunde im Camp, © Summersurf

Theoriestunde im Camp © Summersurf

Neben dem super Surfunterricht wird einem als Gast im Summersurfcamp aber noch mehr geboten: Hängematten, eine Slackline, eine Tischtennisplatte sowie eine Auswahl an verschiedenen Bällen versüßen den Teilnehmern den Urlaub auch abseits vom Wasser. Die Verpflegung im Camp kann für einen Aufpreis von 99€ in der Woche dazu gebucht werden und beinhaltet ein Frühstück, einen Beachsnack (Baguette, Obst und Müsliriegel) und ein Drei-Gänge Abendessen, sowie ein Freigetränk und unbegrenzt gefiltertes Wasser aus der Summersurfquelle. Das Essen wird frisch von den Köchen zubereitet, ist abwechslungsreich, gesund und schmeckt zudem noch richtig gut. Für viele ein Hightlight: Zwei Mal pro Woche wird ein Barabend veranstaltet, der erst im Camp beginnt und dann ab 23 Uhr in die Bars des kleinen Orts Carcans Plage verlegt wird.

Beispielmenü am Abend, © Summersurf

Beispiel für ein Abendmenü © Summersurf

Der Campingplatz ist wirklich riesig! Mehrere Surfcamps befinden sich hier, aber trotzdem ist es sehr sauber und vor allem die zahlreichen Waschräume waren in einem guten Zustand. Nachts sorgen Wachmänner für die nötige Ruhe und Ordnung und am Eingang gibt es einen kleinen Supermarkt, der über das für Campinggäste nötige Angebot verfügt.

Der Ort Carcans Plage ist klein und total schön. Mit den Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten hat er alles zu bieten, was das Herz begehrt. Der kilometerlange, weiße, feine Sandstrand bildet einen krassen Kontrast zum türkisen Meer mit perfekten Wellenbedingungen, zudem ist er sauber und nicht überfüllt. Der Weg vom Camp führt über eine Düne (liebevoll als die „Waden-Düne“ bezeichnet, ihr werdet schon merken warum) oder alternativ über einen Holzsteg innerhalb von 10 Minuten zum Summersurf Treffpunkt. Was will man also mehr?

Der schönste Strand! © Marina Schmidt

Der schönste Strand! © Marina Schmidt

Mein Fazit: Wenn ihr Lust auf Surfen habt, euch das Campen Spaß macht, ihr Anstrengung nicht scheut und ihr gerne neue Leute kennenlernt, dann ist Summersurf genau euer Ding. Also ab an den Laptop, bucht eure nächste Reise, ob alleine oder mit mehreren Freunden und erlebt eine richtig geniale Woche.

P.S.: Wenn ihr euch noch ein genaueres Bild vom Camp und den Leuten machen wollt, schaut auf der Facebookseite von Summersurf vorbei :  https://www.facebook.com/summersurf/

 

Marina Schmidt

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