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Bandinterview mit den KYTES

  Von der Schulband zu gefragten Newcomern

Wer sich für die Münchner Indie-Szene interessiert, der kennt sie schon längst. Aber auch für alle anderen wird es sich lohnen, mehr über die KYTES zu erfahren. Die vier Freunde Michael Spieler (Gesang, Gitarre), Kerim Öke (Gitarre), Timothy Lush (Schlagzeug, Texte) und Thomas Sedlacek (Bass) haben schon zu Schulzeiten erste Erfahrungen mit ihrer Band „Blind Freddy“ am Theodolinden-Gymnasium gesammelt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sie mit derselben Besetzung im Jahr 2015 unter neuem Namen einen Neuanfang gewagt. Ihr Erfolg dieses Jahr ging weit über Deutschland hinaus und führte die vier Musiker sogar zum „South by Southwest“- Festival nach Texas, wo sie sich vor amerikanischem Publikum beweisen durften.
Als Unikatredakteurin habe ich meine Chance genutzt, um den Jungs einige Fragen zu stellen, bevor sie ab September auf große Tour gehen.

KYTES - Kerim Öke, Timothy Lush, Michael Spieler und Thomas Sedlacek

Kerim Öke, Timothy Lush, Michael Spieler und Thomas Sedlacek, (c) KYTES

 

In eurem neuen Video „As we row“ zeigt ihr viel von eurer Heimatstadt München. Habt ihr schon mal über einen Umzug nachgedacht oder seid ihr hier so tief verwurzelt, dass das für euch nicht infrage kommt?
„Wir sind alle im Münchner Süden aufgewachsen und haben hier auf jeden Fall unseren Lebensmittelpunkt. Natürlich denkt jeder mal drüber nach „hm, wie könnte es sein, wenn wir hier oder da leben“ aber wir sind am Ende einer Tour immer froh all‘ die Vor- und Nachteile unserer Heimatstadt wieder zu haben. Im Moment denken wir jedenfalls nicht drüber nach, München zu verlassen.“

Was haltet ihr von der Indie-Szene in München und welche andere Münchner Band gefällt euch am besten?
„Im Allgemeinen finden wir die Evolution der Münchner Bandszene in den letzten Jahren sehr geil. München ist wieder zu einer ernstzunehmenden „Musikerstadt“ geworden. Claire, Jesper Munk, Occupanther, The Whiskey Foundation, Nick Yume und, und, und…das sind alles super Künstler und auch Freunde.“

Das Medien-Echo ist groß: Drei Folgen der Serie Startrampe, ein Video-Interview bei puls und „Band der Woche“ in jungeleute.sueddeutsche.de. Hättet ihr mit so viel Unterstützung gerechnet?
„Wir sind in erster Linie froh, dass wir diese Unterstützung bekommen und versuchen, uns nie zu verstellen. Aber als wir für die Startrampe angefragt wurden, hat uns das natürlich schon gefreut.
Auch Band der Woche bei der SZ zu sein ist super. Wir sind sehr, sehr dankbar für den Support, den wir erhalten und möchten unserem Team für die tatkräftige Unterstützung dabei danken.“

Welchen Rat würdet ihr euch selbst aus heutiger Sicht hinsichtlich eurer Startzeit als „Blind Freddy“ geben?
„Hört nicht auf Ratschläge von euch aus der Zukunft.“

Ihr habt diesen Sommer auf vielen Festivals gespielt. Ist euch ein Festivalschild oder eine -verkleidung besonders in Erinnerung geblieben und wenn ja, was war das?
„Ich denke bei dem Typen im Bananenkostüm im Moshpit (ja sowas kommt tatsächlich auch bei uns vor) haben wir schon sehr geschmunzelt. Das war am PULS Open Air.“

Wie seid ihr auf eure Bandnamen gekommen? Sowohl bei Blind Freddy als auch bei KYTES?
„Blind Freddy kam durch ein australisches Sprichwort „Even a Blind Freddy can see that…“ und auf KYTES kamen wir, weil wir eher ein erwachseneres, kürzeres, prägnantes Wort haben wollten, was auch einigermaßen harmonisch aussieht, wenn es auf Bannern oder T-Shirts steht.“

Ihr dürftet mit dem Jahr 2016 zufrieden sein: Bald geht ihr auf Tour, bringt ein Album raus und ihr habt euch einen Namen in der Musikszene gemacht. Gab es eine Sache, die überhaupt nicht euren Vorstellungen entsprochen hat oder schief gelaufen ist?
„Da wir mit Blind Freddy damals den Großraum München eher selten verlassen haben, hatten wir glaube ich eher wenig Vorstellungen, wie es z.B. wirklich ist, wenn man wochenlang weg von Zuhause ist. Bald beginnt unsere zweite Tour, welche 1 ½ Monate dauert , mit nur zwei kleinen Stops in München und jetzt wissen wir: Nimm genug frische Unterwäsche mit – und natürlich ein extra Kissen für die Busfahrten.“

Wenn ihr jeden von euch mit nur einem Adjektiv beschreiben müsstet, welches wäre das?
„Zielstrebig“

Wie viel von eurem Privatleben fließt in die Songtexte ein? Erkennen sich Personen in den Texten wieder?
„Songtexte sind natürlich auch bei uns etwas sehr persönliches. Man will ja vielleicht nicht immer, dass eine Person sich in den Texten wiedererkennt.
Generell fließt bei unseren Lyrics viel ein, was wir erlebt haben oder uns wünschen oder wovon wir träumen. Aber es gibt auch Songs, wo wir uns Geschichten ausgedacht haben.
‚TALK‘ ist zum Bespiel ein neuer Song auf unserem Album, bei dem sehr viel persönliches eingeflossen ist und auch viel Gefühl mit dabei ist.“

Das neue Album der KYTES erscheint am 16.September und wir dürfen uns auf 13 neue Songs freuen. Ihre Musik in eine Schublade zu stecken ist schwer, aber das Treffendste wäre wohl „poppiger Indie-Rock“. Unabhängig vom Genre machen ihre Songs einfach gute Laune und man kann ausgelassen dazu tanzen. Wir können also definitiv stolz sein auf die vier Münchner, von denen man in Zukunft mit Sicherheit noch einiges hören wird.

Cool, talentiert und sehr sympathisch! (c) KYTES

Zielstrebig, talentiert und sehr sympathisch! (c) KYTES

Falls ihr auf den Geschmack gekommen seid und gerne mal in die Musik der KYTES reinhören wollt, anbei ein paar Links zur Band bzw. zum neuen Album:

Website: http://www.kytesmusic.com
iTunes: http://bit.ly/KYTESHeadsAndTales_itunes
Google Play: http://bit.ly/KYTESHeadsAndTales_googleplay
Amazon: http://bit.ly/KYTESHeadsAndTales_amazon

 

Vielen Dank für das Interview, viel Erfolg und Spaß auf der anstehenden Tour! :)

Marina Schmidt

 

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